Freitag, 23. April 2010

Nannyjob in Broome


Es ist Freitagabend (neun Uhr!) und ich sitz todmüde im Bett, und denke gar nicht erst ans Weggehen, DENN: Ich habe die letzten 2 Tage je 10 Stunden mit den Kids verbracht, und bin dementsprechend k.o.
Vor gut 2 Wochen war ich das erste mal bei Holly (der Mutter) und den Jungs, um mich vorzustellen. Der Job klang “easy” und babysitten ist ja nichts neues für mich, aber die 3 sind schon eine Herausforderung! Erstmal, weil es Zwillinge sind (Harry + Franky), und oft auch noch der große Bruder (Nicholas) dabei ist, der die Sache nicht einfacher macht. Im Gegenteil! Die Twins sind echt süß, und entdecken gerade die Welt! Egal um was es geht.. alles ist so neu und aufregend!
Jedes Blatt, ein Steinchen, die Spielsachen, und natürlich besonders die Dinge, die sie nicht anfassen sollen bzw. dürfen, wie z.B. die Fernbedienung, die DVD-Sammlung, oder die Klobürste! Nur ein Kleinkind mit 18Monaten ist nicht gerade einfach, aber bei zweien, bin ich ganz schön am rennen und beobachten, ob nicht wieder einer was anstellt. Solange sie in der Nähe spielen ist das machbar, aber leider ist das nicht immer der Fall, und ich weiß gar nicht wohin zuerst in dem schönen großen tropischen Garten der Family. Für Kinder echt ein Paradies - es gibt 2 Schaukeln, ein großes Trampolin, und viele bunte Spielsachen. Soweit ist das ja noch nichts besonderes, aber die Bäume! Mir wird immer wieder bewusst, dass ich hier in den Tropen bin! Wunderschön. Rießig. Grün. Das hat aber leider auch den Nachteil, das dort “viele Gefahren” lauern können. Die giftigen Tiere in Australien!
Neulich saß Franky auf der Terasse und ist erschrocken, weil eine ca. 30cm große Echse auf Ihn zugelaufen ist. Ich bin allerdings noch viel mehr erschrocken, und hab reflexartig den Kleinen gepackt, und weg war die Echse auch schon wieder. Sie war zwar nicht gefährlich (wie ich später erfahren habe), und hatte wahrscheinlich genauso viel Angst vor uns wie wir vor Ihr, aber man kann ja nie wissen! Besonders nachdem Holly, die Mama, bei dem Haus- und Gartenrundgang am Anfang gesagt hat, das es schon sein könnte, dass man mal eine Schlange sieht!! Die habe ich zum Glück noch nicht gesehen, aber dafür einige große Spinnen in Ihrem ca. 1m großen Spinnennetz! Ob die giftig sind?? Keine Ahnung! Hauptsache weg hier mit den Kids! Die werden aber zum Glück auch schon so erzogen, dass sie aufpassen müssen, denn der vierundhalbjährige sagte heute zu mir:
“Man sollte keiner “Redbackspider” begegnen, weil man sonst tot ist, und seine Familie und Freunde nicht mehr sieht”! Wie wahr!
Nicki kann manchmal echt ein Engel, aber auch ein kleiner Teufel sein. Er hat es natürlich auch nicht leicht als großer Bruder von Zwillingen, aber trotzdem… heute gabs leider Ärger, da er mich gehauen hat, und nicht zum ersten mal gesagt hat, dass Ihm meine Regeln egal sind, und ich blöd bin!
Hmm..L! Nachdem ich mal ein ernstes Wörtchen mit Ihm geredet habe, hat er zwar erstmal geschmollt, aber nach 10Minuten war alles wieder vergessen, und er war ganz lieb!
Ist alles nicht so einfach, aber ne Erfahrung, und vielleicht ne gute Übung ;-)! Kann nur sagen, dass der Mamajob inkl. Kochen, Putzen und allem drum und dran nicht zu unterschätzen ist. Weiss nicht, was anstrengender ist.. 8Stunden Arbeit im Büro, oder 24 Stunden Mutter?! Hiermit - wenn auch etwas verfrüht zum Muttertag: Danke Mama für alles was Du damals, und auch jetzt noch für mich tust!

