Dienstag, 20. Juli 2010

Outback: Alice Springs, Kings Canyon, Olgas and Uluru


Hier sitze ich nun im kalten Neuseeland und denke zurück!
Meine aufregende und super Zeit in Australien ist rum!
Kann nicht sagen, was bzw. wo es mir am Besten gefallen hat. Fast 9,5 Monate sind eine lange Zeit, aber einer meiner Highlights war auch mein Trip ins Outback.
Nach meiner langen Zugfahrt (fast 2000km) bin ich in Alice Springs angekommen, und habe gleich meinen ersten Kälteschock bekommen.
Ich dachte es wird erst in Neuseeland kalt, und in der Wüste ist es tagsüber immer warm, aber schon der Schaffner hat uns Gäste mit einer Durchsage gewarnt, dass es draußen nur 6° hat! Nach meiner langen Zeit im Westen und Norden Australiens (tropisches Klima!), war es eine ganz schön krasse Umstellung, und trotz "Zwiebellook" habe ich gefroren. D.h. mein erster Gedanke: ich brauche warme Kleidung!
“Alice” ist eine kleine Stadt, aber es gibt doch 2 Einkaufszentren, in denen ich mich eingekleidet habe. Zumindest das Wichtigste wie eine Mütze, 2Langarmshirts, dicke Socken und einen weiteren Pullover. Zu viel sollte es aber auch nicht sein, da ich ja zum Glück nur 2-3Wochen die Kälte durchstehen muss.
Nach meinem Einkauf habe ich mich in Alice umgeschaut, was allerdings nicht allzu lang gedauert hat, da es ein einfaches, kleines Städtchen mitten in der Wüste ist. Immerhin gibt es einen Aussichtshügel (Anzac Hill), von wo aus man einen guten Überblick über die Stadt und die Landschaft hat.
Am nächsten Tag ging auch schon meine 3-tägige “Rocktour” ins Outback los. Wir waren eine sehr nette, internationale Gruppe (2Dänen, 2Portugiesinen, 4Japaner, 5Deutsche, 2Engländer ..) und unser Tourguide und sein “Lehrling” waren auch sehr nett, und haben uns gut mit vielen interessanten Infos versorgt.
Zu Beginn der Reise konnten wir zum Glück erst noch für einige Stunden schlafen, da Alice Springs ca. 400km von Kings Canyon und den anderen Sehenswürdigkeiten weg ist.
Gegen Mittag sind wir allerdings bei dem Nationalpark Kings Canyon angekommen und los gings wieder mit wandern :-)! Früher hat mir das ja nie besonders Spass gemacht, aber komischerweise seit ich in Australien war und doch schon einige Kilometer zu Fuss zurückgelegt habe, habe ich Gefallen daran gefunden. Ob es an der Natur, der Luft oder den Menschen hier liegt? Keine Ahnung. Mal sehen, ob meine Wanderslust in Österreich anhält?!
Den Canyon haben wir jedenfalls ca. 3Stunden erkundet, und es war wirklich super! Wenn auch die Steigung zu Beginn sehr hart war - es hat sich gelohnt: der Ausblick war unglaublich!
Nach unserer ersten Tour mussten wir wieder einige Zeit fahren, bis es hieß: “alle aussteigen und Holz suchen fürs Lagerfeuer am Abend”!
Also los in die Wildnis und suchen.. war echt lustig. Ich hab mich von Anfang an hauptsächlich mit den deutschen Mädels sehr gut verstanden, und wir hatten unseren Spaß, denn so was haben wir noch nie gemacht! Im australischen Busch rumlaufen und Brennholz suchen! Das war aber noch nicht alles: Das Abenteuer ging Abends erst richtig los, denn wir haben irgendwo in der Wildnis gecampt. Also nicht schön am Campingplatz mit Dusche, Küche usw. (das wär ja für mich schon abenteuerlich genug), sondern irgendwo ab von der Strasse, wo es nur eine Feuerstelle gab, und ein provisorisches Dach aus Plastikplanen für den ungewöhnlichen Fall, dass es regnen sollte.
