Montag, 1. November 2010

Last stop California + Las Vegas and back in reality



Seit gut einem Monat bin ich nun wieder zurück in meinem neuen/alten Leben in Wien, aber momentan geniesse ich die letzten Oktobertage im Englischen Garten in München, und kann das alles, was im letzten Jahr passiert ist gar nicht glauben!

Meine letzten 5 Wochen in Californien waren zum Abschluss meiner Reise noch mal ein Highlight!
Zum einen kam Simona aus Köln, die ich in Sydney vor einem Jahr kennengelernt habe für 2 Wochen und dann Michi, den ich auch letztes Jahr im Sommer in Wien bzw. Bratislava das Erste mal sah.
Dazu aber später..:-) !
Die Zeit mit Simona war so ganz anders als meine Reisen zuvor alleine oder mit anderen aus aller Welt, da wir befreundet sind, 24 Stunden zusammen waren und außerdem nicht mehr in Hosteldorms (Mehrbettzimmer), sondern “private rooms” übernachtet haben, und in Las Vegas sogar in einem 5Sterne Hotel!
Begonnen haben wir unseren gemeinsamen Urlaub in San Francisco, wo wir 3 Tage waren. Was mir dort extrem aufgefallen ist, sind die hunderten von steilen “Bergen” mitten in der Stadt, aber auch die unglaublich vielen Obdachlosen an jeder Straßenecke. Nebel morgens war meistens normal, und auch die Temperaturen waren geringer als erwartet. Aber insgesamt hat uns San Francisco sehr gut gefallen, und wir haben viel gesehen, wie z.B. Fishermans Wharf, Alcatraz, Union Square, Chinatown, und eine nervenaufreibende Fahrt mit der “Cable Car” haben wir uns auch nicht entgehen lassen.
Und dann gings los: unser Roadtrip den PCH (Pacific Coast Highway) die Küste runter mit unserem Leihwagen bis nach Los Angeles. Bei der Autoabholung war ich extrem nervös, weil ich ja seit einem Jahr nicht mehr auf der rechten Strassenseite gefahren bin, und noch dazu aus der Stadtmitte von San Francisco mit all dem Verkehr starten sollte. Aber ich muss sagen: nach kurzer Zeit, und dank breiten Straßen und Automaticschaltung gab es kein Problem und ich hatte richtig Spaß durch Californien zu cruisen, auch wenn es manchmal ein bisschen viel war allein. Aber definitiv die bessere Lösung als mit dem Bus oder ähnlichem, denn in den USA hat einfach jeder ein Auto, und es ist viel leichter von A nach B zu kommen als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Unser erster Stop war Santa Cruz - ein alter Hippie-Surfer-Ort. Es war so cool - und richtig typisch amerikanisch mit den Rollercoastern (Fahrgeschäften) an der Strandpromenade, vielen Imbissbuden mit XXL - Burgern, Eis und Donats, und einigen Souvenirläden. Die Leute dort - meistens amerikanische Touristen, da ja noch Hochsaison war, auch wie ausm Bilderbuch: Käppi, Kupuzenpulli, Flipflops oder Turnschuhe, oft übergewichtig , jeder 2. ein I Phone in der Hand,
R n B und Blackmusic aus den Lautsprechern der Geschäfte, und nicht zu vergessen die rießigen Autos auf den Parkplätzen!
Es war schon alles sehr neu und witzig!
In Santa Cruz wär auch die erste Gelegenheit gewesen im Meer Baden zu gehen, aber Schock: nach meiner Zeit in Australien und Fidschi war ich was die Wassertemperaturen anging verwöhnt, und muss gestehen, dass ich mich nicht tiefer als bis zu den Knien ins Wasser gewagt habe. Und nicht nur das - allgemein war in ganz Californien das Wasser meistens nicht besonders sauber, und auch die Strände nicht zu vergleichen mit dem wunderschönen AUSTRALIEN!
In Santa Barbara, unserem Lieblingsort war es leider genauso, aber dafür waren wir mehr shoppen und party machen. Das ist ja wirklich so ein süßer Strandort wo viele Leute aus L.A. mit dem nötigen Kleingeld Ihr Wochenendhäuschen haben. Dort könnte ich mir auch vorstellen zu leben ;-) - zumindest für einige Monate im Jahr wenn hier ungemütlich und kalt wird!
Los Angeles hat mir nicht besonders gefallen. Bis auf die typischen Sightseeingsachen wie das Hollywood Sign, Chinese Theater mit den Händeabdrücken der Stars, den Walk of Fame und die Hollywood Studios hat es nicht wirklich viel zu bieten - zumindest wenn man nur 2-3 Tage als Tourist da. Ich weiß jetzt wo Leonardo Caprio und Jennifer Lopez wohnen, aber ehrlich gesagt hat mich der Strip in Las Vegas mehr beeindruckt. Volle vier Tagen haben Simona und ich im MGM Hotel gewohnt, und es uns so richtig gut gehen lassen. In Vegas ist sogar ein 4-5 Sterne Hotel leistbar, da davon ausgegangen wird, dass die Touristen und Spieler überall sonst umso mehr Geld ausgeben. Mit Simona war ich noch sparsam - an den “Einarmigen Banditen” haben wir nur in Centbeträgen gespielt und sind oft zum MC Donalds oder Starbucks essen gegangen. Die Poolanlagen in den Hotels und Clubs (für uns Mädels) waren zum Glück umsonst! Also definitiv rentabel, wenn man einfach ein paar Tage relaxen, und Nächte feiern will. Alles - auch die Zeit und das Geld - scheint dort nicht wichtig zu sein. Und man sieht Menschen und erlebt Dinge, die besser in Vegas bleiben sollten. Nicht umsonst heißt es so schön: “What happens in Vegas stays in Vegas” ;-) !

Nach gut 2 Wochen ist Simona von Vegas zurück nach Köln geflogen und ich bin allein mit dem Auto nach L.A. zurückgefahren, um noch am selben Tag, den 2.September Michi abends vom Flughafen abzuholen. Wer ist Michi wurde ich hin und wieder gefragt, und ich wusste nicht genau was ich auf die Frage antworten sollte. “Ein alter Freund” - Nein! “Ein Bekannter” - Nein! Wie auch immer ...
Wir haben uns letztes Jahr im Sommer kennengelernt, und konnten uns trotz tausender Kilometer nicht vergessen und hatten auch immer wieder Kontakt. Schon zum Abschied in München vor einem Jahr meinte er, dass er mich vielleicht besuchen kommt, aber wir beide hätten nicht wirklich gedacht, das es klappt.
Vor unserem Wiedersehen am Flughafen waren wir beide natürlich total aufgeregt, wie wohl der bevorstehende gemeinsame Urlaub wird und ob wir uns denn nach einem Jahr verstehen werden?!
Aber alle Gedanken bzw. Bedenken waren umsonst, und wir haben uns von Anfang an super verstanden, und hatten eine tolle Zeit zusammen. Wir konnten uns einfach so kennenlernen wie wir wirklich sind!
Wir haben zuerst 2 Tage in Venice (Stadtteil von L.A., am Strand) verbracht, waren dann gemeinsam noch mal in Santa Barbara, haben dann einen sehr witzigen Abend und sehr entspannten Tag in Newport (wo O.C. California gedreht wird) verbracht, und sind dann noch weiter in den Süden nach San Diego! “Unserer Stadt” - statt 2-3 Nächten haben wir von Tag zu Tag verlängert und waren insgesamt 6, weil es uns so gut gefallen hat. Wir kannten uns danach schon richtig gut aus, und wollten gar nicht mehr weg! Aber andererseits war immer wieder die Idee von einem Kurztrip in Mexico im Hinterkopf. Klar haben wir immer wieder mitbekommen, dass es “gefährlich” sein soll, aber der Reiz war einfach da, und so entschieden wir, dass wir das Auto an der Californischen Grenze stehen zu lassen, und für einen Tag oder evtl. Nacht rüber nach Tijuana zu laufen. Der Plan ist nicht ganz aufgegangen, da wir leider den letzten Parkplatz vor dem Grenzübergang verpasst haben, und somit mit dem Auto rüberfahren mussten. Neue Idee: “Wir drehen einfach um und fahren wir zurück”.
Allerdings war auf der mexikanischen Seite ein riesiger Stau, den wir nicht auf uns nehmen wollten, und somit sind wir erstmal in Tijuana - ohne Navi oder Stadtplan rumgefahren. Schön die Fenster geschlossen, mit einem leicht komischen Gefühl im Magen, aber doch guter Hoffnung, dass wir ein Hotel mit Garage finden. Der Gegensatz zu Californien war schon ziemlich krass: chaotische Fahrweise, heruntergekommene Häuser, Menschen auf der Strasse, die einem irgendwas andrehen wollen, mexikanische Sänger, …
Nachdem wir gefühlsmäßig die ganze Stadt abgefahren haben, haben wir in einem Stadtteil am Meer ein einfaches Hotel (mit privatem Parkplatz!) gefunden, und nach all der Aufregung sind wir auch abends nur in der Gegend eine Pizza essen gegangen und nicht mehr in die Stadt rein gefahren.
Aber am nächsten Tag wollten wir uns noch mal zu Fuß das Zentrum anschauen, und nachdem wir einem bewachten Parkplatz gefunden haben, hatten wir 2-3 Stunden Zeit. Michi hat sich ein komisches Souvenir aufschwätzen lassen, ich habe eine kleine Ledertasche (weil ich ja noch nicht genug habe!) gekauft, und danach haben wir uns richtig leckere Tapas und Margaritas für wenig Geld schmecken lassen.
Und am selben Abend waren wir auch schon wieder gut in Californien zurück. Der Trip war spannend, und trotz dem Risiko dass was hätte passieren können eine gute Idee. No riss no fun sag ich da nur wieder!
Unsere nächste Nacht haben wir in Palm Springs - einer Wüstenstadt verbracht, von wo aus wir am Tag drauf wie schon lange geplant unsere Wanderung im Josua Tree Park gemacht haben. In Australien war ich ja in einigen Nationalparks, und deswegen hatte ich auch meine Vorstellung von diesem Nationalpark, aber ich hatte nicht bedacht, dass er “In the middle of nowhere” - in der Wüste - liegt. Unser erster Spaziergang ging ca. über 2 Stunden (in der Mittagshitze!), aber das tolle dabei war, dass wir auf halber Strecke an einer richtigen Oase mit großen Palmen angekommen sind!
So etwas kannte ich bisher nur aus Filmen, aber es war sehr interessant das mal live zu sehen. Außerdem waren wir die einzigen und um uns herum nur Berge aus Sand und Steinen, Kakteen dazwischen und im Tal die einfachen Häuschen der kleinen Wüstenfarmen. Nach diesem anstrengenden Spaziergang gings immer wieder Teils mit dem Auto, teils zu Fuß weiter, und es war wirklich schön diese interessante Landschaft zu sehen!
Danach hieß es aber wieder: Genug Natur und ab nach Vegas! Wenn auch das 2.mal für mich: immer wieder gerne! Und mit Michi war es sowieso ganz anders. Schick Essen gehen, lang ausschlafen, wenig Party, aber dafür gescheit gezockt am Roulette!
Der erste Abend lief super: Michi hat über 200 Dollar gewonnen und ich etwa 80, wobei ich auch nicht so viel Startkapital hatte wie er. Es waren witzige Leute mit am Tisch, und die Drinks waren wie in jedem Casino dort umsonst. Leider hat das Glück die nächsten Tage nicht angehalten, aber trotzdem hatten wir viel Spass und haben nichts bereut. Auch der Helikopterflug über den Grand Canyon zu einer alten Farm mit “richtigen Cowboys” war jeden Cent wert!
Ach ja.. schön war s! “träum”!
Michi ist dann am 19., und ich am 20. September von L.A. zurückgeflogen, und obwohl wir so eine tolle Zeit zusammen hatten war besonders ich unsicher wie s daheim mit uns weitergeht.
Jetzt nach einigen Wochen zurück im Alltag kann ich sagen, das es mehr ist als nur ein Urlaubsflirt, denn wir glauben zu wissen, dass wir echt gut zusammenpassen und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander auch wenn er momentan in München wohnt. Noch! Denn:
Er hat vor einer Woche eine Zusage für den Job in Wien (für den er sich schon im Sommer beworben hat) bekommen und wird ab Januar 2011 auch in Wien arbeiten!
Ende gut alles gut! Mein Jahr ist rum, und hiermit - am Ende meines letzten Bloggeintrags - werde ich sentimental, aber es war eine tolle Zeit, die ich nie vergessen werde!
Andererseits ist es jetzt einfach auch nur schön, wieder mit meiner Familie, meinen Freunden und Michi Zeit zu verbringen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob es genauso sein wird, wie früher, und ich hatte keine Antwort und machte mir Gedanken, dass mir vielleicht einige Menschen fremd sein könnten, aber ich weiß was ich hier habe:
Menschen die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin, was mir z.B. die sehr nette Begrüßung am Flughafen (Danke Mama, Papa und Guci) oder spätere Treffen und Gespräche mit anderen “alten” Freunden gezeigt haben! Letztendlich habe ich nur viele Eindrücke dazu gewonnen, bin aber doch noch die Alte :-)!