Montag, 19. April 2010

Aussie -WG in Broome


Seit gut 2 Wochen bin ich nun schon in Broome, und wieder ist alles komplett anders als das was ich vorher hatte. Schon von Anfang an meiner Reise hab ich mir erhofft, irgendwann in einer WG mit Australiern zu leben. Die Zeit in der Wohnung in Sydney mit Anja, und auch die verschiedenen Hostelerfahrungen waren super, aber ich wollte wissen, wie die Australier leben, was sie für Geschichten zu erzählen haben, und von Ihnen Englisch lernen ;-)! Das alles inklusive viel Spass habe ich gerade in einem sehr schönen Haus in Broome. Ich wohne hier mit Leigh und Simone (ein Pärchen mitte 20 aus Canberra) und momentan Franky (aus Sydney)und Mikey (aus Perth) zusammen. Diese ziehen aber am Freitag nach 2 Wochen hier schon wieder aus - zumindest vorübergehend. Das Haus, in dem ich wohne gehört “meinen Arbeitgebern” (ja ich habe einen Job) und ist das Crewhaus, in dem immer unterschiedliche Mitarbeiter vom Boot übernachten.
Ich habe einen Job als Nanny bei einer Familie (3 Kids, u.a. 18Monate alte Zwillinge!) gefunden, die hier in Broome ein Bootsunternehmen führt. Oder besser gesagt, die mit einer Luxusjacht für 35 Passagiere verschiedene 1 bzw. 2 wöchige Touren an den Küsten Australiens anbietet. Pro Tour sind auch ca.20 Angestellte an Bord, und wenn nach 1Monat Arbeit 2 Wochen Urlaub angesagt sind, übernachten sie für 1-2Nächte, oder manchmal auch länger hier. Simone arbeitet aber hier in Broome im Büro, und ist deshalb ständig hier, und Leigh ist momentan für einige Monate zu Besuch und hat einen Nebenjob bei Woolworth - einer großen Supermarktkette hier in Australien. Mein Zimmer ist recht einfach eingerichtet, aber ich hab ein Zimmer allein für mich, und das Haus an sich ist echt super! Es gibt eine rießige Küche bzw. Wohn- und Esszimmer, und einer große Terasse mit großem Grill und Aussicht auf den Garten in dem ein keines Fischerboot von Leigh steht. Nur der Pool fehlt;-)!
Fischen war ich mit Leigh zwar noch nicht, aber ich kann fast täglich miterleben, ob bzw. was er gefangen hat. Hin und wieder ist auch ein Hai dabei, den er aber (aus geschmacksgründen) wieder ins Meer zurückwirft und überleben lässt.
Live dabei war ich noch nicht, aber von einem großen leckeren Fisch durfte ich schon probieren.
Heute gabs allerdings Schnitzel! Nachdem ich erzählt habe, dass ich eigentlich in Wien wohne, “musste” ich versprechen unbedingt mal Wiener Schnitzel zu machen. Nachdem ich gestern mit Thaifood bekocht wurde, habe ich also heute mein bestes gegeben, und viele leckere Schnitzel, Reis und Salat gemacht. Alle waren satt und zufrieden, und ich war froh, dass alles so gut geklappt hat.
Vielleicht probier ich die nächsten Tage mal einen Apfelstrudel, oder Kaiserschmarrn. hmm.. lecker die Wiener Küche!