In der Dunkelheit haben wir unsere Schlafsäcke und Essen vorbereitet, und dann ging s ans “kochen”. Hab ja schon einige BBQs in Australien mitgemacht, aber eigentlich war es immer ein Elektrogrill, und es gab Fleisch, Würstchen und gegrilltes Gemüse, aber die Art das was wir im Outback gemacht haben, war wirklich was komplett neues für mich. Direkt auf die heiße Kohle wurden riesige Töpfe und Pfannen gestellt, und - kaum zu glauben - am Ende hatten wir ein leckeres Chilli Con Carne, Reis und verschiedenes Gemüse!
Satt und zufrieden saßen wir ums Feuer, die Tourguides haben uns mit Kennenlern- und Trinkspielen bei Laune gehalten, bis -unglaublich, aber wahr - es angefangen hat zu regnen!
War ja klar - dachte ich mir nur - Julia ist in der Wüste und es regnet, genauso wie an Weihnachten in Sydney, meiner 1.Campingerfahrung anfang des Jahres oder an meinem geplanten Ausflug auf die Whitsunday Island an meinem Geburtstag! Ich hab aber auch ein Pech!
Wir haben uns unter dem “Dach” versteckt, und die Nacht bei starkem Wind und Regen überlebt! Wir hatten zwar nicht nur Isomatten und Schlafsäcke, sondern einen Swag - das ist sozusagen eine wind- und wetterfeste Hülle für den Schlafsack, aber letztendlich ist doch jeder mehr oder weniger Nass geworden. Am nächsten Morgen hat es zwar aufgehört zu regnen, aber es war weiterhin grau. Zum Glück war morgens wieder erstmal eine ca. einstündige Autofahrt angesagt, wo wir unseren Schlafmangel ausgleichen konnten, bevor es zur nächsten Wanderung ging. Wir sind an den Steinformationen “Katu Tjuta” oder umgangssprachlich den “Olgas” angekommen. Es war toll zwischen den riesigen Steinen und der Hügellandschaft zu wandern (es sah aus wie eine Kulisse für einen Fantasyfilm!), und zwischendurch gab es immer wieder sehr interessante Infos über die Landschaft, die Aborigines und deren Kultur und Kunst. Auf schnelle und einfache Weise hat uns z.B. der Tourguide anhand von eben gefunden Steinen gezeigt, wie diese für die bunten Bilder der Aborigines angewendet werden.
Gegen Nachmittag ist zum Glück auch die Sonne rausgekommen, und somit hatten wir einen tollen Blick zum nahegelegenen Ayers Rock (“Uluru”).
Die 2.Campingnacht war an einem Campingplatz, jedoch wieder ohne Zelt, und dementsprechend kalt, aber immerhin hat es nicht geregnet, und wir haben als “Gutenachtgeschichte” ein bisschen Sternenkunde bekommen - inklusive Erklärung wo das “Southern Cross” ist, das man nur hier sieht, und wie man von dort aus heraus findet wo eben der Süden ist!
Unser 3.Tag begann noch früher als die beiden vorherigen, denn wir wollten den Sonnenaufgang am Uluru sehen! Es war zwar sehr kalt, aber mit einer Tasse Tee war es ok, und die Aussicht war wirklich super.
Nach unserem Frühstück dort, war Morgensport angesagt: einmal rum um den Ayers Rock - 10km in gut 1,5 Stunden!
Theoretisch hätte man auch auf den Berg steigen können, aber aus unserer Gruppe hat sich keiner dazu entschieden, da es einfach eine Sache des Respekts gegenüber den Aborigines ist, und außerdem auch sehr steil und somit gefährlich ist.
Auf unserer Heimfahrt hatten wir noch die Gelegenheit auf Kamelen zu reiten, was ich aber nicht mitgemacht habe, da ich das schon mal gemacht habe. Mir hat es gereicht, dass ich eine Horde kurz vorher in freier Natur gesehen habe. Es gibt sie also wirklich: die wilden Kamele in Australien! War es also doch nicht nur eine Geschichte der Tourguides, als diese am ersten Abend deren Sch.. von unserem Campingplatz weggeräumt haben ;-)!
Nach 3 Tagen voller neuer Erlebnisse haben wir uns alle sehr auf eine Dusche und einen Abend in der “Rockbar” in Alice gefreut, wo wir noch mal alle zusammensitzen konnten, bevor am nächsten Tag die meisten wieder in die verschiedensten Richtungen Australiens gereist sind. Ich bin noch ungewöhnlich lange in Alice geblieben - noch weitere 2 Tage, aber das war ok, denn somit hatte ich Zeit für mich um einige Sachen für meine Weiterreise zu organisieren.