Mittwoch, 25. August 2010

Cultureshock Fiji





Fiji war einerseits mein nervenaufreibendster aber zugleich auch relaxter Aufenthaltsort meiner Reise! Und definitiv nicht zu vergleichen mit all meinen bisherigen Reisezielen.
Die ersten 2 Nächte habe ich mit einer Fijifamily in deren Haus bzw. Umgebung verbracht. An meinem Ankunftstag wurde Abends das Essen wie dort üblich auf dem Boden (einem Art Bastteppich mit Deckchen) serviert, und am Sonntag wurde ich eingeladen mit in die Kirche zu gehen. Dort habe ich auch gleich zu spüren bekommen was “Fiji-Time” heißt: frei übersetzt könnte man sagen, das es unwichtig ist, wann es stattfindet, oder jemand wohin kommt, sondern man froh ist, das es überhaupt passiert. Nach ca. einer Stunde warten aufm Hauptplatz im Nachbardorf hat endlich der Gottesdienst begonnen,
In der “Wartezeit” sind langsam die Leute aus dem umliegenden Dörfern mit Stadtbusen eingetrudelt, die Kinder sind rumgerannt und haben gespielt, einige Erwachsene haben sich unterhalten oder gebetet, und dann gings endlich los. Es war eine Art Openair Gottesdienst. Einige Hundert Fijianer saßen auf Teppichen unter einem Plastikdach und gegenüber war ein kleiner Altar aufgebaut. In den ersten Reihen war zig kleine Kinder, die mehr oder weniger konzentriert waren, und dann der Rest meist im schneidersitz.
Besonders für die Kids war ich wohl was besonderes, da ich die einzige Europäerin war, und dementsprechend “anders” aussah. War echt süß wie sie sich gewundert haben und mir zugelacht haben.
Nach gut 2 Stunden fijianischem Gottesdienst war es endlich zu Ende, und ich wurde dem Pfarrer vorgestellt und auf ne Limo eingeladen. Alle waren supernett, und auch “meine Familie” hat mich danach schon wieder bei Ihnen zu Hause zum Essen eingeladen. Für die Fijianer ist der Gast ein Teil der Familie und eine gemeinsame Mahlzeit ist eine Selbstverständlichkeit. Am Abend habe ich sogar festgestellt, das mir als Gast sogar das Bett zur Verfügung gestellt wurde, obwohl somit ein, zwei Familienmitglieder auf dem harten Boden schlafen mussten. Savi (mein Gastgeber) wohnt mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (3 + 6Jahre) und seiner Nichte (15J.) und Neffen (17J.) in einem einfachen Fijihaus. Und dann war da auch noch der Vater von Ihm zu Besuch, der leider mit der Nichte auf dem Boden im Gang geschlafen hat Als ich das gesehen habe, habe ich mich echt schlecht gefühlt, dass ich überhaupt da bin, da sie ja sowieso wenig Platz haben, und ich habe Ihnen mein hartes, einfaches Bett angeboten, aber nur nach langem Überreden hat Anna das Angebot angenommen, und wir haben als Kompromiss beide auf der Matratze geschlafen. War ziemlich geschockt von den Verhältnissen dort, dem einfachen Leben: kein Warmwasser, kein funktionierender Herd, sondern nur ein Gaskocher, keine Microwelle, ein kaputter Wasserkocher, kaum Möbel, “Dreck”… aber andererseits sind sie es so gewohnt. Natürlich könnten sie mehr materielle Dinge gebrauchen, aber ich denke selbst wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätten, würden sie nicht all zu viel ändern, da es zum Teil deren Lebensweise ist, viel Zeit auf dem Boden zu verbringen, mit der Familie zu reden oder nur “rumzuhängen”. “Was für eine Langeweile und Eintönigkeit” dachte ich mir so oft! Kein spontaner Kinobesuch, Essen, Clubbing, Citytrip, Fahrradausflug!
Nach meinen 2 Tagen bei der Familie ging mein “Island Hopping Trip” (5 Inseln in 2 Wochen) los, und selbst da dachte ich mir oft schon nach 2-3Tagen auf einer Insel: “Es wird Zeit zu gehen“.
Für mich war das kein Problem, denn ich hatte meinen Urlaub inkl. Bootstransfer und Unterkunft schon gebucht, aber was ist mit den Inselbewohnern? Für sie ist es etwas besonderes alle paar Wochen mal nach Nadi, auf die Hauptinsel zu fahren. Was für ein Leben, so ohne große Abwechslung!
Wie das leider oft so ist, bekommen die Touristen das Leben der Einheimischen meist gar nicht mit, oder interessieren sich erst gar nicht dafür, aber ich hatte besonders in Fidschi keine Lust mit “den Deutschen” rumzuhängen und zum x -ten mal zu erzählen wie ich gereist bin usw.
Stattdessen hab ich mich hin und wieder mit dem Personal unterhalten, oder bin früh (20.30?) ins Bett.
Mit den anderen trinken konnte ich eh nicht, da leider in meiner ersten Unterkunft Geld gestohlen wurde.
Aus dem Safe von einem der Mitarbeiter! Das muss man sich mal vorstellen! Lange Geschichte kurz erzählt: nach Beschwerden und 2 Besuchen bei der Polizei (inkl. Fotoseccion und Heiratsangeboten) hatte ich mein Geld nach 2 Wochen wieder höchstpersönlich vom Resortmanager wiederbekommen. Und ne Umarmung und der Satz “Oh no Problem, no Problem! We are family!” gabs gratis dazu!
Jaja, andere Länder andere Sitten! Man hört so dieses und jenes, aber erst wenn man selbst da ist, kann mich sich davon überzeugen und sich seine eigene Meinung bilden.
Hier in den USA, Californien haben sich bisher schon einige Klischees bestätigt, und ich war noch nicht mal in L.A. und Vegas! Aber bald!

Mittwoch, 11. August 2010

New Zealand in 2 weeks


Ich dachte Neuseeland wäre kleiner, denn ich muss sagen meine letzten zwei Wochen dort waren doch etwas stressig, da ich viel im Bus saß, dafür aber auch viel gesehen habe.
Das einzige, was ich von Australien aus organisiert hatte war meine Unterkunft. Aber endlich mal kein Hostel, sondern ich habe mich endlich dazu durchgerungen, bei ein paar Couchsurfern nachzufragen, ob ich dort ein, zwei Tage bleiben kann. Ihr kennt Couchsurfing nicht? Kann ich nur jedem empfehlen, der ein Abenteuer und Abwechslung sucht, Tipps von den Einheimischen möchte, und dazu auch noch Geld sparen will.
Man meldet sich einfach bei Couchsurfing.com an, sucht sich die Stadt, Altersstufe, Geschlecht, usw.. von den Leuten bei denen man gerne bleiben möchte, und schon Sekunden später bekommt man ne Liste von Leuten, die sich bereit erklären einem die Couch zur Verfügung zu stellen.
War anfangs etwas skeptisch, aber ich hatte bisher zum Glueck nur positive Erfahrungen!
Das fing schon damit an, dass ich in Christchurch am Flughafen von Tamsin abgeholt wurde, wir uns von Ánfang an super verstanden haben, und ich nicht nur ein Sofa, sondern sogar ein eigenes Zimmer inklusive Bad in einem schönen Haus mit Blick auf Christchurch zur Verfügung gestellt bekommen habe. Abends gings dann mit Tamsin und Ihren Freundinnen in ne Bar, und am nächsten Tag zum Sightseeing ins Zentrum. Christchurch ist ne nette Stadt, hat mich sehr an England erinnert, aber ein Tag war auch genug. Nach einer langen Nacht mit “Party-Tasmin”, war ich froh, dass ich mich den nächsten Tag im Bus ausruhen konnte. Es ging ca. 10Std. nach Queenstown im Süden der Südinsel. Das ist sozusagen das Kitzbühl von Neuseeland. Also ein angesagter Wintersportort inklusive vielen Apreskimöglichkeiten und Läden. Auf Skifahren war ich nach meinem superlangen Sommer nicht so schnell eingestellt, und außerdem hab ich die viel besseren Skigebiete zu Hause, aber wenigstens eine Apreeskiparty hab ich mitgenommen. Queenstown war sehr kalt, aber abgesehen davon ein cooler Skiort in mitten von Bergen und nahe eines Sees, und hat mich sehr an Österreich erinnert. An meinem ersten Tag hab ich mir einen Buspass gekauft, mit dem ich von Christchurch nach Auckland mit vielen Zwischenstops und 2 Ausflügen kommen konnte.
War echt zufrieden, da der Busfahrer sogar meist auch viel über die Landschaft usw. erzählt hat, und sogar die Fährenüberfahrt von der Südinsel auf die Nordinsel im Preis inbegriffen.
Der 1.Ausflug war eine Bootstour auf einem Fluss, der ins Meer mündet (Milford Sound-Boat Cruise), und der 2. war eine Führung (auch inkl. kleiner Bootstour durch eine Höhle in der 1000de von Glühwürmchen zu sehen waren. Echt interessant!
Eine andere Sache, die ich noch nie gemacht habe, war eine Wanderung auf einem Gletscher! Hab erst etwas gezögert, ob ich mir das antun soll, da ich doch so verfroren bin, aber dann dachte ich mir wenn ich schon mal die Gelegenheit dazu habe…! Und die hatte ich von dem Örten “Franz Josef” aus. Außerdem haben wir Jacken, Überziehhosen, ne Mütze und Handschuhe bekommen! Ach und nicht zu vergessen: ein Eisengestell mit Spikes für die Schuhe, damit man nicht ausrutscht! Sind so ausgerüstet ca. 2-3Stunden durch Eisschluchten und Höhlen gewandert, was ziemlich cool war. Und ich war soo froh, das es an dem Tag nicht angefangen hat zu regnen und ich somit auch (fast) nicht gefroren habe.
Nach fast einer Woche auf der Südinsel mit 4 Zwischenstops bin ich nach einer 3-stündigen Fährenfahrt in Wellington, der Hauptstadt angekommen. Und dort war ich nach Monaten mal wieder shopen: hab 2 super Schnäppchen gemacht, und mir ne neue Sonnenbrille und Sneakers gekauft J!
Nach weiteren 2 Tagen und einem weiteren Zwischenstop (in Napier, einem kleinen, süßen Ort am Meer)) bin ich bei meinem 2.Couchsurfinghost Jacko angekommen. Ein ca. 59-jähriger Maori,
der leider immer noch (nach 4 Scheidungen) seine große Liebe sucht…(über Couchsurfing)!?
Ich hab Ihm aber ganz schnell klar gemacht, dass ich nicht interessiert bin - auch wenn ich uns Palatschinken gemacht habe (sozusagen meine Gegenleistung, dass ich bei Ihm schlafen konnte). Hatten einen netten Abend, mit Gesprächen über seine und meine Reisen, die Maorikultur, die Sprache usw. War letztendlich doch echt interessant, auch wenn ich mich bei diesem Couchhost, nicht 100% wohl gefühlt habe. Aber ist ja noch mal alles gut gegangen, und er hat sich eigentlich doch sehr bemüht mir eine angenehme Zeit zu machen: hat mich abgeholt, zum Bus gefahren, viel Tee gekocht…
Dafür war aber meine letzte Gastgeberin - Sara aus Auckland super! Sie ist selbst grad erst nach einem Jahr reisen zurück gekommen, und wohnt momentan bei Ihrem Vater im Haus, der selbst grad paar Wochen unterwegs ist. Gemütliches Haus, nette Gastgeberin (wenn auch selten daheim) zentral gelegenes supergemütliches Häuschen, freies Internet, und sogar bekocht hat sie mich und mich zum Flughafen gefahren! Wie nett ist das? Denke sie weiss einfach wie es ist wenn man lange reist.. . Wenn ich zurück in Wien bin möchte ich auf jeden Fall auch mal jemandem die Gelegenheit geben bei mir zu übernachten, und somit etwa zurückgeben.
Ich bin mittlerweile in Fidschi angekommen, und surfe wieder - noch nicht im Meer, aber auf der Couch bzw. Matratze einer jungen Fijifamily in einem typischen, sehr einfachen Wellblechhaus in Nadi.
Wir würden sagen sie leben in Armut, Dreck, und ohne jeglichen Luxus (doch.. es gibt Internet!), aber sie sind zufrieden mit dem was sie haben, und dabei so glücklich!
Bald geht’s für die nächsten 2 Wochen auf 5 verschiedene Inselchen hier, wo ich mich nach der Kälte und dem “Reisestress” in Neuseeland und vor Californien erholen möchte! Sonnen, tauchen, schwimmen, lesen, schnorcheln, relaxen…
Ich hoffe wenigstens einiges davon könnt Ihr während Eures Sommerurlaubs auch machen! Viel Spass dabei!