Freitag, 2. April 2010

Travelling in Western Australia with Eva and Martin



Mittlerweile bin ich in Broome angekommen, aber die Reise dorthin war ein langer Weg! Aber ich will mich nicht beschweren, denn im Vergleich zu anderen “Langzeitreisenden” hatte ich einen schönen, luxuriösen Mietwagen mit Klimaanlage! Der Grund: Ja, meine Schwester Eva und Martin (Ihr Mann) waren mit mir 2 Wochen auf Reisen, oder besser gesagt ich mit Ihnen. Wir haben uns am 13./14. März in Perth getroffen, wo ich auf die beiden in der Nacht in deren gebuchten und bezahlten 2-Zimmer-Appartment gewartet habe! Danke Evi und Martin hiermit für die Einladung!!
Nach wir bei unserem ersten entspannten, späten Frühstück erste Pläne für die gemeinsame Reise geschmiedet haben, sind wir am Nachmittag auf Perth-Sightseeing-Tour gegangen. Allerdings mussten wir schon bald feststellen, dass, obwohl Perth eine Großstadt ist, hier einiges anders abläuft bzw. früher schließt, als wir es aus Europa gewohnt sind. Was ich meine sind die Öffnungzeiten! Einschließlich die der Restaurants und Bar! Nachmittags hat uns noch nicht der Hunger geplagt, wir haben uns den tollen Kingspark angeschaut, die neue und “alte” Architektur der Stadt bewundert, und uns auf ein schönes Restaurant, mit anschließendem Barhopping gefreut. Ok, es war Sonntag, aber das die Stadt wie ausgestorben war, hat uns schon geschockt. Überhaupt ein schönes, geöffnetes Restaurant zu finden, war die eine Sache, aber das wir um neun Uhr nichts mehr zu essen bekommen, war schon unglaublich! Weil wohl so wenig los war, haben sie in dem Lokal in dem wir immerhin noch einen Drink bekommen haben, beschlossen, früher Schluss zu machen! Das ist ne vielleicht ne Arbeitsmoral! Zum Glück haben wir noch in einem 24-Stunden Pub einen Burger bekommen, und waren wenigstens früh zu Hause, nachdem wir danach keine Bar gefunden haben, die offen hatte!
Wenigstens waren wir fit für den nächsten Tag, wo wir nach Fremantle gefahren sind. Leider hat es Eva und Martin nicht so gut gefallen, wie mir die Tage vorher, aber ich muss auch sagen, dass wir am Cappuccino Strip (der Cafestraße) einige komische Leute rumlaufen gesehen haben, die Bedienung sich dort ewig Zeit gelassen hat, und die Zeit am Strand leider auch nicht so schön war, wie “zu meinen Zeiten”, da es wahnsinnig windig war, und wir nach kürzester Zeit überall Sand hatten. Also ab nach Perth, und ein neuer Versuch ein nettes Restaurant zu finden. Diesmal hatten wir Glück: wir haben in einem anderen Stadtviertel gesucht, und waren früher dran (wir lernen ja dazu)! Aber auch hier wurde gegen halb zehn abkassiert, und eine Bar gabs danach auch nicht mehr! Kaum zu Glauben!
Am Dienstag, dem nächsten Tag haben wir unseren Mietwagen abgeholt - leider mit kleinen Anfangsschwierigkeiten - denn trotz Buchung, war anscheinend kein Auto für uns bereit gestellt! Was für eine Organisation - das sind wir natürlich nicht gewohnt! Aber zum Glück hatten wir Evi dabei, die erstmal gut Druck gemacht hat, dass ein Wagen her muss, und zwar schnell! Und - siehe da - nach einer guten halben Stunde hatten wir ein Auto (und sogar ein besseres als bestellt), und somit gings los!
Erstmal ab in den Südwesten Australiens. In die Gegend um Margareth River, wo es einige der besten Strände Australiens gibt!
Natürlich auch zum Surfen. Wir haben 2 Nächte in Prevelly verbracht, wo zufällig gerade eine Wordl - Surf - Competition stattfand. War wirklich interessant die Profis bei den rießen Wellen zu beobachten! Evi und Martin haben sich davon nicht abschrecken lassen, und somit gings für die beiden am nächsten Tag an einen wunderschönen einsamen Strand mit einer kleinen Gruppe zum Surfkurs! Parallel habe ich mir in der Zeit nach einigen Wochen auch wieder ein Brett geliehen, und gegen die Wellen “gekämpft”, aber Spass war natürlich auch dabei! Und Evi und Martin konnten verstehen, warum ich nach Monaten hier noch kein Profi bin! Es ist einfach schwerer als es aussieht. Genug vom Surfen geschrieben!