Am 14.Juli gings dann aber zum 4. und vorerst letzten Mal nach Sydney. Hatte dort noch einen schönen letzten Tag mit Radka in der Stadt verbracht, aber am Freitag, den 16.Juli hieß es dann wirklich “Goodbye Australia”.
Im Flugzeug saß ich mit gemischten Gefühlen: “Eine unvergessliche Zeit in meinem Hauptreiseland ist rum, aber es kommt was neues Spannendes“. Ich bin einfach froh, dass bisher alles so gut geklappt hat, ich nicht ernsthaft krank war, nicht bestohlen wurde, nicht an die “falschen” Leute geraten bin, von keiner Spinne, Krokodil, Schlange oder sonstigen “gefährlichen australischen Tieren” gebissen wurde, keinen Unfall hatte.. usw. usw…
Wenn meine weitere Reise weiterhin so gut verläuft bin ich mehr als zufrieden und nehme auch die Kälte hier in Kauf ;-)! Genießt wenigstens Ihr in Europa die heißen Tage!


Geschrieben in Queenstown, NZ am 19.Juli 2010

Dienstag, 13. Juli 2010

Kathrine Gorge, Lichtfield + Kakadu Nationalpark and Darwin


Nach meinen Leben in Broome und auf dem Boot, hab ich einen kleinen Schock bekommen, als ich wieder in meinem “alten Backpackerleben” war. Am letzten Tag an Bord habe ich noch mitgeholfen das Boot für die neuen Passagiere blitzblank zu putzen, und abends in meinem Hostel hingen die Spinnennetze von der Decke, und der Boden war staubig - was für ein krasser Gegensatz!
Aber ich musste mich damit abfinden, auch wenn ich 1-2Tage gebraucht habe, meine Erlebnisse zu verarbeiten und wieder “runterzukommen”.
In Kununurra, eine kl. Stadt zwischen Broome und Darwin, habe ich 3 Nächte verbracht, und dort zum Glück Tobi wieder getroffen. Ich habe Ihn in Fremantle, im Südwesten Australiens vor gut 4 Monaten kurz kennengelernt, und zufällig wieder in Kununurra getroffen. Er ist aus Deutschland und reist eigentlich mit einer guten Freundin, aber zu dem Zeitpunkt war er alleine und konnte mir somit eine Mitfahrgelegenheit nach Darwin anbieten. Wir haben uns super verstanden, und es war schön, nach Wochen wieder ein langes, gutes Gespräch auf deutsch zu haben. Mein englisch ist zwar in Broome viel besser geworden, worüber ich sehr froh bin, aber trotzdem war ich froh, mal wieder deutsch sprechen zu können.
Unterwegs haben wir Kathrine Gorge besichtigt (einem Nationalpark mit einem großen Fluss), wo ich das 1.mal in Australien echt Angst hatte, wie und wo ich die Nacht verbringe. Denn wir sind kurz vor dem Sonnenuntergang dort angekommen, sind ca. 20 Minuten einen Wanderweg zum Aussichtspunkt rauf, und wollten nach dem Sonnenuntergang eigentlich auch genauso schnell wieder runter und uns dann um unsere Unterkunft kümmern. Allerdings haben wir uns für eine andere Strecke entschieden, und sind 8 km in Dämmerung bzw. schon Dunkelheit gelaufen. Wir hatten keine Taschenlampe, kein Wasser, kein Handyempfang, und sind die ganze Strecke über keiner Menschenseele begegnet. Schilder gabs auch keine, aber dafür seltsame Geräusche im Busch! Nach ca. 1 Stunden sind wir zum Glück ohne Schlangenbiss oder sonstigen Verletztungen am Parkplatz angekommen, und waren heilfroh, dass nichts passiert ist! Wer hätte das ahnen können, dass der Rückweg so viel länger ist, als der Hinweg?! Die Nacht ging spannend weiter, denn am frühen Abend als wir in Kathrine angekommen sind, habe ich das 1.mal hier in ein Hostel eingecheckt, und nach 10 Minuten wieder ausgecheckt, da es soo ungemütlich und stinkig war. Dementsprechend hatten wir gegen acht immer noch keine Unterkunft, und haben uns dafür entschieden, Geld zu sparen, und im Auto zu schlafen. Nachdem wir ne halbe Stunden in dem Ort rumgefahren sind, und einen guten, sicheren Schlafplatz ohne Hundegebell, Strassenbeleuchtung, oder Aborigines gefunden haben, konnten wir beruhigt, wenn auch nicht gerade bequem, einschlafen. Aber für eine Nacht war es schon ok.