Dienstag, 20. Juli 2010

Outback: Alice Springs, Kings Canyon, Olgas and Uluru


Hier sitze ich nun im kalten Neuseeland und denke zurück!
Meine aufregende und super Zeit in Australien ist rum!
Kann nicht sagen, was bzw. wo es mir am Besten gefallen hat. Fast 9,5 Monate sind eine lange Zeit, aber einer meiner Highlights war auch mein Trip ins Outback.
Nach meiner langen Zugfahrt (fast 2000km) bin ich in Alice Springs angekommen, und habe gleich meinen ersten Kälteschock bekommen.
Ich dachte es wird erst in Neuseeland kalt, und in der Wüste ist es tagsüber immer warm, aber schon der Schaffner hat uns Gäste mit einer Durchsage gewarnt, dass es draußen nur 6° hat! Nach meiner langen Zeit im Westen und Norden Australiens (tropisches Klima!), war es eine ganz schön krasse Umstellung, und trotz "Zwiebellook" habe ich gefroren. D.h. mein erster Gedanke: ich brauche warme Kleidung!
“Alice” ist eine kleine Stadt, aber es gibt doch 2 Einkaufszentren, in denen ich mich eingekleidet habe. Zumindest das Wichtigste wie eine Mütze, 2Langarmshirts, dicke Socken und einen weiteren Pullover. Zu viel sollte es aber auch nicht sein, da ich ja zum Glück nur 2-3Wochen die Kälte durchstehen muss.
Nach meinem Einkauf habe ich mich in Alice umgeschaut, was allerdings nicht allzu lang gedauert hat, da es ein einfaches, kleines Städtchen mitten in der Wüste ist. Immerhin gibt es einen Aussichtshügel (Anzac Hill), von wo aus man einen guten Überblick über die Stadt und die Landschaft hat.
Am nächsten Tag ging auch schon meine 3-tägige “Rocktour” ins Outback los. Wir waren eine sehr nette, internationale Gruppe (2Dänen, 2Portugiesinen, 4Japaner, 5Deutsche, 2Engländer ..) und unser Tourguide und sein “Lehrling” waren auch sehr nett, und haben uns gut mit vielen interessanten Infos versorgt.
Zu Beginn der Reise konnten wir zum Glück erst noch für einige Stunden schlafen, da Alice Springs ca. 400km von Kings Canyon und den anderen Sehenswürdigkeiten weg ist.
Gegen Mittag sind wir allerdings bei dem Nationalpark Kings Canyon angekommen und los gings wieder mit wandern :-)! Früher hat mir das ja nie besonders Spass gemacht, aber komischerweise seit ich in Australien war und doch schon einige Kilometer zu Fuss zurückgelegt habe, habe ich Gefallen daran gefunden. Ob es an der Natur, der Luft oder den Menschen hier liegt? Keine Ahnung. Mal sehen, ob meine Wanderslust in Österreich anhält?!
Den Canyon haben wir jedenfalls ca. 3Stunden erkundet, und es war wirklich super! Wenn auch die Steigung zu Beginn sehr hart war - es hat sich gelohnt: der Ausblick war unglaublich!
Nach unserer ersten Tour mussten wir wieder einige Zeit fahren, bis es hieß: “alle aussteigen und Holz suchen fürs Lagerfeuer am Abend”!
Also los in die Wildnis und suchen.. war echt lustig. Ich hab mich von Anfang an hauptsächlich mit den deutschen Mädels sehr gut verstanden, und wir hatten unseren Spaß, denn so was haben wir noch nie gemacht! Im australischen Busch rumlaufen und Brennholz suchen! Das war aber noch nicht alles: Das Abenteuer ging Abends erst richtig los, denn wir haben irgendwo in der Wildnis gecampt. Also nicht schön am Campingplatz mit Dusche, Küche usw. (das wär ja für mich schon abenteuerlich genug), sondern irgendwo ab von der Strasse, wo es nur eine Feuerstelle gab, und ein provisorisches Dach aus Plastikplanen für den ungewöhnlichen Fall, dass es regnen sollte.
In der Dunkelheit haben wir unsere Schlafsäcke und Essen vorbereitet, und dann ging s ans “kochen”. Hab ja schon einige BBQs in Australien mitgemacht, aber eigentlich war es immer ein Elektrogrill, und es gab Fleisch, Würstchen und gegrilltes Gemüse, aber die Art das was wir im Outback gemacht haben, war wirklich was komplett neues für mich. Direkt auf die heiße Kohle wurden riesige Töpfe und Pfannen gestellt, und - kaum zu glauben - am Ende hatten wir ein leckeres Chilli Con Carne, Reis und verschiedenes Gemüse!
Satt und zufrieden saßen wir ums Feuer, die Tourguides haben uns mit Kennenlern- und Trinkspielen bei Laune gehalten, bis -unglaublich, aber wahr - es angefangen hat zu regnen!
War ja klar - dachte ich mir nur - Julia ist in der Wüste und es regnet, genauso wie an Weihnachten in Sydney, meiner 1.Campingerfahrung anfang des Jahres oder an meinem geplanten Ausflug auf die Whitsunday Island an meinem Geburtstag! Ich hab aber auch ein Pech!
Wir haben uns unter dem “Dach” versteckt, und die Nacht bei starkem Wind und Regen überlebt! Wir hatten zwar nicht nur Isomatten und Schlafsäcke, sondern einen Swag - das ist sozusagen eine wind- und wetterfeste Hülle für den Schlafsack, aber letztendlich ist doch jeder mehr oder weniger Nass geworden. Am nächsten Morgen hat es zwar aufgehört zu regnen, aber es war weiterhin grau. Zum Glück war morgens wieder erstmal eine ca. einstündige Autofahrt angesagt, wo wir unseren Schlafmangel ausgleichen konnten, bevor es zur nächsten Wanderung ging. Wir sind an den Steinformationen “Katu Tjuta” oder umgangssprachlich den “Olgas” angekommen. Es war toll zwischen den riesigen Steinen und der Hügellandschaft zu wandern (es sah aus wie eine Kulisse für einen Fantasyfilm!), und zwischendurch gab es immer wieder sehr interessante Infos über die Landschaft, die Aborigines und deren Kultur und Kunst. Auf schnelle und einfache Weise hat uns z.B. der Tourguide anhand von eben gefunden Steinen gezeigt, wie diese für die bunten Bilder der Aborigines angewendet werden.
Gegen Nachmittag ist zum Glück auch die Sonne rausgekommen, und somit hatten wir einen tollen Blick zum nahegelegenen Ayers Rock (“Uluru”).
Die 2.Campingnacht war an einem Campingplatz, jedoch wieder ohne Zelt, und dementsprechend kalt, aber immerhin hat es nicht geregnet, und wir haben als “Gutenachtgeschichte” ein bisschen Sternenkunde bekommen - inklusive Erklärung wo das “Southern Cross” ist, das man nur hier sieht, und wie man von dort aus heraus findet wo eben der Süden ist!
Unser 3.Tag begann noch früher als die beiden vorherigen, denn wir wollten den Sonnenaufgang am Uluru sehen! Es war zwar sehr kalt, aber mit einer Tasse Tee war es ok, und die Aussicht war wirklich super.
Nach unserem Frühstück dort, war Morgensport angesagt: einmal rum um den Ayers Rock - 10km in gut 1,5 Stunden!
Theoretisch hätte man auch auf den Berg steigen können, aber aus unserer Gruppe hat sich keiner dazu entschieden, da es einfach eine Sache des Respekts gegenüber den Aborigines ist, und außerdem auch sehr steil und somit gefährlich ist.
Auf unserer Heimfahrt hatten wir noch die Gelegenheit auf Kamelen zu reiten, was ich aber nicht mitgemacht habe, da ich das schon mal gemacht habe. Mir hat es gereicht, dass ich eine Horde kurz vorher in freier Natur gesehen habe. Es gibt sie also wirklich: die wilden Kamele in Australien! War es also doch nicht nur eine Geschichte der Tourguides, als diese am ersten Abend deren Sch.. von unserem Campingplatz weggeräumt haben ;-)!
Nach 3 Tagen voller neuer Erlebnisse haben wir uns alle sehr auf eine Dusche und einen Abend in der “Rockbar” in Alice gefreut, wo wir noch mal alle zusammensitzen konnten, bevor am nächsten Tag die meisten wieder in die verschiedensten Richtungen Australiens gereist sind. Ich bin noch ungewöhnlich lange in Alice geblieben - noch weitere 2 Tage, aber das war ok, denn somit hatte ich Zeit für mich um einige Sachen für meine Weiterreise zu organisieren.
Am 14.Juli gings dann aber zum 4. und vorerst letzten Mal nach Sydney. Hatte dort noch einen schönen letzten Tag mit Radka in der Stadt verbracht, aber am Freitag, den 16.Juli hieß es dann wirklich “Goodbye Australia”.
Im Flugzeug saß ich mit gemischten Gefühlen: “Eine unvergessliche Zeit in meinem Hauptreiseland ist rum, aber es kommt was neues Spannendes“. Ich bin einfach froh, dass bisher alles so gut geklappt hat, ich nicht ernsthaft krank war, nicht bestohlen wurde, nicht an die “falschen” Leute geraten bin, von keiner Spinne, Krokodil, Schlange oder sonstigen “gefährlichen australischen Tieren” gebissen wurde, keinen Unfall hatte.. usw. usw…
Wenn meine weitere Reise weiterhin so gut verläuft bin ich mehr als zufrieden und nehme auch die Kälte hier in Kauf ;-)! Genießt wenigstens Ihr in Europa die heißen Tage!