Jetzt gibt’s was Neues: Thema Winetasting! Im Südwesten Australiens gibt es sehr viele tolle Weingüter, und nachdem ich mit Evi und Martin unterwegs war, haben wir uns einige davon auch näher angeschaut.
Nachdem mir das nicht so wichtig war, habe ich mich auch als “Skipper” zur Verfügung gestellt, und durfte somit mit unserem PS -starken Wagen weiterfahren, was mir persönlich mehr Spaß gemacht hat, als Wein zu probieren.
Die nächsten Tage sind wir die Gegend im Südwesten abgefahren, teils durch Nationalparks mit u.a. uralten Steinformationen (die Pinacles) , haben uns einige Leuchttürme angeschaut, eine faszinierende Höhle (Jewel Cave in Augusta), und in Bunbury haben wir das Dolphin Centre besichtigt, und einen 1,5stündigen Ausflug mit dem Boot zur Delphinbeobachtung gemacht! Das war wirklich ein tolles Erlebnis! Noch nie zuvor habe ich so viele wild freilebende Delphine gesehen!
Ein weiteres, interessantes Erlebnis war die Delphinfütterung in Monkey Mia (schon nördlich von Perth), wo wir einige hundert Kilometer später ankamen.
Das war wirklich wie im Paradies - die verschiedenen Blautöne des Meeres, der weiße Strand, und dann aber der kurze Schock: eine Flosse!! Ein Hai? Ach nein, muss ein Delphin sein, der da nur 5-10Meter vom Ufer gemütlich entlang schwimmt! Das war anfangs wirklich total aufregend sie zu beobachten, aber nach 2 Tagen dort, hat mich sich schon daran gewohnt, obwohl es doch etwas beängstigend war, als sie nur 1-2 Meter an mir vorbei geschwommen sind. Monkey Mia war für Evi und Martin die Endstation Richtung Norden, da die beiden leider innerhalb von 2 Tagen wieder nach Perth zurück fahren mussten. Bis ans Ningaloo Reef (z.B. dem Städtchen Coral Bay) haben wir es zu dritt nicht geschafft, aber ich kann die beiden beruhigen: wenn man schon am Great Barrier Reef und Ägypten war, und nicht taucht, “muss” man dort nicht unbedingt hin. Nicht wenn es in Stress ausartet. Man kann einfach nicht immer alles machen. Ich habe dort zwar wieder 2 Tauchgänge gemacht, aber die Bootstour inklusive Schnorcheln mit Whalesharks ausgelassen. Aus dem einfachen Grund dass es sehr teuer war (für ca. 6Stunden unterwegs 300Euro). Wär bestimmt auch unglaublich gewesen mit bis zu 18meter langen Fischen zu schwimmen, aber die wird’s in einigen Jahren auch noch geben, und ich sollte jetzt erstmal Geld verdienen, da Australien einfach wahnsinnig teuer ist, und ich ja noch einige Monate vor mir habe. Wirklich sparen geht hier nicht. Selbst mit der billigsten Unterkunft (also den Hostels), und Einkäufen in großen Supermärkten gibt man sehr schnell sehr viel Geld aus. Alles kostet mindestens 1/3 mehr als bei uns!
Nach 20Stunden Busfahrt bin ich gestern in Broome angekommen, wo wir mir vorstellen kann, länger zu bleiben. Endlich wieder ein Städtchen (immerhin fast 14.000 Einwohner) mit Cafes, Boutiquen, Restaurants, und noch dazu dem tollen 22km langen Cable Beach, zu dem ich morgen gehen werde. Heute war ich zur Abwechslung mal nicht beim Sonnenuntergang, wofür Broome eigentlich auch bekannt ist, sondern beim Mondaufgang! Klingt witzig, aber der Mond ist gegen halb sieben aus dem Meer aufgegangen, und somit durch die Spiegelung im Wasser sah es nach einigen Minuten so aus, also Treppen vom Meer direkt zum Mond führen - daher auch der Name: Staircase to the Moon!