Montag, 1. November 2010

Last stop California + Las Vegas and back in reality



Seit gut einem Monat bin ich nun wieder zurück in meinem neuen/alten Leben in Wien, aber momentan geniesse ich die letzten Oktobertage im Englischen Garten in München, und kann das alles, was im letzten Jahr passiert ist gar nicht glauben!

Meine letzten 5 Wochen in Californien waren zum Abschluss meiner Reise noch mal ein Highlight!
Zum einen kam Simona aus Köln, die ich in Sydney vor einem Jahr kennengelernt habe für 2 Wochen und dann Michi, den ich auch letztes Jahr im Sommer in Wien bzw. Bratislava das Erste mal sah.
Dazu aber später..:-) !
Die Zeit mit Simona war so ganz anders als meine Reisen zuvor alleine oder mit anderen aus aller Welt, da wir befreundet sind, 24 Stunden zusammen waren und außerdem nicht mehr in Hosteldorms (Mehrbettzimmer), sondern “private rooms” übernachtet haben, und in Las Vegas sogar in einem 5Sterne Hotel!
Begonnen haben wir unseren gemeinsamen Urlaub in San Francisco, wo wir 3 Tage waren. Was mir dort extrem aufgefallen ist, sind die hunderten von steilen “Bergen” mitten in der Stadt, aber auch die unglaublich vielen Obdachlosen an jeder Straßenecke. Nebel morgens war meistens normal, und auch die Temperaturen waren geringer als erwartet. Aber insgesamt hat uns San Francisco sehr gut gefallen, und wir haben viel gesehen, wie z.B. Fishermans Wharf, Alcatraz, Union Square, Chinatown, und eine nervenaufreibende Fahrt mit der “Cable Car” haben wir uns auch nicht entgehen lassen.
Und dann gings los: unser Roadtrip den PCH (Pacific Coast Highway) die Küste runter mit unserem Leihwagen bis nach Los Angeles. Bei der Autoabholung war ich extrem nervös, weil ich ja seit einem Jahr nicht mehr auf der rechten Strassenseite gefahren bin, und noch dazu aus der Stadtmitte von San Francisco mit all dem Verkehr starten sollte. Aber ich muss sagen: nach kurzer Zeit, und dank breiten Straßen und Automaticschaltung gab es kein Problem und ich hatte richtig Spaß durch Californien zu cruisen, auch wenn es manchmal ein bisschen viel war allein. Aber definitiv die bessere Lösung als mit dem Bus oder ähnlichem, denn in den USA hat einfach jeder ein Auto, und es ist viel leichter von A nach B zu kommen als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Unser erster Stop war Santa Cruz - ein alter Hippie-Surfer-Ort. Es war so cool - und richtig typisch amerikanisch mit den Rollercoastern (Fahrgeschäften) an der Strandpromenade, vielen Imbissbuden mit XXL - Burgern, Eis und Donats, und einigen Souvenirläden. Die Leute dort - meistens amerikanische Touristen, da ja noch Hochsaison war, auch wie ausm Bilderbuch: Käppi, Kupuzenpulli, Flipflops oder Turnschuhe, oft übergewichtig , jeder 2. ein I Phone in der Hand,
R n B und Blackmusic aus den Lautsprechern der Geschäfte, und nicht zu vergessen die rießigen Autos auf den Parkplätzen!
Es war schon alles sehr neu und witzig!
In Santa Cruz wär auch die erste Gelegenheit gewesen im Meer Baden zu gehen, aber Schock: nach meiner Zeit in Australien und Fidschi war ich was die Wassertemperaturen anging verwöhnt, und muss gestehen, dass ich mich nicht tiefer als bis zu den Knien ins Wasser gewagt habe. Und nicht nur das - allgemein war in ganz Californien das Wasser meistens nicht besonders sauber, und auch die Strände nicht zu vergleichen mit dem wunderschönen AUSTRALIEN!
In Santa Barbara, unserem Lieblingsort war es leider genauso, aber dafür waren wir mehr shoppen und party machen. Das ist ja wirklich so ein süßer Strandort wo viele Leute aus L.A. mit dem nötigen Kleingeld Ihr Wochenendhäuschen haben. Dort könnte ich mir auch vorstellen zu leben ;-) - zumindest für einige Monate im Jahr wenn hier ungemütlich und kalt wird!
Los Angeles hat mir nicht besonders gefallen. Bis auf die typischen Sightseeingsachen wie das Hollywood Sign, Chinese Theater mit den Händeabdrücken der Stars, den Walk of Fame und die Hollywood Studios hat es nicht wirklich viel zu bieten - zumindest wenn man nur 2-3 Tage als Tourist da. Ich weiß jetzt wo Leonardo Caprio und Jennifer Lopez wohnen, aber ehrlich gesagt hat mich der Strip in Las Vegas mehr beeindruckt. Volle vier Tagen haben Simona und ich im MGM Hotel gewohnt, und es uns so richtig gut gehen lassen. In Vegas ist sogar ein 4-5 Sterne Hotel leistbar, da davon ausgegangen wird, dass die Touristen und Spieler überall sonst umso mehr Geld ausgeben. Mit Simona war ich noch sparsam - an den “Einarmigen Banditen” haben wir nur in Centbeträgen gespielt und sind oft zum MC Donalds oder Starbucks essen gegangen. Die Poolanlagen in den Hotels und Clubs (für uns Mädels) waren zum Glück umsonst! Also definitiv rentabel, wenn man einfach ein paar Tage relaxen, und Nächte feiern will. Alles - auch die Zeit und das Geld - scheint dort nicht wichtig zu sein. Und man sieht Menschen und erlebt Dinge, die besser in Vegas bleiben sollten. Nicht umsonst heißt es so schön: “What happens in Vegas stays in Vegas” ;-) !