Geschrieben in Queenstown, NZ am 19.Juli 2010

Dienstag, 13. Juli 2010

Kathrine Gorge, Lichtfield + Kakadu Nationalpark and Darwin


Nach meinen Leben in Broome und auf dem Boot, hab ich einen kleinen Schock bekommen, als ich wieder in meinem “alten Backpackerleben” war. Am letzten Tag an Bord habe ich noch mitgeholfen das Boot für die neuen Passagiere blitzblank zu putzen, und abends in meinem Hostel hingen die Spinnennetze von der Decke, und der Boden war staubig - was für ein krasser Gegensatz!
Aber ich musste mich damit abfinden, auch wenn ich 1-2Tage gebraucht habe, meine Erlebnisse zu verarbeiten und wieder “runterzukommen”.
In Kununurra, eine kl. Stadt zwischen Broome und Darwin, habe ich 3 Nächte verbracht, und dort zum Glück Tobi wieder getroffen. Ich habe Ihn in Fremantle, im Südwesten Australiens vor gut 4 Monaten kurz kennengelernt, und zufällig wieder in Kununurra getroffen. Er ist aus Deutschland und reist eigentlich mit einer guten Freundin, aber zu dem Zeitpunkt war er alleine und konnte mir somit eine Mitfahrgelegenheit nach Darwin anbieten. Wir haben uns super verstanden, und es war schön, nach Wochen wieder ein langes, gutes Gespräch auf deutsch zu haben. Mein englisch ist zwar in Broome viel besser geworden, worüber ich sehr froh bin, aber trotzdem war ich froh, mal wieder deutsch sprechen zu können.
Unterwegs haben wir Kathrine Gorge besichtigt (einem Nationalpark mit einem großen Fluss), wo ich das 1.mal in Australien echt Angst hatte, wie und wo ich die Nacht verbringe. Denn wir sind kurz vor dem Sonnenuntergang dort angekommen, sind ca. 20 Minuten einen Wanderweg zum Aussichtspunkt rauf, und wollten nach dem Sonnenuntergang eigentlich auch genauso schnell wieder runter und uns dann um unsere Unterkunft kümmern. Allerdings haben wir uns für eine andere Strecke entschieden, und sind 8 km in Dämmerung bzw. schon Dunkelheit gelaufen. Wir hatten keine Taschenlampe, kein Wasser, kein Handyempfang, und sind die ganze Strecke über keiner Menschenseele begegnet. Schilder gabs auch keine, aber dafür seltsame Geräusche im Busch! Nach ca. 1 Stunden sind wir zum Glück ohne Schlangenbiss oder sonstigen Verletztungen am Parkplatz angekommen, und waren heilfroh, dass nichts passiert ist! Wer hätte das ahnen können, dass der Rückweg so viel länger ist, als der Hinweg?! Die Nacht ging spannend weiter, denn am frühen Abend als wir in Kathrine angekommen sind, habe ich das 1.mal hier in ein Hostel eingecheckt, und nach 10 Minuten wieder ausgecheckt, da es soo ungemütlich und stinkig war. Dementsprechend hatten wir gegen acht immer noch keine Unterkunft, und haben uns dafür entschieden, Geld zu sparen, und im Auto zu schlafen. Nachdem wir ne halbe Stunden in dem Ort rumgefahren sind, und einen guten, sicheren Schlafplatz ohne Hundegebell, Strassenbeleuchtung, oder Aborigines gefunden haben, konnten wir beruhigt, wenn auch nicht gerade bequem, einschlafen. Aber für eine Nacht war es schon ok.
Am nächsten Tag gings weiter Richtung Darwin. Am Nachmittag haben wir einen schönen Zwischenstop im Litchfield Nationalpark gemacht, und sind abends glücklich und todmüde in Darwin angekommen. Ich war positiv überrascht von der Stadt, da sie sehr modern und belebt war.
An meinem ersten Tag in Darwin habe ich mich erstmal orientiert wo ich bin, was es so gibt, und mich wegen Touren im Outback zum Uluru und in den bekanntesten und besten Nationalpark Australiens, den Kakadunationalpark, erkundigt.
Nach 3 Tagen in Darwin gings los: mit einer Gruppe zuerst noch mal in den Litchfield, dann in den Kakadunationalpark. Habe anfangs etwas gezögert, ob ich mir diesen Ausflug wirklich noch gönnen soll, denn ich war schon in anderen Nationalparks zuvor, aber ich muss sagen, dass das eine meiner besten Touren war. Wir sind viel gewandert, eine Bootstour in einem Krokodilfluss gemacht, sind in Wasserfällen geschwommen, haben neue Höhlen entdeckt, Aborigines-Rock-Art angeschaut, viele Infos über Land und Leute bekommen, Bier getrunken, viel, viel gelacht, und einfach ne super Zeit gehabt. Kann das alles gar nicht auf die schnelle erklären, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Außerdem hat sich dadurch meine weitere Unterkunft in Darwin für die kommende Woche sehr zum positiven verändert. Endlich wollte ich mal mit “Couchsurfing” anfangen. D.h. ich habe mein Internetprofil schön ausgefüllt, und 2-3Leute in Darwin die auch bei der Homepage registriert sind, angeschrieben, ob ich bei Ihnen wohnen kann. Als ich von der Tour zurückkam, hatte ich aber noch keine Antwort, und da Joel - unser Tourguide - selbst viel in Europa gereist ist, und fast nur couchsurfing gemacht hat, hat er mir angeboten, bei Ihm zu wohnen. Somit bin ich für ca. 1 Woche bei Ihm und seinen 2 Mitbewohnern in einer tollen, modernen Wohnung mit rießen Balkon inklusive Meerblick, eingezogen. X mal besser und billiger als im Hostel, und mit dem Vorteil, dass ich sehen konnte, wie die “Locals” (Einheimischen) wohnen. Habe mich mit Joel super verstanden, und wir haben seine freien Tage zusammen verbracht.. waren im Freiluftkino, aufm Markt, spazieren, und zum Ausgleich habe ich für Ihn gekocht, und Ihm zum Essen eingeladen. Nach 3Tagen musste er wieder auf Tour, und ich wollte eigentlich wieder in Hostel ziehen. Jedoch habe ich mich auch mit Claire, seiner Mitbewohnerin so gut verstanden, so dass ich noch 3 weitere Tage in der Wohnung geblieben bin, und mit Ihr Zeit verbracht habe, bis ich dann letzten Mittwoch in den GHAN-Zug gestiegen bin Richtung Alice Springs - meiner letzten Station - dem wahren Outback!

Samstag, 3. Juli 2010

Truenorthcruise from Broome to Wyndham




Irgendwie kommt mir das alles wie ein Traum vor. Es passiert soo viel in so kurzer Zeit, dass ich kaum Zeit habe alle meine Erlebnisse zu verarbeiten, da gleich schon wieder etwas neues, spannendes passiert.
Auch wenn meine Zeit auf dem Boot schon wieder 2-3Wochen her ist, versuche ich mich zu erinnern, und es bestmöglich wiederzugeben.
Aber wo soll ich beginnen? Vielleicht am Anfang..
Am 5.Juni gings also los von Broome, wo mich Craigh (mein Babysitterboss und Eigentümer der Truenorthjacht) am Crewhaus abgeholt hat, und zum Strand gefahren hat. Von dort gings mit Mickey mit einem der Fischerboote zur Jacht, wo ich erstmal eine kleine Führung bekommen habe, und ich mich in meiner Kabine ausbreiten konnte, bevor einige Stunden später die Passagiere an Bord kamen.
Im kurzen Röckchen und Poloshirt mit Truenorthlogo (meiner Uniform für die nächsten 2 Wochen) habe ich mit den anderen Crewmädels an Bord die Gäste mit einem Gläschen Prosecco begrüßt, und kaum zu glauben: der erste Gast, mit dem ich gesprochen habe war aus München! Das war wirklich ein Zufall, denn eigentlich machen auf dem Boot nur reiche Australier Urlaub, aber da das Unternehmen in Zukunft internationaler arbeiten möchte, war Thomas, der in München ein Reisebüro besitzt an Bord, um sich diese Luxusreise mal selbst anzuschauen, damit er weiss, was er in Zukunft verkauft.
Und nicht nur er wird dieses Abenteuer gut verkaufen, sondern auch ich kann jedem Lottogewinner diese Art von Urlaub empfehlen! Es war unglaublich was ich erlebt habe, und was den Passagieren geboten wurde. Aber kein Wunder bei einem Preis von 18.000 -25.000Dollar für 2 Wochen! Da kann man schon eine 5-Sterne-Küche, Inselabenteuer, Fischerausflüge, Wasserfallwanderungen und Helikopterrundflüge erwarten.
Meine Berufsbezeichnung für 2 Wochen hieß “Tuckery”, was bedeutet hat, dass ich dort einerseits das Zimmermädchen und die Küchenhilfe war, aber andererseits auch sehr viele Ausflüge und Aktivitäten mit den Gästen mitmachen durfte. Täglich bin ich wie all die anderen gegen sechs aufgestanden, habe jeden 3.Tag gleich mal 2 Toiletten geputzt, beim Frühstücksdienst mitgeholfen, und dann meistens meine 4 Bäder inkl. Zimmer geputzt. Falls am Vormittag eine tolle Aktion für mich dabei war, wurde die Arbeit auf den Nachmittag verschoben, und ich durfte mit den Jungs auf Ihren Fischerbooten (6 Stück für je ca. 6Personen waren an Bord) täglich eine neue Seite Australiens entdecken.
Täglich wurde den Gästen etwas neues aufregendes geboten, da wir meistens in der Nacht gefahren sind, und somit morgens an einem neuen Ort waren. Für die Passagiere war es mit Sicherheit auch kein Erholungsurlaub, da schon zwischen 6.30 und 7.00 Uhr Frühstück war, und es dann gleich zur ersten Wanderung oder ähnlichem ging.
Oft wurden wir mit dem kleinen Booten an Festland oder einer Insel abgesetzt, sind dann zu einem Wasserfall gewandert, waren schwimmen, und sind dann wieder zurück, oder wurden vom Hubschrauber (der auch die ganze Zeit an Bord war) abgeholt. Wenn das Festland nicht interessant genug war, gab es 2 Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben: mit einem der Boote rumgfahren (australisches Sightseeing), und sich die Gegend anschauen, und von einem Geologen, Biologen o.ä. die Landschaft und die Tierwelt um einen herum erklären lassen, oder Fischen gehen. Ich fand beides interessant! Inselhopping und Bootsfahren war meistens sehr entspannend, und fischen spannend! War das Erste mal mit Mickey und 2 älteren Herren fischen, und wir hatten so viel Spass, da ich jedes Mal so aufgeregt war, wenn ein Fisch angebissen hat. Und dann war aber harte Arbeit angesagt, denn die Angelleine musste schnell, aber vorsichtig an Bord gezogen werden. Habe oft meinen Fisch verloren, oder sie waren so clever, das sie nicht angebissen haben, sondern nur vom Köder “probiert” haben, und ich wieder von neuem starten musste. Nach einigen kleinen Fischen habe ich aber auch einmal einen ca. 70cm großen “Golden Snapper” gefangen. Töten konnte und wollte ich Ihn aber nicht - das habe ich dem Tourguide überlassen. Mit unserer Beute sind wir dann oft gegen fünf zurück aufs große Boot, wo täglich um sechs eine Slideshow mit den Fotos des Tages gezeigt wurde, und Barsnacks angeboten wurden.
Um sieben gabs Abendessen, was die Köche Richard und Yoda mit viel Können und unglaublicher Deko zubereitet haben. Es war so interessant zu sehen, was sie auf den Teller gezaubert haben. Nicht nur, dass es super geschmeckt hat, aber auch wie es auf dem Teller präsentiert wurde.. einfach der Hammer! Ich habe wohl noch nie (außer bei Mama) so gut, aber auch soo schnell gegessen. Wir Crewmitglieder hatten keine Zeit unser Dinner zu genießen, weil wir gegessen haben, während die Gäste gegessen haben, und somit immer wieder zwischendurch etwas zu tun war, wie abräumen, Wein nachschenken, abwaschen, Dessert bringen… . Wir saßen immer nur kurz für 1-2Minuten aufm Boden im Büro, und haben das Essen in uns hineingeschlugen, aber gut wars trotzdem! Nicht nur die Essenszeit war stressig, auch der ganze Tagesablauf. Nicht eine Minute hatte man für sich, und nach einem harten Arbeitstag ist jeder spätestens gegen zehn totmüde ins Bett gefallen. Ich habe meine Kabine nur mit Kay geteilt. Sie ist Cruisedirector, auch 28, und ist zuständig für die Zufriedenheit der Gäste, und deren Tagesablauf (Wer macht wann welche Tour, Wer ißt was nicht? …). Also mit dem Job des Kapitäns einer der verantwortungsvollsten Jobs an Bord. Wobei letztendlich jedes Crewmitglied wichtig ist, und jeder jedem hilft soweit es geht. Es war wirklich schön zu sehen, das selbst der Kapitän und die Ingenieure in die Küche kamen und selbst Ihr Zeug weggeräumt haben. Auch die Gäste waren - nicht wie man vielleicht erwarten könnte - abgehoben und eingebildet, weil sie große Unternehmer oder sonst was sind, sondern einfach entspannt, interessiert und unproblematisch. Im Vergleich zu den anderen Mädels an Bord konnte ich durch die Ausflüge recht viel Zeit mit Ihnen verbringen und mich mit Ihnen unterhalten, und 2 mal durfte ich auch mit den Gästen am schön gedeckten Tisch Abendessen. Jeden Abend duften 2-3 Crewmitglieder den Abend mit den Gästen am Tisch sitzen und entspannen. Und dabei ging es nicht darum was oder wer man an Bord ist, sondern dass man einfach ein Team ist, und jeder das Recht hat, den Luxus zu genießen sich bedienen zu lassen.
Ich weiß nicht, ob so etwas in Europa möglich wäre, dass das Zimmermädchen neben dem Bankboss sitzt, aber gerade dass hat vielleicht deren Abend interessant gemacht? Ich denke das ist einer der typisch australischen Eigenschaften, dass es nicht darum geht wer was hat oder macht, sondern darum dass man einfach jeden akzeptiert, so wie er ist. Natürlich habe ich z.B. in den Zimmern die ganzen Luxuskosmetikartikel und die Designerkleidung gesehen, aber trotzdem schienen mir die Leute “auf dem Boden geblieben”. Geld heißt natürlich nicht zwangsläufig arroganz, aber ich denke schon, dass das Verhalten der Europäer auf so einem Boot etwas anders gewesen wäre. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück, und habe nette Passagiere erwischt. Für die meisten war es interessant was ich so in Australien mache, und es kam immer eine positive Reaktion als ich gesagt habe, dass ich in Wien wohne. Ist wirklich interessant, was für einen positiven Ruf die Stadt auf der anderen Seite der Welt hat!
Eigentlich könnte ich über jeden einzelnen Tag an Bord zwei Blogeinträge schreiben, und wenn mich jemand nach meinem Highlight dort fragen würde, wüßte ich nicht ob es einer der Helikopterscenicflights war, das Picknick an einem verlassenen Wasserfall, einer der Sonnenuntergänge, die Aborigineszeichnungen auf einem Berg (Rockart), oder die Partynacht in verschiedenen Kostümen. Die ganze Tour war definitiv ein Highlight meiner einjährigen Reise. Mittlerweile bin ich seit einigen Tagen in Darwin, und auch von hier gibt es wieder viel zu berichten, aber das beim Nächsten mal!

