Gut einen Monat ist “mein Leben auf dem Land” schon wieder her, aber vergessen werde ich die Zeit bestimmt nicht so schnell!
Stellt Euch mich mal mit dreckigen Arbeitsklamotten auf nem Mini-Traktor vor… dann wisst Ihr vielleicht was ich meine!
Aber ich muss sagen: es war eine Erfahrung, ich hatte viel Spass, und jetzt weiss ich WIRKLICH, dass das Farmerleben nicht so meins ist, und die Chancen sehr gering sind, dass ich mich hier niederlasse ;-)!
Mit der Familie hatte ich allerdings großes Glück. Die Eltern (Annie and Wayne) waren total relaxt und haben versucht uns nicht zu überfordern, und auch die Kinder waren sehr aufgeschlossen und witzig.
Wir 3 Wwoofer (noch die Französin und eine andere Deutsche) haben in einem separaten Häuschen ca. 200m vom Familienhaus entfernt gewohnt, und konnten uns dort zurückziehen, wenn wir unserer Arbeit fertig waren.
Morgens sind wir gegen halb acht aufgestanden, da uns täglich um acht bei Annie unsere Aufgaben für den Tag mitgeteilt wurden. Unsere Wwoofingmama hat versucht, die Tage bzw. Aufgaben für uns abwechslungsreich zu gestalten. Am ersten Tag mussten/durften wir Holz hacken - allerdings mit einer Maschine und nicht mit der Axt(dabei haben wir auch Bekanntschaft mit einigen australischen Spinnen gemacht), bei Regen haben wir ein bisschen Hausarbeit gemacht, ein anderes Mal Holz und Tannenzapfen für den Winter zum Heizen gesucht, einmal einen Container voll Schrott ausgemistet, und an 2-3 Tagen mussten wir einen alten Stacheldrahtzaun abbauen. Das war die härteste Arbeit (zerkratze Arme und Beine danach), aber das musste auch mal gemacht werden.
Annie hat uns aber auch viel geholfen, und nebenbei viele interessante Familiengeschichten erzählt.
Sie ist eine sehr starke, dominante Frau, die jetzt mit dem Mann (Wayne) Ihrer verstorbenen besten Freundin zusammen ist… klingt merkwürdig, aber so ist das Leben manchmal.. man weiss nie was kommt.. man kann nur das Beste draus machen!
Wenn ich mir die beiden aber angeschaut habe, hatte ich den Eindruck, dass sie nach vielen Schicksalsschlägen und schweren Zeiten jetzt glücklich sind.
Es hat mich gewundert, dass Annie so offen über Ihr Leben und die Liebe mit Leuten redet, die sie kaum kennt, aber entweder ist es Ihre, oder die australische Art, oder sie hat es gerade uns erzählt, da die Wahrscheinlich-keit, dass wir uns Wiedersehen recht gering ist.
Auch was die Arbeit bzw. das Mithelfen im Haus - egal ob Putzen oder Kochen - anging, war sie sehr relaxt. Es gab keine Verbote oder strenge Regeln was wann wo sein soll, und trotzdem, oder gerade deshalb? hat alles geklappt, und es sah auch ordentlich und sauber aus.
Nachmittags - wenn das Wetter gut war - hat Wayne uns sogar öfter mal seinen Firmenwagen (einen Sprinter) geliehen, damit wir 3 Mädels zum Meer fahren konnten. War anfangs etwas ungewohnt - Linksverkehr!, und dann auch noch mit dem großen Auto, aber es ist alles gut gegangen, und es war super, dass wir die Gelegenheit hatten rumzufahren, und tolle, breite, weite, weisse Strände zu sehen! Die Gegend - Jervis Bay - ist wunderschön, und ohne die Wwoofingstelle bzw. das Auto von Wayne hätte ich die Gegend von Australien wohl nie so sehen können.
Einmal haben uns Wayne und Annie uns spontan Mittags für 2 Stunden an einen einsamen ewig weiten, weissen Strand mitgenommen, und da Wayne sein Surfboard mit dabei hatte, könnte auch ich mal wieder auf dem Brett stehen! Und ja! Ich konnte wirklich auch stehen und nicht nur liegen!
Abends nach unseren Ausflügen haben meistens wir für die ganze Family gekocht, und danach entweder mit den Kids Karten gespielt, oder wir hatten Zeit für uns, und haben diese im Internet verbracht ;-)!
Nach fast 2 Wochen war ich allerdings auch wieder froh, als ich wieder in Sydney unter andere Leute kam.
Außerdem hat dort bereits Mama bei Ihrer Freundin Marietta auf mich gewartet!
Hallo Julia,
AntwortenLöschendas da unten haben wir dir am 20.Dezember berichtet:
"Wir hier in der Nord-Hemisfere leiden schon seit vielen Tagen unter Minusgraden und das sind sogar nicht selten zweistellige Minusgrade. Und nicht etwa nur wir in Germany, ganz Europa und auch Nordamerika frieren, aber es soll bald wieder zur Plus-Graden umspringen."
...aber heute am 8. März (Tag der Frauen !) - ist es in Europa ebenso saukalt und der Frühling soll laut Vorhersage erst in April kommen.
Dann freue dich über die warme Tage beim Surfen in Australien und wir frieren weiter !