Am nächsten Tag gings weiter Richtung Darwin. Am Nachmittag haben wir einen schönen Zwischenstop im Litchfield Nationalpark gemacht, und sind abends glücklich und todmüde in Darwin angekommen. Ich war positiv überrascht von der Stadt, da sie sehr modern und belebt war.
An meinem ersten Tag in Darwin habe ich mich erstmal orientiert wo ich bin, was es so gibt, und mich wegen Touren im Outback zum Uluru und in den bekanntesten und besten Nationalpark Australiens, den Kakadunationalpark, erkundigt.
Nach 3 Tagen in Darwin gings los: mit einer Gruppe zuerst noch mal in den Litchfield, dann in den Kakadunationalpark. Habe anfangs etwas gezögert, ob ich mir diesen Ausflug wirklich noch gönnen soll, denn ich war schon in anderen Nationalparks zuvor, aber ich muss sagen, dass das eine meiner besten Touren war. Wir sind viel gewandert, eine Bootstour in einem Krokodilfluss gemacht, sind in Wasserfällen geschwommen, haben neue Höhlen entdeckt, Aborigines-Rock-Art angeschaut, viele Infos über Land und Leute bekommen, Bier getrunken, viel, viel gelacht, und einfach ne super Zeit gehabt. Kann das alles gar nicht auf die schnelle erklären, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Außerdem hat sich dadurch meine weitere Unterkunft in Darwin für die kommende Woche sehr zum positiven verändert. Endlich wollte ich mal mit “Couchsurfing” anfangen. D.h. ich habe mein Internetprofil schön ausgefüllt, und 2-3Leute in Darwin die auch bei der Homepage registriert sind, angeschrieben, ob ich bei Ihnen wohnen kann. Als ich von der Tour zurückkam, hatte ich aber noch keine Antwort, und da Joel - unser Tourguide - selbst viel in Europa gereist ist, und fast nur couchsurfing gemacht hat, hat er mir angeboten, bei Ihm zu wohnen. Somit bin ich für ca. 1 Woche bei Ihm und seinen 2 Mitbewohnern in einer tollen, modernen Wohnung mit rießen Balkon inklusive Meerblick, eingezogen. X mal besser und billiger als im Hostel, und mit dem Vorteil, dass ich sehen konnte, wie die “Locals” (Einheimischen) wohnen. Habe mich mit Joel super verstanden, und wir haben seine freien Tage zusammen verbracht.. waren im Freiluftkino, aufm Markt, spazieren, und zum Ausgleich habe ich für Ihn gekocht, und Ihm zum Essen eingeladen. Nach 3Tagen musste er wieder auf Tour, und ich wollte eigentlich wieder in Hostel ziehen. Jedoch habe ich mich auch mit Claire, seiner Mitbewohnerin so gut verstanden, so dass ich noch 3 weitere Tage in der Wohnung geblieben bin, und mit Ihr Zeit verbracht habe, bis ich dann letzten Mittwoch in den GHAN-Zug gestiegen bin Richtung Alice Springs - meiner letzten Station - dem wahren Outback!

Samstag, 3. Juli 2010

Truenorthcruise from Broome to Wyndham




Irgendwie kommt mir das alles wie ein Traum vor. Es passiert soo viel in so kurzer Zeit, dass ich kaum Zeit habe alle meine Erlebnisse zu verarbeiten, da gleich schon wieder etwas neues, spannendes passiert.
Auch wenn meine Zeit auf dem Boot schon wieder 2-3Wochen her ist, versuche ich mich zu erinnern, und es bestmöglich wiederzugeben.
Aber wo soll ich beginnen? Vielleicht am Anfang..