Samstag, 5. Juni 2010

Goodbye Broome



Jetzt ist es also soweit! Nach Wochen habe ich wieder meinen Rucksack gepackt, von Freunden Abschied genommen, und in einer Stunde geht’s los! Und wisst Ihr wohin? It s “amazing“, aber ich habe wirklich das Glück für 2 Wochen auf der Luxusjacht meiner Chefs arbeiten zu dürfen. Zwar ohne Bezahlung, aber ich freu mich einfach, das ich Ausflüge mitmachen darf, und Sachen sehen werde, von denen selbst Australier träumen.
Außerdem kann ich noch weitere 2 Wochen mit den Crewmitgliedern verbringen, die echt total nett und witzig sind. Habe auch in den letzten Tagen viel Zeit mit einigen von Ihnen verbracht, indem wir am Meer waren, Party gemacht haben, oder wir danach in unserem riesigen Wohnzimmer relaxt haben.
Etwas neues aus der Umgebung (300km) von Broome habe ich noch letzten Samstag gesehen, da ich mit Alex einen Ausflug gemacht habe.
Wir waren in einer Aborigines Community mit einem wunderschönen Strand (Lombardina), haben eine Kapelle die mit tausenden von Perlen beschmückt ist, besichtigt, und waren am Cape Leveque mit Kollegen von Ihm Grillen und Baden. Am Abend waren wir dann in Broome schön essen, und da hat er mich zu seiner Hochzeit eingeladen J! Wie witzig ist das? Ich hab mich total gewundert, weil ich Ihn ja nicht so gut kenne und ja auch bald wieder weg bin, aber in den letzten Wochen sind wir doch gute Freunde geworden, und er hat gesagt, das Hochzeiten in Zimbabwe/Südafrika anders gefeiert werden als bei uns. Also nicht nur die Familie und enge Freunde werden eingeladen, sondern mehr oder weniger alle die man kennt, oder die Freunde kennen! Also er meinte auf seiner Hochzeit werden mindestens 700 Gäste sein!! Das war bei seinen Geschwistern auch so, und ist “normal”. Hmm.. wie sagt man so schön?
Andere Länder, andere Sitten! Sogar einen eventuell zukünftigen Mann und meine Kinder kann ich mitbringen! Naja, nehm das alles natürlich nicht wirklich ernst, aber wenn die offizielle Einladung da ist, geb ich Euch bescheid;-)! Interessieren würde mich Afrika und so eine Hochzeit dort ja schon! Aber jetzt geht’s erstmal ab auf s Boot, denn ich hab noch nicht ganz Australien gesehen!

Freitag, 14. Mai 2010

Everyday life in Broome



Nach guten 6 Wochen in Broome habe sogar ich hier einen Alltag, was aber keineswegs negativ ist. Zu meinem Nannyjob habe ich noch einen Job als Kellnerin für 2-3 Tage im “Broome Boulevard Cafe” gefunden und bin somit 5-7 Tage pro Woche am arbeiten. Aber das ist gut so, denn ich bin beschäftigt, und kann für meine weitere Reise Geld sparen. Außerdem kann ich während der Arbeit kein Geld ausgeben, und hab auch noch gratis englisch Unterricht ;-)! Bin froh, dass ich 2 Jobs , und somit Abwechslung habe. Kann nicht wirklich sagen was anstrengender ist.. viel laufen und freundlich sein muss ich bei beiden! Besonders im Cafe komm ich mir manchmal vor wie beim Marathon, da ich nur am rennen bin und es oft kein Ende nimmt, aber dafür muss ich nicht noch zusätzlich Sport machen ;-)!

Wenn ich nicht arbeite, bin ich mit meinen Mitbewohnern daheim, und wir kochen, schauen Fernseh und quatschen, oder ich treff mich mit Alex, und wir machen ne Movienight bei Ihm, gehen Essen, kochen oder wir fahren so wie die “Locals” hier mit seinem 4 WD-Adventure-Car (Jeep mit Vierradantrieb)zum Strand und schauen uns die wunderschönen Sonnenuntergänge mit ein, zwei Bierchen an.
Und dann gibt’s ja auch noch immer wieder die Crewmitglieder vom Boot, die Abwechslung ins Crewhaus bringen, wie erst letzten Freitag als die Luxusjacht mal wieder in Broome war...aber dazu nächstes mal mehr!

Alex habe ich hier im “Coles” (Supermarktkette) kennengelernt. Er hat mich angesprochen, wir haben kurz geredet, und das wars. Einige Tage später haben wir uns in einem Straßencafe zufällig wieder getroffen, jedoch habe ich Ihn nicht gleich erkannt, denn: im Supermarkt hatte er einen Anzug an, und einige Tage später war er sehr sportlich gekleidet, ist aus seinem roten, tiefergelegten Poserschlitten ausgestiegen, und hatte ne Sonnenbrille an! Und jetzt wird’s peinlich/lustig:
Er hat mich gefragt, ob ich Julia bin, und ich war daraufhin total verblüfft, woher “der Fremde” meinen Namen weiß. Anhand meines Gesichtsausdrucks hat er mir auf die Sprünge geholfen, und mich daran erinnert, dass wir uns im Coles gesehen haben. Daraufhin habe ich mit einem verlegenen lächeln geantwortet: “Oh yes of course! You re the one in the suitcase!”
Und genau in dem Moment dachte ich mir: “Oh nein.. irgendwas stimmt nicht!” Er hat mich nicht korrigiert, aber gelacht, und mich zum BBQ angeladen. 2 Minuten später als er weg war, haben Marie (eine französische Freundin) und ich uns kaputt gelacht, denn eigentlich wollte ich sagen.. “Jaja, Du hattest neulich einen Anzug an, und stattdessen habe ich gesagt, Du in dem Koffer”! (Suitcase = Koffer! Suit = Anzug! - die Vokabeln hab ich jetzt drauf!)
Naja, nichtsdestotrotz, oder gerade deshalb haben wir uns getroffen, und verbringen seitdem immer wieder mal Zeit miteinander. Er kennt hier nämlich auch noch nicht so viele Leute, da er auch erst vor 2-3Monaten hergezogen ist. Er ist Südafrikaner und arbeitet seit 5 Jahren als Anwalt, zuerst in Perth, und jetzt für mindestens 1 Jahr in Broome.
Ist interessant mit Ihm Zeit zu verbringen, und viel über Südafrika und Zimbabwe (wo er aufgewachsen ist) und seinen Job hier zu erfahren. Neulich gabs sogar typisch afrikanisches Essen! Und außerdem hab ich noch nie einen südafrikanischen Anwalt mit einem Marijuanablatt auf dem Oberarm tättowiert kennengelernt! Als ich die Tättowierung zum Ersten mal gesehen habe, musste ich erstmal total lachen, und konnte nicht glauben, dass sie echt ist, aber jeder hat so seine Vergangenheit, und manchmal kann und/oder will man sie nicht vertuschen, weil sie einfach zu einem selbst gehört!

Und dann habe ich hier am Spielplatz noch Lya (Ursula) aus Würzburg kennengelernt, die auch noch vor nicht allzu langer Zeit hier als Traveller mit Ihrem eigenen Auto durch Australien gereist ist, aber mittlerweile Mama von einem einundhalbjährigen Sohn ist.
So schnell kanns gehen! Sie hat sich damals in einen Australier aus Cairns verliebt, einige Monate zusammen verbracht, schwanger geworden, Ihr Kind in Deutschland zur Welt gebracht, und jetzt ist sie seit letztem Herbst hier in Broome! So schön das vielleicht für manche klingen mag - AUSTRALIEN! SCHÖNES WETTER! MEER!.. Sie hat es nicht leicht, und langweilt sich hier ziemlich! Daher ist sie zum Glück ein abschreckendes Beispiel für mich ;-)!
Ihr Alltag besteht daraus, auf den Kleinen aufzupassen - weit weg von Ihren Freundinnen, die auch schon Kinder in Deutschland haben! Eigentlich ist sie Architektin, aber sie arbeitet nur wenige Stunden hier in Broome, weil Timo sie braucht, und der Papa Vollzeit auf einer Perlfarm arbeitet.
Sprachlich ist es auch nicht immer so leicht für sie sich mit Ihrem Freund zu verständigen. Natürlich ist Ihr Englisch mittlerweile ziemlich gut, aber manchmal kann man einen Witz, Ironie, oder seinen wahren Charakter nicht so rüberbringen wie in seiner eigenen Muttersprache. Das fällt mir selbst auch immer wieder auf!
Klingt egoistisch, aber ich bin froh, dass ich nicht Ihre Probleme habe, denn jetzt ist auch noch das 2.Kind unterwegs, das auch in Deutschland geboren werden soll, und dann die große Frage: zurück nach Australien?!
Die Sache mit dem Auswandern habe ich früher, also vor meinem Reiseantritt anders gesehen. Ich habe es mir leichter vorgestellt, aber es gibt immer auch so viele Seiten, die sich erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren. Andererseits muss man sich vielleicht auch erst ein paar Jahre “einleben”, denn es braucht seine Zeit, bis man die Sprache gut beherrscht, und man eine gute Arbeit und Freunde findet. Es liegt an jedem selbst, was er aus seiner Zukunft macht. Manchmal muss man einfach etwas riskieren (wie z.B. Mama und Papa damals, als sie den Mut hatten die Slowakei zu verlassen, worauf ich sehr stolz bin)!
Ich will hier nicht meine Zukunft verbringen (aus momentaner Sicht), aber ich bin sehr, sehr froh, dass ich es riskiert habe, für ein Jahr aus meinem “Alltag” in Wien auszusteigen, und ich bin sehr froh, dass ich nicht kündigen musste, um mir diesen Wunsch zu erfüllen, sondern im Oktober wieder anfangen kann zu arbeiten (Danke Fr.Dr.Scholz!).
Es wird sicherlich hart und ungewohnt, aber darüber will ich jetzt noch gar nicht nachdenken, denn zum Glück habe ich noch 4 Monate vor mir! “Nur noch”!

