Hier sitze ich nun im kalten Neuseeland und denke zurück!
Meine aufregende und super Zeit in Australien ist rum!
Kann nicht sagen, was bzw. wo es mir am Besten gefallen hat. Fast 9,5 Monate sind eine lange Zeit, aber einer meiner Highlights war auch mein Trip ins Outback.
Nach meiner langen Zugfahrt (fast 2000km) bin ich in Alice Springs angekommen, und habe gleich meinen ersten Kälteschock bekommen.
Ich dachte es wird erst in Neuseeland kalt, und in der Wüste ist es tagsüber immer warm, aber schon der Schaffner hat uns Gäste mit einer Durchsage gewarnt, dass es draußen nur 6° hat! Nach meiner langen Zeit im Westen und Norden Australiens (tropisches Klima!), war es eine ganz schön krasse Umstellung, und trotz "Zwiebellook" habe ich gefroren. D.h. mein erster Gedanke: ich brauche warme Kleidung!
“Alice” ist eine kleine Stadt, aber es gibt doch 2 Einkaufszentren, in denen ich mich eingekleidet habe. Zumindest das Wichtigste wie eine Mütze, 2Langarmshirts, dicke Socken und einen weiteren Pullover. Zu viel sollte es aber auch nicht sein, da ich ja zum Glück nur 2-3Wochen die Kälte durchstehen muss.
Nach meinem Einkauf habe ich mich in Alice umgeschaut, was allerdings nicht allzu lang gedauert hat, da es ein einfaches, kleines Städtchen mitten in der Wüste ist. Immerhin gibt es einen Aussichtshügel (Anzac Hill), von wo aus man einen guten Überblick über die Stadt und die Landschaft hat.
Am nächsten Tag ging auch schon meine 3-tägige “Rocktour” ins Outback los. Wir waren eine sehr nette, internationale Gruppe (2Dänen, 2Portugiesinen, 4Japaner, 5Deutsche, 2Engländer ..) und unser Tourguide und sein “Lehrling” waren auch sehr nett, und haben uns gut mit vielen interessanten Infos versorgt.
Zu Beginn der Reise konnten wir zum Glück erst noch für einige Stunden schlafen, da Alice Springs ca. 400km von Kings Canyon und den anderen Sehenswürdigkeiten weg ist.
Gegen Mittag sind wir allerdings bei dem Nationalpark Kings Canyon angekommen und los gings wieder mit wandern :-)! Früher hat mir das ja nie besonders Spass gemacht, aber komischerweise seit ich in Australien war und doch schon einige Kilometer zu Fuss zurückgelegt habe, habe ich Gefallen daran gefunden. Ob es an der Natur, der Luft oder den Menschen hier liegt? Keine Ahnung. Mal sehen, ob meine Wanderslust in Österreich anhält?!
Den Canyon haben wir jedenfalls ca. 3Stunden erkundet, und es war wirklich super! Wenn auch die Steigung zu Beginn sehr hart war - es hat sich gelohnt: der Ausblick war unglaublich!
Nach unserer ersten Tour mussten wir wieder einige Zeit fahren, bis es hieß: “alle aussteigen und Holz suchen fürs Lagerfeuer am Abend”!
Also los in die Wildnis und suchen.. war echt lustig. Ich hab mich von Anfang an hauptsächlich mit den deutschen Mädels sehr gut verstanden, und wir hatten unseren Spaß, denn so was haben wir noch nie gemacht! Im australischen Busch rumlaufen und Brennholz suchen! Das war aber noch nicht alles: Das Abenteuer ging Abends erst richtig los, denn wir haben irgendwo in der Wildnis gecampt. Also nicht schön am Campingplatz mit Dusche, Küche usw. (das wär ja für mich schon abenteuerlich genug), sondern irgendwo ab von der Strasse, wo es nur eine Feuerstelle gab, und ein provisorisches Dach aus Plastikplanen für den ungewöhnlichen Fall, dass es regnen sollte.
In der Dunkelheit haben wir unsere Schlafsäcke und Essen vorbereitet, und dann ging s ans “kochen”. Hab ja schon einige BBQs in Australien mitgemacht, aber eigentlich war es immer ein Elektrogrill, und es gab Fleisch, Würstchen und gegrilltes Gemüse, aber die Art das was wir im Outback gemacht haben, war wirklich was komplett neues für mich. Direkt auf die heiße Kohle wurden riesige Töpfe und Pfannen gestellt, und - kaum zu glauben - am Ende hatten wir ein leckeres Chilli Con Carne, Reis und verschiedenes Gemüse!
Satt und zufrieden saßen wir ums Feuer, die Tourguides haben uns mit Kennenlern- und Trinkspielen bei Laune gehalten, bis -unglaublich, aber wahr - es angefangen hat zu regnen!
War ja klar - dachte ich mir nur - Julia ist in der Wüste und es regnet, genauso wie an Weihnachten in Sydney, meiner 1.Campingerfahrung anfang des Jahres oder an meinem geplanten Ausflug auf die Whitsunday Island an meinem Geburtstag! Ich hab aber auch ein Pech!