Am 5.Juni gings also los von Broome, wo mich Craigh (mein Babysitterboss und Eigentümer der Truenorthjacht) am Crewhaus abgeholt hat, und zum Strand gefahren hat. Von dort gings mit Mickey mit einem der Fischerboote zur Jacht, wo ich erstmal eine kleine Führung bekommen habe, und ich mich in meiner Kabine ausbreiten konnte, bevor einige Stunden später die Passagiere an Bord kamen.
Im kurzen Röckchen und Poloshirt mit Truenorthlogo (meiner Uniform für die nächsten 2 Wochen) habe ich mit den anderen Crewmädels an Bord die Gäste mit einem Gläschen Prosecco begrüßt, und kaum zu glauben: der erste Gast, mit dem ich gesprochen habe war aus München! Das war wirklich ein Zufall, denn eigentlich machen auf dem Boot nur reiche Australier Urlaub, aber da das Unternehmen in Zukunft internationaler arbeiten möchte, war Thomas, der in München ein Reisebüro besitzt an Bord, um sich diese Luxusreise mal selbst anzuschauen, damit er weiss, was er in Zukunft verkauft.
Und nicht nur er wird dieses Abenteuer gut verkaufen, sondern auch ich kann jedem Lottogewinner diese Art von Urlaub empfehlen! Es war unglaublich was ich erlebt habe, und was den Passagieren geboten wurde. Aber kein Wunder bei einem Preis von 18.000 -25.000Dollar für 2 Wochen! Da kann man schon eine 5-Sterne-Küche, Inselabenteuer, Fischerausflüge, Wasserfallwanderungen und Helikopterrundflüge erwarten.
Meine Berufsbezeichnung für 2 Wochen hieß “Tuckery”, was bedeutet hat, dass ich dort einerseits das Zimmermädchen und die Küchenhilfe war, aber andererseits auch sehr viele Ausflüge und Aktivitäten mit den Gästen mitmachen durfte. Täglich bin ich wie all die anderen gegen sechs aufgestanden, habe jeden 3.Tag gleich mal 2 Toiletten geputzt, beim Frühstücksdienst mitgeholfen, und dann meistens meine 4 Bäder inkl. Zimmer geputzt. Falls am Vormittag eine tolle Aktion für mich dabei war, wurde die Arbeit auf den Nachmittag verschoben, und ich durfte mit den Jungs auf Ihren Fischerbooten (6 Stück für je ca. 6Personen waren an Bord) täglich eine neue Seite Australiens entdecken.
Täglich wurde den Gästen etwas neues aufregendes geboten, da wir meistens in der Nacht gefahren sind, und somit morgens an einem neuen Ort waren. Für die Passagiere war es mit Sicherheit auch kein Erholungsurlaub, da schon zwischen 6.30 und 7.00 Uhr Frühstück war, und es dann gleich zur ersten Wanderung oder ähnlichem ging.
Oft wurden wir mit dem kleinen Booten an Festland oder einer Insel abgesetzt, sind dann zu einem Wasserfall gewandert, waren schwimmen, und sind dann wieder zurück, oder wurden vom Hubschrauber (der auch die ganze Zeit an Bord war) abgeholt. Wenn das Festland nicht interessant genug war, gab es 2 Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben: mit einem der Boote rumgfahren (australisches Sightseeing), und sich die Gegend anschauen, und von einem Geologen, Biologen o.ä. die Landschaft und die Tierwelt um einen herum erklären lassen, oder Fischen gehen. Ich fand beides interessant! Inselhopping und Bootsfahren war meistens sehr entspannend, und fischen spannend! War das Erste mal mit Mickey und 2 älteren Herren fischen, und wir hatten so viel Spass, da ich jedes Mal so aufgeregt war, wenn ein Fisch angebissen hat. Und dann war aber harte Arbeit angesagt, denn die Angelleine musste schnell, aber vorsichtig an Bord gezogen werden. Habe oft meinen Fisch verloren, oder sie waren so clever, das sie nicht angebissen haben, sondern nur vom Köder “probiert” haben, und ich wieder von neuem starten musste. Nach einigen kleinen Fischen habe ich aber auch einmal einen ca. 70cm großen “Golden Snapper” gefangen. Töten konnte und wollte ich Ihn aber nicht - das habe ich dem Tourguide überlassen. Mit unserer Beute sind wir dann oft gegen fünf zurück aufs große Boot, wo täglich um sechs eine Slideshow mit den Fotos des Tages gezeigt wurde, und Barsnacks angeboten wurden.