Freitag, 23. April 2010

Nannyjob in Broome


Es ist Freitagabend (neun Uhr!) und ich sitz todmüde im Bett, und denke gar nicht erst ans Weggehen, DENN: Ich habe die letzten 2 Tage je 10 Stunden mit den Kids verbracht, und bin dementsprechend k.o.
Vor gut 2 Wochen war ich das erste mal bei Holly (der Mutter) und den Jungs, um mich vorzustellen. Der Job klang “easy” und babysitten ist ja nichts neues für mich, aber die 3 sind schon eine Herausforderung! Erstmal, weil es Zwillinge sind (Harry + Franky), und oft auch noch der große Bruder (Nicholas) dabei ist, der die Sache nicht einfacher macht. Im Gegenteil! Die Twins sind echt süß, und entdecken gerade die Welt! Egal um was es geht.. alles ist so neu und aufregend!
Jedes Blatt, ein Steinchen, die Spielsachen, und natürlich besonders die Dinge, die sie nicht anfassen sollen bzw. dürfen, wie z.B. die Fernbedienung, die DVD-Sammlung, oder die Klobürste! Nur ein Kleinkind mit 18Monaten ist nicht gerade einfach, aber bei zweien, bin ich ganz schön am rennen und beobachten, ob nicht wieder einer was anstellt. Solange sie in der Nähe spielen ist das machbar, aber leider ist das nicht immer der Fall, und ich weiß gar nicht wohin zuerst in dem schönen großen tropischen Garten der Family. Für Kinder echt ein Paradies - es gibt 2 Schaukeln, ein großes Trampolin, und viele bunte Spielsachen. Soweit ist das ja noch nichts besonderes, aber die Bäume! Mir wird immer wieder bewusst, dass ich hier in den Tropen bin! Wunderschön. Rießig. Grün. Das hat aber leider auch den Nachteil, das dort “viele Gefahren” lauern können. Die giftigen Tiere in Australien!
Neulich saß Franky auf der Terasse und ist erschrocken, weil eine ca. 30cm große Echse auf Ihn zugelaufen ist. Ich bin allerdings noch viel mehr erschrocken, und hab reflexartig den Kleinen gepackt, und weg war die Echse auch schon wieder. Sie war zwar nicht gefährlich (wie ich später erfahren habe), und hatte wahrscheinlich genauso viel Angst vor uns wie wir vor Ihr, aber man kann ja nie wissen! Besonders nachdem Holly, die Mama, bei dem Haus- und Gartenrundgang am Anfang gesagt hat, das es schon sein könnte, dass man mal eine Schlange sieht!! Die habe ich zum Glück noch nicht gesehen, aber dafür einige große Spinnen in Ihrem ca. 1m großen Spinnennetz! Ob die giftig sind?? Keine Ahnung! Hauptsache weg hier mit den Kids! Die werden aber zum Glück auch schon so erzogen, dass sie aufpassen müssen, denn der vierundhalbjährige sagte heute zu mir:
“Man sollte keiner “Redbackspider” begegnen, weil man sonst tot ist, und seine Familie und Freunde nicht mehr sieht”! Wie wahr!
Nicki kann manchmal echt ein Engel, aber auch ein kleiner Teufel sein. Er hat es natürlich auch nicht leicht als großer Bruder von Zwillingen, aber trotzdem… heute gabs leider Ärger, da er mich gehauen hat, und nicht zum ersten mal gesagt hat, dass Ihm meine Regeln egal sind, und ich blöd bin!
Hmm..L! Nachdem ich mal ein ernstes Wörtchen mit Ihm geredet habe, hat er zwar erstmal geschmollt, aber nach 10Minuten war alles wieder vergessen, und er war ganz lieb!
Ist alles nicht so einfach, aber ne Erfahrung, und vielleicht ne gute Übung ;-)! Kann nur sagen, dass der Mamajob inkl. Kochen, Putzen und allem drum und dran nicht zu unterschätzen ist. Weiss nicht, was anstrengender ist.. 8Stunden Arbeit im Büro, oder 24 Stunden Mutter?! Hiermit - wenn auch etwas verfrüht zum Muttertag: Danke Mama für alles was Du damals, und auch jetzt noch für mich tust!

Montag, 19. April 2010

Aussie -WG in Broome


Seit gut 2 Wochen bin ich nun schon in Broome, und wieder ist alles komplett anders als das was ich vorher hatte. Schon von Anfang an meiner Reise hab ich mir erhofft, irgendwann in einer WG mit Australiern zu leben. Die Zeit in der Wohnung in Sydney mit Anja, und auch die verschiedenen Hostelerfahrungen waren super, aber ich wollte wissen, wie die Australier leben, was sie für Geschichten zu erzählen haben, und von Ihnen Englisch lernen ;-)! Das alles inklusive viel Spass habe ich gerade in einem sehr schönen Haus in Broome. Ich wohne hier mit Leigh und Simone (ein Pärchen mitte 20 aus Canberra) und momentan Franky (aus Sydney)und Mikey (aus Perth) zusammen. Diese ziehen aber am Freitag nach 2 Wochen hier schon wieder aus - zumindest vorübergehend. Das Haus, in dem ich wohne gehört “meinen Arbeitgebern” (ja ich habe einen Job) und ist das Crewhaus, in dem immer unterschiedliche Mitarbeiter vom Boot übernachten.
Ich habe einen Job als Nanny bei einer Familie (3 Kids, u.a. 18Monate alte Zwillinge!) gefunden, die hier in Broome ein Bootsunternehmen führt. Oder besser gesagt, die mit einer Luxusjacht für 35 Passagiere verschiedene 1 bzw. 2 wöchige Touren an den Küsten Australiens anbietet. Pro Tour sind auch ca.20 Angestellte an Bord, und wenn nach 1Monat Arbeit 2 Wochen Urlaub angesagt sind, übernachten sie für 1-2Nächte, oder manchmal auch länger hier. Simone arbeitet aber hier in Broome im Büro, und ist deshalb ständig hier, und Leigh ist momentan für einige Monate zu Besuch und hat einen Nebenjob bei Woolworth - einer großen Supermarktkette hier in Australien. Mein Zimmer ist recht einfach eingerichtet, aber ich hab ein Zimmer allein für mich, und das Haus an sich ist echt super! Es gibt eine rießige Küche bzw. Wohn- und Esszimmer, und einer große Terasse mit großem Grill und Aussicht auf den Garten in dem ein keines Fischerboot von Leigh steht. Nur der Pool fehlt;-)!
Fischen war ich mit Leigh zwar noch nicht, aber ich kann fast täglich miterleben, ob bzw. was er gefangen hat. Hin und wieder ist auch ein Hai dabei, den er aber (aus geschmacksgründen) wieder ins Meer zurückwirft und überleben lässt.
Live dabei war ich noch nicht, aber von einem großen leckeren Fisch durfte ich schon probieren.
Heute gabs allerdings Schnitzel! Nachdem ich erzählt habe, dass ich eigentlich in Wien wohne, “musste” ich versprechen unbedingt mal Wiener Schnitzel zu machen. Nachdem ich gestern mit Thaifood bekocht wurde, habe ich also heute mein bestes gegeben, und viele leckere Schnitzel, Reis und Salat gemacht. Alle waren satt und zufrieden, und ich war froh, dass alles so gut geklappt hat.
Vielleicht probier ich die nächsten Tage mal einen Apfelstrudel, oder Kaiserschmarrn. hmm.. lecker die Wiener Küche!

Freitag, 2. April 2010

Travelling in Western Australia with Eva and Martin



Mittlerweile bin ich in Broome angekommen, aber die Reise dorthin war ein langer Weg! Aber ich will mich nicht beschweren, denn im Vergleich zu anderen “Langzeitreisenden” hatte ich einen schönen, luxuriösen Mietwagen mit Klimaanlage! Der Grund: Ja, meine Schwester Eva und Martin (Ihr Mann) waren mit mir 2 Wochen auf Reisen, oder besser gesagt ich mit Ihnen. Wir haben uns am 13./14. März in Perth getroffen, wo ich auf die beiden in der Nacht in deren gebuchten und bezahlten 2-Zimmer-Appartment gewartet habe! Danke Evi und Martin hiermit für die Einladung!!
Nach wir bei unserem ersten entspannten, späten Frühstück erste Pläne für die gemeinsame Reise geschmiedet haben, sind wir am Nachmittag auf Perth-Sightseeing-Tour gegangen. Allerdings mussten wir schon bald feststellen, dass, obwohl Perth eine Großstadt ist, hier einiges anders abläuft bzw. früher schließt, als wir es aus Europa gewohnt sind. Was ich meine sind die Öffnungzeiten! Einschließlich die der Restaurants und Bar! Nachmittags hat uns noch nicht der Hunger geplagt, wir haben uns den tollen Kingspark angeschaut, die neue und “alte” Architektur der Stadt bewundert, und uns auf ein schönes Restaurant, mit anschließendem Barhopping gefreut. Ok, es war Sonntag, aber das die Stadt wie ausgestorben war, hat uns schon geschockt. Überhaupt ein schönes, geöffnetes Restaurant zu finden, war die eine Sache, aber das wir um neun Uhr nichts mehr zu essen bekommen, war schon unglaublich! Weil wohl so wenig los war, haben sie in dem Lokal in dem wir immerhin noch einen Drink bekommen haben, beschlossen, früher Schluss zu machen! Das ist ne vielleicht ne Arbeitsmoral! Zum Glück haben wir noch in einem 24-Stunden Pub einen Burger bekommen, und waren wenigstens früh zu Hause, nachdem wir danach keine Bar gefunden haben, die offen hatte!
Wenigstens waren wir fit für den nächsten Tag, wo wir nach Fremantle gefahren sind. Leider hat es Eva und Martin nicht so gut gefallen, wie mir die Tage vorher, aber ich muss auch sagen, dass wir am Cappuccino Strip (der Cafestraße) einige komische Leute rumlaufen gesehen haben, die Bedienung sich dort ewig Zeit gelassen hat, und die Zeit am Strand leider auch nicht so schön war, wie “zu meinen Zeiten”, da es wahnsinnig windig war, und wir nach kürzester Zeit überall Sand hatten. Also ab nach Perth, und ein neuer Versuch ein nettes Restaurant zu finden. Diesmal hatten wir Glück: wir haben in einem anderen Stadtviertel gesucht, und waren früher dran (wir lernen ja dazu)! Aber auch hier wurde gegen halb zehn abkassiert, und eine Bar gabs danach auch nicht mehr! Kaum zu Glauben!
Am Dienstag, dem nächsten Tag haben wir unseren Mietwagen abgeholt - leider mit kleinen Anfangsschwierigkeiten - denn trotz Buchung, war anscheinend kein Auto für uns bereit gestellt! Was für eine Organisation - das sind wir natürlich nicht gewohnt! Aber zum Glück hatten wir Evi dabei, die erstmal gut Druck gemacht hat, dass ein Wagen her muss, und zwar schnell! Und - siehe da - nach einer guten halben Stunde hatten wir ein Auto (und sogar ein besseres als bestellt), und somit gings los!
Erstmal ab in den Südwesten Australiens. In die Gegend um Margareth River, wo es einige der besten Strände Australiens gibt!
Natürlich auch zum Surfen. Wir haben 2 Nächte in Prevelly verbracht, wo zufällig gerade eine Wordl - Surf - Competition stattfand. War wirklich interessant die Profis bei den rießen Wellen zu beobachten! Evi und Martin haben sich davon nicht abschrecken lassen, und somit gings für die beiden am nächsten Tag an einen wunderschönen einsamen Strand mit einer kleinen Gruppe zum Surfkurs! Parallel habe ich mir in der Zeit nach einigen Wochen auch wieder ein Brett geliehen, und gegen die Wellen “gekämpft”, aber Spass war natürlich auch dabei! Und Evi und Martin konnten verstehen, warum ich nach Monaten hier noch kein Profi bin! Es ist einfach schwerer als es aussieht. Genug vom Surfen geschrieben!
Jetzt gibt’s was Neues: Thema Winetasting! Im Südwesten Australiens gibt es sehr viele tolle Weingüter, und nachdem ich mit Evi und Martin unterwegs war, haben wir uns einige davon auch näher angeschaut.
Nachdem mir das nicht so wichtig war, habe ich mich auch als “Skipper” zur Verfügung gestellt, und durfte somit mit unserem PS -starken Wagen weiterfahren, was mir persönlich mehr Spaß gemacht hat, als Wein zu probieren.
Die nächsten Tage sind wir die Gegend im Südwesten abgefahren, teils durch Nationalparks mit u.a. uralten Steinformationen (die Pinacles) , haben uns einige Leuchttürme angeschaut, eine faszinierende Höhle (Jewel Cave in Augusta), und in Bunbury haben wir das Dolphin Centre besichtigt, und einen 1,5stündigen Ausflug mit dem Boot zur Delphinbeobachtung gemacht! Das war wirklich ein tolles Erlebnis! Noch nie zuvor habe ich so viele wild freilebende Delphine gesehen!
Ein weiteres, interessantes Erlebnis war die Delphinfütterung in Monkey Mia (schon nördlich von Perth), wo wir einige hundert Kilometer später ankamen.
Das war wirklich wie im Paradies - die verschiedenen Blautöne des Meeres, der weiße Strand, und dann aber der kurze Schock: eine Flosse!! Ein Hai? Ach nein, muss ein Delphin sein, der da nur 5-10Meter vom Ufer gemütlich entlang schwimmt! Das war anfangs wirklich total aufregend sie zu beobachten, aber nach 2 Tagen dort, hat mich sich schon daran gewohnt, obwohl es doch etwas beängstigend war, als sie nur 1-2 Meter an mir vorbei geschwommen sind. Monkey Mia war für Evi und Martin die Endstation Richtung Norden, da die beiden leider innerhalb von 2 Tagen wieder nach Perth zurück fahren mussten. Bis ans Ningaloo Reef (z.B. dem Städtchen Coral Bay) haben wir es zu dritt nicht geschafft, aber ich kann die beiden beruhigen: wenn man schon am Great Barrier Reef und Ägypten war, und nicht taucht, “muss” man dort nicht unbedingt hin. Nicht wenn es in Stress ausartet. Man kann einfach nicht immer alles machen. Ich habe dort zwar wieder 2 Tauchgänge gemacht, aber die Bootstour inklusive Schnorcheln mit Whalesharks ausgelassen. Aus dem einfachen Grund dass es sehr teuer war (für ca. 6Stunden unterwegs 300Euro). Wär bestimmt auch unglaublich gewesen mit bis zu 18meter langen Fischen zu schwimmen, aber die wird’s in einigen Jahren auch noch geben, und ich sollte jetzt erstmal Geld verdienen, da Australien einfach wahnsinnig teuer ist, und ich ja noch einige Monate vor mir habe. Wirklich sparen geht hier nicht. Selbst mit der billigsten Unterkunft (also den Hostels), und Einkäufen in großen Supermärkten gibt man sehr schnell sehr viel Geld aus. Alles kostet mindestens 1/3 mehr als bei uns!
Nach 20Stunden Busfahrt bin ich gestern in Broome angekommen, wo wir mir vorstellen kann, länger zu bleiben. Endlich wieder ein Städtchen (immerhin fast 14.000 Einwohner) mit Cafes, Boutiquen, Restaurants, und noch dazu dem tollen 22km langen Cable Beach, zu dem ich morgen gehen werde. Heute war ich zur Abwechslung mal nicht beim Sonnenuntergang, wofür Broome eigentlich auch bekannt ist, sondern beim Mondaufgang! Klingt witzig, aber der Mond ist gegen halb sieben aus dem Meer aufgegangen, und somit durch die Spiegelung im Wasser sah es nach einigen Minuten so aus, also Treppen vom Meer direkt zum Mond führen - daher auch der Name: Staircase to the Moon!