Wir haben uns unter dem “Dach” versteckt, und die Nacht bei starkem Wind und Regen überlebt! Wir hatten zwar nicht nur Isomatten und Schlafsäcke, sondern einen Swag - das ist sozusagen eine wind- und wetterfeste Hülle für den Schlafsack, aber letztendlich ist doch jeder mehr oder weniger Nass geworden. Am nächsten Morgen hat es zwar aufgehört zu regnen, aber es war weiterhin grau. Zum Glück war morgens wieder erstmal eine ca. einstündige Autofahrt angesagt, wo wir unseren Schlafmangel ausgleichen konnten, bevor es zur nächsten Wanderung ging. Wir sind an den Steinformationen “Katu Tjuta” oder umgangssprachlich den “Olgas” angekommen. Es war toll zwischen den riesigen Steinen und der Hügellandschaft zu wandern (es sah aus wie eine Kulisse für einen Fantasyfilm!), und zwischendurch gab es immer wieder sehr interessante Infos über die Landschaft, die Aborigines und deren Kultur und Kunst. Auf schnelle und einfache Weise hat uns z.B. der Tourguide anhand von eben gefunden Steinen gezeigt, wie diese für die bunten Bilder der Aborigines angewendet werden.
Gegen Nachmittag ist zum Glück auch die Sonne rausgekommen, und somit hatten wir einen tollen Blick zum nahegelegenen Ayers Rock (“Uluru”).
Die 2.Campingnacht war an einem Campingplatz, jedoch wieder ohne Zelt, und dementsprechend kalt, aber immerhin hat es nicht geregnet, und wir haben als “Gutenachtgeschichte” ein bisschen Sternenkunde bekommen - inklusive Erklärung wo das “Southern Cross” ist, das man nur hier sieht, und wie man von dort aus heraus findet wo eben der Süden ist!
Unser 3.Tag begann noch früher als die beiden vorherigen, denn wir wollten den Sonnenaufgang am Uluru sehen! Es war zwar sehr kalt, aber mit einer Tasse Tee war es ok, und die Aussicht war wirklich super.
Nach unserem Frühstück dort, war Morgensport angesagt: einmal rum um den Ayers Rock - 10km in gut 1,5 Stunden!
Theoretisch hätte man auch auf den Berg steigen können, aber aus unserer Gruppe hat sich keiner dazu entschieden, da es einfach eine Sache des Respekts gegenüber den Aborigines ist, und außerdem auch sehr steil und somit gefährlich ist.
Auf unserer Heimfahrt hatten wir noch die Gelegenheit auf Kamelen zu reiten, was ich aber nicht mitgemacht habe, da ich das schon mal gemacht habe. Mir hat es gereicht, dass ich eine Horde kurz vorher in freier Natur gesehen habe. Es gibt sie also wirklich: die wilden Kamele in Australien! War es also doch nicht nur eine Geschichte der Tourguides, als diese am ersten Abend deren Sch.. von unserem Campingplatz weggeräumt haben ;-)!
Nach 3 Tagen voller neuer Erlebnisse haben wir uns alle sehr auf eine Dusche und einen Abend in der “Rockbar” in Alice gefreut, wo wir noch mal alle zusammensitzen konnten, bevor am nächsten Tag die meisten wieder in die verschiedensten Richtungen Australiens gereist sind. Ich bin noch ungewöhnlich lange in Alice geblieben - noch weitere 2 Tage, aber das war ok, denn somit hatte ich Zeit für mich um einige Sachen für meine Weiterreise zu organisieren.
Am 14.Juli gings dann aber zum 4. und vorerst letzten Mal nach Sydney. Hatte dort noch einen schönen letzten Tag mit Radka in der Stadt verbracht, aber am Freitag, den 16.Juli hieß es dann wirklich “Goodbye Australia”.
Im Flugzeug saß ich mit gemischten Gefühlen: “Eine unvergessliche Zeit in meinem Hauptreiseland ist rum, aber es kommt was neues Spannendes“. Ich bin einfach froh, dass bisher alles so gut geklappt hat, ich nicht ernsthaft krank war, nicht bestohlen wurde, nicht an die “falschen” Leute geraten bin, von keiner Spinne, Krokodil, Schlange oder sonstigen “gefährlichen australischen Tieren” gebissen wurde, keinen Unfall hatte.. usw. usw…
Wenn meine weitere Reise weiterhin so gut verläuft bin ich mehr als zufrieden und nehme auch die Kälte hier in Kauf ;-)! Genießt wenigstens Ihr in Europa die heißen Tage!
Geschrieben in Queenstown, NZ am 19.Juli 2010
Julchen, warmes Wetter macht hier auch gerade Pause. Bitte Update über Neuseeland, Australien kennt ja jeder ;)
AntwortenLöschenAlles Gute aus München!
Andrea