Um sieben gabs Abendessen, was die Köche Richard und Yoda mit viel Können und unglaublicher Deko zubereitet haben. Es war so interessant zu sehen, was sie auf den Teller gezaubert haben. Nicht nur, dass es super geschmeckt hat, aber auch wie es auf dem Teller präsentiert wurde.. einfach der Hammer! Ich habe wohl noch nie (außer bei Mama) so gut, aber auch soo schnell gegessen. Wir Crewmitglieder hatten keine Zeit unser Dinner zu genießen, weil wir gegessen haben, während die Gäste gegessen haben, und somit immer wieder zwischendurch etwas zu tun war, wie abräumen, Wein nachschenken, abwaschen, Dessert bringen… . Wir saßen immer nur kurz für 1-2Minuten aufm Boden im Büro, und haben das Essen in uns hineingeschlugen, aber gut wars trotzdem! Nicht nur die Essenszeit war stressig, auch der ganze Tagesablauf. Nicht eine Minute hatte man für sich, und nach einem harten Arbeitstag ist jeder spätestens gegen zehn totmüde ins Bett gefallen. Ich habe meine Kabine nur mit Kay geteilt. Sie ist Cruisedirector, auch 28, und ist zuständig für die Zufriedenheit der Gäste, und deren Tagesablauf (Wer macht wann welche Tour, Wer ißt was nicht? …). Also mit dem Job des Kapitäns einer der verantwortungsvollsten Jobs an Bord. Wobei letztendlich jedes Crewmitglied wichtig ist, und jeder jedem hilft soweit es geht. Es war wirklich schön zu sehen, das selbst der Kapitän und die Ingenieure in die Küche kamen und selbst Ihr Zeug weggeräumt haben. Auch die Gäste waren - nicht wie man vielleicht erwarten könnte - abgehoben und eingebildet, weil sie große Unternehmer oder sonst was sind, sondern einfach entspannt, interessiert und unproblematisch. Im Vergleich zu den anderen Mädels an Bord konnte ich durch die Ausflüge recht viel Zeit mit Ihnen verbringen und mich mit Ihnen unterhalten, und 2 mal durfte ich auch mit den Gästen am schön gedeckten Tisch Abendessen. Jeden Abend duften 2-3 Crewmitglieder den Abend mit den Gästen am Tisch sitzen und entspannen. Und dabei ging es nicht darum was oder wer man an Bord ist, sondern dass man einfach ein Team ist, und jeder das Recht hat, den Luxus zu genießen sich bedienen zu lassen.
Ich weiß nicht, ob so etwas in Europa möglich wäre, dass das Zimmermädchen neben dem Bankboss sitzt, aber gerade dass hat vielleicht deren Abend interessant gemacht? Ich denke das ist einer der typisch australischen Eigenschaften, dass es nicht darum geht wer was hat oder macht, sondern darum dass man einfach jeden akzeptiert, so wie er ist. Natürlich habe ich z.B. in den Zimmern die ganzen Luxuskosmetikartikel und die Designerkleidung gesehen, aber trotzdem schienen mir die Leute “auf dem Boden geblieben”. Geld heißt natürlich nicht zwangsläufig arroganz, aber ich denke schon, dass das Verhalten der Europäer auf so einem Boot etwas anders gewesen wäre. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nur Glück, und habe nette Passagiere erwischt. Für die meisten war es interessant was ich so in Australien mache, und es kam immer eine positive Reaktion als ich gesagt habe, dass ich in Wien wohne. Ist wirklich interessant, was für einen positiven Ruf die Stadt auf der anderen Seite der Welt hat!
Eigentlich könnte ich über jeden einzelnen Tag an Bord zwei Blogeinträge schreiben, und wenn mich jemand nach meinem Highlight dort fragen würde, wüßte ich nicht ob es einer der Helikopterscenicflights war, das Picknick an einem verlassenen Wasserfall, einer der Sonnenuntergänge, die Aborigineszeichnungen auf einem Berg (Rockart), oder die Partynacht in verschiedenen Kostümen. Die ganze Tour war definitiv ein Highlight meiner einjährigen Reise. Mittlerweile bin ich seit einigen Tagen in Darwin, und auch von hier gibt es wieder viel zu berichten, aber das beim Nächsten mal!