Freitag, 12. März 2010

Travelling with Mum




Eigentlich sollte ja Mama diesen Eintrag schreiben, aber nach einen Monat in Australien ist sie schon wieder zurück in Deutschland, und ich kann nur immer wieder feststellen, wie unglaublich schnell die Zeit hier verfliegt!

Mein 3.Besuch in Sydney war wieder ganz anders im Vergleich zu den beiden vorherigen, denn: Mama war ja dort, somit habe ich mit Ihr zusammen noch mal Sightseeing gemacht, ein BBQ mit meiner Cousine und Ihrem Bruder und Mama (Tante Marta, die auch gerade aus Prag zu Besuch hier waren), und einen Ausflug in die "Blue Mountains" - ca. 2 Stunden von Sydney entfernt haben wir auch gemacht.
Auch dort war ich zwar schon mal (vielleicht erinnert Ihr Euch noch an einen meiner ersten Beträge hier), aber diesmal hatten wir wirlich Glück, und es war wunderschönes Wetter, so das wir die Aussicht auf riesige (blaue) Wälder geniesen konnten, und auch eine kleine Wanderung gemacht haben.

Nach einigen Tagen in Sydney sind Mama und ich nach Melbourne geflogen, dort habe ich Mama die Besten Plätze gezeigt, und am 2.März ging es mit Lubos und Tante Marta mit dem Mietwagen los Richtung Süden zur "Great Ocean Road"!
Da die Sache mit dem Auto meine Idee war, und ich auch alles organisiert hatte, “durfte” ich auch gleich starten! Und klar:
Vor dem Shop stand eine Gruppe Touristen, und ich konnte nichtmal den Wagen aufsperren, ohne dass der Alarm losging…woher sollte ich auch wissen, dass ich nicht den Schlüssel, sondern nur den Knopf zum Aufsperren benutzen darf?! Soweit sogut! Alle startklar, angeschnallt, und dann das nächste: Scheibenwischer mit dem Blinker verwechselt, Panik, Aufregung, Gelächter draußen, “beruhigende Sprüche” von meinen Beifahrern drinnen, … dann gings aber endlich los! Und das gleich im absoluten Zentrum von Melbourne! Ich bin zwar hier in Australien schon vorher Auto gefahren,
aber noch nie in der Stadt, was doch einen erheblichen Unterschied macht, wenn alles für mich seitenverkehrt ist! Aber auch daran habe ich mich gewöhnt, und es ist zum Glück alles gut gegangen auf unserer einwöchigen Tour.
Aber beinahe wär das alles nicht so gut gelaufen, denn: wir haben fast ein Emu über bzw. angefahren! Klingt vielleicht lustig, aber in dem Moment war wir einfach nur geschockt, und heilfroh, dass nichts passiert ist. Zwar haben wir die Schilder an der Landstrasse mit den Känguruhs und Emus drauf wahrgenommen, aber die ersten Tage keines der Tiere gesehen (außer hin und wieder leider tote kleine Känguruhs am Strassenrand). Bis auf diesen einen Vorfall, als plötzlich am linken Straßenrand ein Babyemu war, und aus dem Nichts auf der rechten Seite ein großes Emu aufgetaucht ist! Mein Cousin, der zu dem Zeitpunkt gefahren ist, sah allerdings nur das Baby, ich das Erwachsene, dass sich wohl gerade überlegt hat loszulaufen, und ich darauf losgeschriehen habe, dass Lubos anhalten soll. Zum Glück hat er schnell genug reagiert und verlangsamt, und somit sind wir gerade so um die 20-30cm an den großen Vogel vorbeigefahren! Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir den angefahren hätten! Nicht nur für das Tier schlimm, sondern auch für uns und unseren kleinen “Kanaric” (slowakisch : Kanarienvogel - wie Mama unser kleines, gelbes Auto liebevoll genannt hat)!
Das war ein “negativ Highlight” unserer Tour, aber auch spannende “typisch australische” Erlebnisse haben die Woche sehr abwechslungsreich gemacht. Beispielsweise haben wir einmal einem Australier mit einem kaum zu verstehenden "Ozzieslang" eine Mitfahrgelegenheit gegeben, da seine Schrottkiste liegen geblieben ist, und er ca. 10km von der nächsten “Stadt” entfernt war. “Stadt” wird hier anscheinend eh alles genannt, was mindestens 3 Häuser und ein Geschäft hat. Für uns ist das ein kleines Dorf - wenn überhaupt - aber hier, ist das schon Grund genug, es im Lonely Planet zu erwähnen! Na wenn man das mit den all den Farmen, die kilometerweit voneinander entfernt sind, vergleicht, ist es schon mal gut, wenn man eine “Stadt” mit einem Geschäft “in der Nähe” hat.
Ein anderes, unvergessliches Erlebnis waren 100te von Känguruhs um unser Ferienhäuschen abends in dem Grampians Nationalpark, oder - ein anderes Emu hinter einem Zaun am Straßenrand! Das war "Australien Pur"!
Gegend Abend sind wir täglich in einem anderen mehr oder weniger kleinen Ort gelandet, nachdem wir tagsüber verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die “Twelve Apostels”, Wasserfälle, den Blue Lake in Mount Gambian, einen Nationalpark, und Adelaide angeschaut haben. Schade, dass wir nur eine Woche Zeit hatten - für eine Strecke von ca. 2200km, aber andererseits hat es vielleicht auch gereicht, 7 Tage 24 Stunden aneinander zu hängen!
Denn selbst Nachts haben wir meistens zu viert in einem Motelzimmer, Apartment und sogar mal in einem Jugendhostel geschlafen. Und dort waren noch so einige andere - wie Ihr Euch vorstellen könnt! Stockbetten, Platzmangel, Unordnung, … ein wahres “Erlebnis” für Mama, aber ich muss sagen, dass sie alles sehr gut mitgemacht hat, und somit auch versteht wie ich hier wirklich reise und lebe! Oft sind die Unterkünfte schön und nett beschrieben, aber was wirklich dahinter steckt, sieht man erst, wenn man ankommt!
Mit meinem letztem Hostel direkt im Zentrum von Melbourne, wo ich nochmal die letzte Woche verbracht habe (und mir u.a. die Haare habe schneiden lassen), und diesem hier in Fremantle bei Perth bin ich allerdings sehr zufrieden!
Bin hier für 4 Tage zum relaxen - dafür ist das Haus hier "The Old Firestation" mit einem rießigen Aufenthaltraum inkl. Free Internet, einem Billiardtisch, hunderten von Videos, und netten Leuten ideal. Das Meer ist nur einige Minuten entfernt, und endlich komm ich mal wieder zum Schwimmen im Meer, was eine super Abkühlung bei 38Grad ist! Das ist das Maximum bisher, denn gerade der letzte Monat war wettertechnisch sehr abwechlungsreich und teils auch recht kühl und regnerisch! Ja, auch das gibts in Australien - Mama weiss wovon ich spreche ;-)! Aber jetzt, wird s für mich Richtung Norden von "Western Australien" nur noch wärmer und wärmer! Hoffe auch für Euch Daheimgebliebenen, dass der Winter nicht mehr allzulang andauert!

