Nach meinen Leben in Broome und auf dem Boot, hab ich einen kleinen Schock bekommen, als ich wieder in meinem “alten Backpackerleben” war. Am letzten Tag an Bord habe ich noch mitgeholfen das Boot für die neuen Passagiere blitzblank zu putzen, und abends in meinem Hostel hingen die Spinnennetze von der Decke, und der Boden war staubig - was für ein krasser Gegensatz!
Aber ich musste mich damit abfinden, auch wenn ich 1-2Tage gebraucht habe, meine Erlebnisse zu verarbeiten und wieder “runterzukommen”.
In Kununurra, eine kl. Stadt zwischen Broome und Darwin, habe ich 3 Nächte verbracht, und dort zum Glück Tobi wieder getroffen. Ich habe Ihn in Fremantle, im Südwesten Australiens vor gut 4 Monaten kurz kennengelernt, und zufällig wieder in Kununurra getroffen. Er ist aus Deutschland und reist eigentlich mit einer guten Freundin, aber zu dem Zeitpunkt war er alleine und konnte mir somit eine Mitfahrgelegenheit nach Darwin anbieten. Wir haben uns super verstanden, und es war schön, nach Wochen wieder ein langes, gutes Gespräch auf deutsch zu haben. Mein englisch ist zwar in Broome viel besser geworden, worüber ich sehr froh bin, aber trotzdem war ich froh, mal wieder deutsch sprechen zu können.
Unterwegs haben wir Kathrine Gorge besichtigt (einem Nationalpark mit einem großen Fluss), wo ich das 1.mal in Australien echt Angst hatte, wie und wo ich die Nacht verbringe. Denn wir sind kurz vor dem Sonnenuntergang dort angekommen, sind ca. 20 Minuten einen Wanderweg zum Aussichtspunkt rauf, und wollten nach dem Sonnenuntergang eigentlich auch genauso schnell wieder runter und uns dann um unsere Unterkunft kümmern. Allerdings haben wir uns für eine andere Strecke entschieden, und sind 8 km in Dämmerung bzw. schon Dunkelheit gelaufen. Wir hatten keine Taschenlampe, kein Wasser, kein Handyempfang, und sind die ganze Strecke über keiner Menschenseele begegnet. Schilder gabs auch keine, aber dafür seltsame Geräusche im Busch! Nach ca. 1 Stunden sind wir zum Glück ohne Schlangenbiss oder sonstigen Verletztungen am Parkplatz angekommen, und waren heilfroh, dass nichts passiert ist! Wer hätte das ahnen können, dass der Rückweg so viel länger ist, als der Hinweg?! Die Nacht ging spannend weiter, denn am frühen Abend als wir in Kathrine angekommen sind, habe ich das 1.mal hier in ein Hostel eingecheckt, und nach 10 Minuten wieder ausgecheckt, da es soo ungemütlich und stinkig war. Dementsprechend hatten wir gegen acht immer noch keine Unterkunft, und haben uns dafür entschieden, Geld zu sparen, und im Auto zu schlafen. Nachdem wir ne halbe Stunden in dem Ort rumgefahren sind, und einen guten, sicheren Schlafplatz ohne Hundegebell, Strassenbeleuchtung, oder Aborigines gefunden haben, konnten wir beruhigt, wenn auch nicht gerade bequem, einschlafen. Aber für eine Nacht war es schon ok.
Am nächsten Tag gings weiter Richtung Darwin. Am Nachmittag haben wir einen schönen Zwischenstop im Litchfield Nationalpark gemacht, und sind abends glücklich und todmüde in Darwin angekommen. Ich war positiv überrascht von der Stadt, da sie sehr modern und belebt war.
An meinem ersten Tag in Darwin habe ich mich erstmal orientiert wo ich bin, was es so gibt, und mich wegen Touren im Outback zum Uluru und in den bekanntesten und besten Nationalpark Australiens, den Kakadunationalpark, erkundigt.
Nach 3 Tagen in Darwin gings los: mit einer Gruppe zuerst noch mal in den Litchfield, dann in den Kakadunationalpark. Habe anfangs etwas gezögert, ob ich mir diesen Ausflug wirklich noch gönnen soll, denn ich war schon in anderen Nationalparks zuvor, aber ich muss sagen, dass das eine meiner besten Touren war. Wir sind viel gewandert, eine Bootstour in einem Krokodilfluss gemacht, sind in Wasserfällen geschwommen, haben neue Höhlen entdeckt, Aborigines-Rock-Art angeschaut, viele Infos über Land und Leute bekommen, Bier getrunken, viel, viel gelacht, und einfach ne super Zeit gehabt. Kann das alles gar nicht auf die schnelle erklären, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Außerdem hat sich dadurch meine weitere Unterkunft in Darwin für die kommende Woche sehr zum positiven verändert. Endlich wollte ich mal mit “Couchsurfing” anfangen. D.h. ich habe mein Internetprofil schön ausgefüllt, und 2-3Leute in Darwin die auch bei der Homepage registriert sind, angeschrieben, ob ich bei Ihnen wohnen kann. Als ich von der Tour zurückkam, hatte ich aber noch keine Antwort, und da Joel - unser Tourguide - selbst viel in Europa gereist ist, und fast nur couchsurfing gemacht hat, hat er mir angeboten, bei Ihm zu wohnen. Somit bin ich für ca. 1 Woche bei Ihm und seinen 2 Mitbewohnern in einer tollen, modernen Wohnung mit rießen Balkon inklusive Meerblick, eingezogen. X mal besser und billiger als im Hostel, und mit dem Vorteil, dass ich sehen konnte, wie die “Locals” (Einheimischen) wohnen. Habe mich mit Joel super verstanden, und wir haben seine freien Tage zusammen verbracht.. waren im Freiluftkino, aufm Markt, spazieren, und zum Ausgleich habe ich für Ihn gekocht, und Ihm zum Essen eingeladen. Nach 3Tagen musste er wieder auf Tour, und ich wollte eigentlich wieder in Hostel ziehen. Jedoch habe ich mich auch mit Claire, seiner Mitbewohnerin so gut verstanden, so dass ich noch 3 weitere Tage in der Wohnung geblieben bin, und mit Ihr Zeit verbracht habe, bis ich dann letzten Mittwoch in den GHAN-Zug gestiegen bin Richtung Alice Springs - meiner letzten Station - dem wahren Outback!
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