Mittwoch, 3. März 2010

Wwoofing in Nowra


Gut einen Monat ist “mein Leben auf dem Land” schon wieder her, aber vergessen werde ich die Zeit bestimmt nicht so schnell!
Stellt Euch mich mal mit dreckigen Arbeitsklamotten auf nem Mini-Traktor vor… dann wisst Ihr vielleicht was ich meine!
Aber ich muss sagen: es war eine Erfahrung, ich hatte viel Spass, und jetzt weiss ich WIRKLICH, dass das Farmerleben nicht so meins ist, und die Chancen sehr gering sind, dass ich mich hier niederlasse ;-)!
Mit der Familie hatte ich allerdings großes Glück. Die Eltern (Annie and Wayne) waren total relaxt und haben versucht uns nicht zu überfordern, und auch die Kinder waren sehr aufgeschlossen und witzig.
Wir 3 Wwoofer (noch die Französin und eine andere Deutsche) haben in einem separaten Häuschen ca. 200m vom Familienhaus entfernt gewohnt, und konnten uns dort zurückziehen, wenn wir unserer Arbeit fertig waren.
Morgens sind wir gegen halb acht aufgestanden, da uns täglich um acht bei Annie unsere Aufgaben für den Tag mitgeteilt wurden. Unsere Wwoofingmama hat versucht, die Tage bzw. Aufgaben für uns abwechslungsreich zu gestalten. Am ersten Tag mussten/durften wir Holz hacken - allerdings mit einer Maschine und nicht mit der Axt(dabei haben wir auch Bekanntschaft mit einigen australischen Spinnen gemacht), bei Regen haben wir ein bisschen Hausarbeit gemacht, ein anderes Mal Holz und Tannenzapfen für den Winter zum Heizen gesucht, einmal einen Container voll Schrott ausgemistet, und an 2-3 Tagen mussten wir einen alten Stacheldrahtzaun abbauen. Das war die härteste Arbeit (zerkratze Arme und Beine danach), aber das musste auch mal gemacht werden.
Annie hat uns aber auch viel geholfen, und nebenbei viele interessante Familiengeschichten erzählt.
Sie ist eine sehr starke, dominante Frau, die jetzt mit dem Mann (Wayne) Ihrer verstorbenen besten Freundin zusammen ist… klingt merkwürdig, aber so ist das Leben manchmal.. man weiss nie was kommt.. man kann nur das Beste draus machen!
Wenn ich mir die beiden aber angeschaut habe, hatte ich den Eindruck, dass sie nach vielen Schicksalsschlägen und schweren Zeiten jetzt glücklich sind.
Es hat mich gewundert, dass Annie so offen über Ihr Leben und die Liebe mit Leuten redet, die sie kaum kennt, aber entweder ist es Ihre, oder die australische Art, oder sie hat es gerade uns erzählt, da die Wahrscheinlich-keit, dass wir uns Wiedersehen recht gering ist.
Auch was die Arbeit bzw. das Mithelfen im Haus - egal ob Putzen oder Kochen - anging, war sie sehr relaxt. Es gab keine Verbote oder strenge Regeln was wann wo sein soll, und trotzdem, oder gerade deshalb? hat alles geklappt, und es sah auch ordentlich und sauber aus.
Nachmittags - wenn das Wetter gut war - hat Wayne uns sogar öfter mal seinen Firmenwagen (einen Sprinter) geliehen, damit wir 3 Mädels zum Meer fahren konnten. War anfangs etwas ungewohnt - Linksverkehr!, und dann auch noch mit dem großen Auto, aber es ist alles gut gegangen, und es war super, dass wir die Gelegenheit hatten rumzufahren, und tolle, breite, weite, weisse Strände zu sehen! Die Gegend - Jervis Bay - ist wunderschön, und ohne die Wwoofingstelle bzw. das Auto von Wayne hätte ich die Gegend von Australien wohl nie so sehen können.
Einmal haben uns Wayne und Annie uns spontan Mittags für 2 Stunden an einen einsamen ewig weiten, weissen Strand mitgenommen, und da Wayne sein Surfboard mit dabei hatte, könnte auch ich mal wieder auf dem Brett stehen! Und ja! Ich konnte wirklich auch stehen und nicht nur liegen!
Abends nach unseren Ausflügen haben meistens wir für die ganze Family gekocht, und danach entweder mit den Kids Karten gespielt, oder wir hatten Zeit für uns, und haben diese im Internet verbracht ;-)!
Nach fast 2 Wochen war ich allerdings auch wieder froh, als ich wieder in Sydney unter andere Leute kam.
Außerdem hat dort bereits Mama bei Ihrer Freundin Marietta auf mich gewartet!

Donnerstag, 4. Februar 2010

Melbourne



In Melbourne ging es mir wie vielen anderen auch.. Ich hab in meinem Hostel von Tag zu Tag verlängert, weil es mir so gut gefallen hat, und ich auch keinen Grund hatte die Stadt zu verlassen.
Habe in 2 Wochen Dinge gemacht, die nicht unbedingt alltäglich sind, wie z.B: ein Tag bei den “Australien Open” verbracht, und mir Tennis angeschaut. Hab ja eigentlich keine Ahnung von dem Sport, aber wenn schon mal die ganze Stadt davon redet, und ich zufällig gerade da bin, hab ich mir eine Karte gekauft, und mir das mal näher angeschaut. War echt interessant, die vielen Tenniscourts/Spieler zu sehen, aber ein Tag hat mir auch gereicht, weil ich mich wohl nicht gut genug auskannte, um mitfiebern zu können!
Ein weiteres Highlight war ein Abend im Botanic Garden beim Openair Cinema - ich war ja schon öfter im Freiluftkino, aber dort war die Location schon besonders cool… eine riesige Leinwand inmitten des grünen Park, und im Hintergrund die Skyline von Melbourne. Und dann noch die warme, aber windige Nacht! Haben Avatar angeschaut, und hatten das Gefühl mitten drin zu sein!
Und dann gabs da noch den in "Australia Day" am 26.Januar, an dem ich mit Loredana und Sandra beim "Big Day Out" - DEM Festival in Melbourne war. Die Karte hat mich zwar fast soviel gekostet wie ne Woche im Hostel, aber das war s wert!
Ne rießige Open-Air-Party mit u.a. Lilly Allen, Muse und vielen anderen!
Geh ja eigentlich eher selten oder ungern auf Festivals oder Konzerte, aber das war schon wirklich cool, wie die Masse von Leute bei einer Band so abgehen kann!

Nach so viel verschiedenen Unternehmungen und Erlebnissen in den letzten Tagen, WOchen und Monaten habe ich aber auch immer wieder mal ans Arbeiten gedacht, u.a. an meinen “normalen Job” als Orthoptistin, und in Melbourne bin ich zufällig am “Eye and Ear Hospital” vorbeigelaufen, und dachte mir, dass es interessant sein könnte, mir die Klinik mal von innen anzuschauen.
Habe also meinen Lebenslauf abgegeben und durfte nur einen Tag später einen Vormittag in der Orthoptikabteilung zuschauen.
Im Vergleich zu München oder Wien haben sie dort nicht 4-5 Orthoptistinnen, sondern um die 20! Der Unterschied ist allerdings, dass diese auch viele andere Aufgaben übernehmen, die bei uns die Augenärzte oder Krankenschwestern machen würden.

Nach ca. einer Woche in Melbourne habe ich - überraschenderweise - eine positive Nachricht von einer Wwoofingfamilie bekommen.

Was Wwoofing ist?! - Willing workers on organic farms.. d.h. man kann sich für ca. 40 Euro als Mitglied registrieren lassen, bekommt ein Buch, in dem superviele Farmen in Australien drin stehen, die Hilfe gebrauchen könnten, und dann liegt es an einem selbst, die Farmen zu kontaktieren und dort eine zeitlang zu leben. Im Gegenzug dazu wohnt man dort umsonst, bekommt die Verpflegung, und bekommt das australische Leben auf dem Land mit. Als ich in Sydney überlegt habe, was ich machen soll, habe ich mir dieses Büchlein gekauft, und einige Familien angeschrieben, ob sie jemanden brauchen könnten, aber nachdem zu dem Zeitpunkt keine Stelle frei war, bin ich eben erstmal nach Melbourne, was sich definitiv gelohnt hat.
Nicht zu vergessen mein letztes Wochenende in Torquay - das “Tor zur Great Ocean Road”!
Wir (die "Melbournerin" Lauren, die ich auch in Byron Bay kennengelernt habe und Loredana) sind am Samstag morgen los, haben im Hostel in Torquay eingescheckt, und dann ab zum Beach. Bzw. erstmal zum Surfershop, da Loredana und ich uns nach unserer Zeit als “Surferchicks” in Byron wieder mal ein Surfboard leihen wollten.
Und es war wieder mal so cool, und hat viel Spass gemacht, auf dem Brett zu stehen bzw. zu liegen J! Wir waren am Surferbeach, und die Wellen waren der Hammer.. eine nach der anderen.. war schon richtiger Stress im Wasser.. ganz anders als in Byron, wo man sich beim Warten auf die nächste Welle auf seinem Brett sonnen konnte oder mit dem Surferboy flirten!
Auch der Abend bzw. die Nacht war anders, aber um das hier zu erläutern, würde ich morgen noch hier sitzen! Nur so viel: Gin-Tonic, der nicht abkassiert wurde, ne Rock n Roll Band, 2 Radler die uns verfolgt hatten, ganz viele, witzige Gespräche, lange Spaziergänge, ein unglaublicher Sonnenaufgang, usw., usw…

Jetzt sitzt ich jedenfalls “irgendwo im nirgendwo” und erhol mich von meinem Backpacker/Hostel/Party-Leben. Der nächste Ort ist 15km entfernt, Sydney ca. 3 Stunden, der nächste Nachbar ca. 20-30Minuten zu Fuß. Für mich ist das schon “Land pur”, aber für australische Verhältnisse ist das noch gar nichts. Im Outback können die Nachbarn mehrere Autostunden entfernt sein ;-)! Aber mir reicht das hier für den Anfang!
Nach einem unvergesslichen Wochenende in Torquay bin ich von Sonntag auf Montag wieder 12 Stunden nach Sydney gefahren, habe dort einige Stunden die Zeit totgeschlagen, und am Nachmittag Sauvanne getroffen, mit der ich zusammen nach Nowra/Bomaderry bei der 7-köpfigen Patchworkfamilie angekommen.

Freitag, 22. Januar 2010

Lift from Sydney to Melbourne


Nach über 4 Wochen in Sydney hab ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss! Nach und nach hat sich Ende Dezember bzw. Anfang Januar meine “Clique” aufgelöst, und ich hatte das Gefühl etwas neues machen zu müssen. Eine eigene Wohnung zu haben und kein “Backpacker” zu sein war super, aber es war Zeit für was neues! Am 12.Dezember musste ich ausziehen, und bin erstmal wieder zu meiner Cousine gezogen, um mich von dort intensiv (freies Internet!) um meine Jobsuche bzw. Zukunft hier zu kümmern. Hab eine Anzeige fürs Kellnern und/oder Babysitten aufgegeben, aber leider fast keine positiven Antworten bekommen, sondern oft SMS oder Anrufe von Leuten, die mit Ihren Stellenangeboten weit von meiner Vorstellung entfernt waren… . Da frag ich mich schon, ob manche nicht lesen können!? Letzten Freitag hätte ich dann eigentlich doch so eine Art “Probearbeiten” in einem Cafe haben sollen, und dann wurde das 20 Minuten vorher abgesagt weil wohl nichts los war wegen dem Regen. Daraufhin dachte ich mir dann “Ich muss raus Sydney”, denn nur dort rumhängen und Geld ausgeben (und Sydney ist teuer!) bringt mir nichts!
Also hab ich mir für den nächsten Tag meinen Greyhoundbus gebucht (da ich keinen “Lift“ = Mitfahrgelegenheit bekommen habe), und es sollte am Samstag nach Canberra gehen. Jeder hat zwar gesagt, dass man sich das sparen kann - auch wenn es die Hauptstadt ist, aber ich dachte mir, es wäre ein guter Zwischenstop auf dem Weg nach Melbourne.
Am Samstagmittag gings also wieder los, aber alle meine Pläne haben sich innerhalb von 30 Minuten geändert, und ich hab gemerkt, dass ich wieder auf im “Backpackerleben” angekommen bin.
Gerade als ich auf dem Weg zum Bus war, hat mich einer angerufen, der mir einen Lift geben wollte. Spontan wie ich bin, hab ich den Greyhoundbus und mein gebuchtes Hostel in Canberra abgesagt, und bin dann einige Stunden später mit einem dt. Pärchen, die sich hier ein Auto gekauft haben und vier anderen - 3 Deutsche mal wieder und ein Franzose die Küste Richtung Süden heruntergefahren. Einen wirklichen Plan gab es nicht, wir wollten einfach gemütlich Richtung Melbourne, mit Zwischenstops an Orten die uns gefallen. Alles hätte so schön sein können (tolle Strände, Nationalpark..)…wenn nur das Wetter mitgespielt hätte! Aber leider war es ständig bewölkt, und auch Regen gab es nicht selten. Wir haben “wild” gecampt, und somit sehr provisorisch gekocht (natürlich Nudeln mit Tomatensoße - schnell und billig) und geduscht (Deo!).
Für mich Stadtkind waren die 2 Tage und Nächte (ohne Isomatte, Schlafsack und Dusche !) aufm Weg runter wirklich hart, aber was einen nicht umbringt macht einen stark! Oder wie war der Spruch ;-)?!
Umso mehr habe ich mich wieder auf ein Bett im Hostel gefreut, besonders nachdem es hier in Melbourne so schwer war etwas zu bekommen. Denn: es sind gerade die Australien Open (Tennis), Public Holidays, und nächste Woche am 26. Janurar auch noch der “Australien Day”! Das heißt ich hab bestimmt 15 Hostels angerufen, bevor ich was anständiges, nicht überteuertes gefunden habe. Die ersten 2 Tage habe ich hier mit 4 Leuten vom Lift verbracht, aber jetzt habe ich “alte Freunde” von der Ostküste getroffen, mit denen ich mich gut versteh, und nachdem mir auch Melbourne echt gut gefällt, habe ich mich entschieden, hier auch noch ein Woche zu bleiben.
Bin sehr froh über meine Entscheidung, dass ich Sydney vorübergehend verlassen habe, und freu mich, Melbourne zu entdecken!