Nach gut 2 Wochen ist Simona von Vegas zurück nach Köln geflogen und ich bin allein mit dem Auto nach L.A. zurückgefahren, um noch am selben Tag, den 2.September Michi abends vom Flughafen abzuholen. Wer ist Michi wurde ich hin und wieder gefragt, und ich wusste nicht genau was ich auf die Frage antworten sollte. “Ein alter Freund” - Nein! “Ein Bekannter” - Nein! Wie auch immer ...
Wir haben uns letztes Jahr im Sommer kennengelernt, und konnten uns trotz tausender Kilometer nicht vergessen und hatten auch immer wieder Kontakt. Schon zum Abschied in München vor einem Jahr meinte er, dass er mich vielleicht besuchen kommt, aber wir beide hätten nicht wirklich gedacht, das es klappt.
Vor unserem Wiedersehen am Flughafen waren wir beide natürlich total aufgeregt, wie wohl der bevorstehende gemeinsame Urlaub wird und ob wir uns denn nach einem Jahr verstehen werden?!
Aber alle Gedanken bzw. Bedenken waren umsonst, und wir haben uns von Anfang an super verstanden, und hatten eine tolle Zeit zusammen. Wir konnten uns einfach so kennenlernen wie wir wirklich sind!
Wir haben zuerst 2 Tage in Venice (Stadtteil von L.A., am Strand) verbracht, waren dann gemeinsam noch mal in Santa Barbara, haben dann einen sehr witzigen Abend und sehr entspannten Tag in Newport (wo O.C. California gedreht wird) verbracht, und sind dann noch weiter in den Süden nach San Diego! “Unserer Stadt” - statt 2-3 Nächten haben wir von Tag zu Tag verlängert und waren insgesamt 6, weil es uns so gut gefallen hat. Wir kannten uns danach schon richtig gut aus, und wollten gar nicht mehr weg! Aber andererseits war immer wieder die Idee von einem Kurztrip in Mexico im Hinterkopf. Klar haben wir immer wieder mitbekommen, dass es “gefährlich” sein soll, aber der Reiz war einfach da, und so entschieden wir, dass wir das Auto an der Californischen Grenze stehen zu lassen, und für einen Tag oder evtl. Nacht rüber nach Tijuana zu laufen. Der Plan ist nicht ganz aufgegangen, da wir leider den letzten Parkplatz vor dem Grenzübergang verpasst haben, und somit mit dem Auto rüberfahren mussten. Neue Idee: “Wir drehen einfach um und fahren wir zurück”.
Allerdings war auf der mexikanischen Seite ein riesiger Stau, den wir nicht auf uns nehmen wollten, und somit sind wir erstmal in Tijuana - ohne Navi oder Stadtplan rumgefahren. Schön die Fenster geschlossen, mit einem leicht komischen Gefühl im Magen, aber doch guter Hoffnung, dass wir ein Hotel mit Garage finden. Der Gegensatz zu Californien war schon ziemlich krass: chaotische Fahrweise, heruntergekommene Häuser, Menschen auf der Strasse, die einem irgendwas andrehen wollen, mexikanische Sänger, …
Nachdem wir gefühlsmäßig die ganze Stadt abgefahren haben, haben wir in einem Stadtteil am Meer ein einfaches Hotel (mit privatem Parkplatz!) gefunden, und nach all der Aufregung sind wir auch abends nur in der Gegend eine Pizza essen gegangen und nicht mehr in die Stadt rein gefahren.
Aber am nächsten Tag wollten wir uns noch mal zu Fuß das Zentrum anschauen, und nachdem wir einem bewachten Parkplatz gefunden haben, hatten wir 2-3 Stunden Zeit. Michi hat sich ein komisches Souvenir aufschwätzen lassen, ich habe eine kleine Ledertasche (weil ich ja noch nicht genug habe!) gekauft, und danach haben wir uns richtig leckere Tapas und Margaritas für wenig Geld schmecken lassen.
Und am selben Abend waren wir auch schon wieder gut in Californien zurück. Der Trip war spannend, und trotz dem Risiko dass was hätte passieren können eine gute Idee. No riss no fun sag ich da nur wieder!
Unsere nächste Nacht haben wir in Palm Springs - einer Wüstenstadt verbracht, von wo aus wir am Tag drauf wie schon lange geplant unsere Wanderung im Josua Tree Park gemacht haben. In Australien war ich ja in einigen Nationalparks, und deswegen hatte ich auch meine Vorstellung von diesem Nationalpark, aber ich hatte nicht bedacht, dass er “In the middle of nowhere” - in der Wüste - liegt. Unser erster Spaziergang ging ca. über 2 Stunden (in der Mittagshitze!), aber das tolle dabei war, dass wir auf halber Strecke an einer richtigen Oase mit großen Palmen angekommen sind!
So etwas kannte ich bisher nur aus Filmen, aber es war sehr interessant das mal live zu sehen. Außerdem waren wir die einzigen und um uns herum nur Berge aus Sand und Steinen, Kakteen dazwischen und im Tal die einfachen Häuschen der kleinen Wüstenfarmen. Nach diesem anstrengenden Spaziergang gings immer wieder Teils mit dem Auto, teils zu Fuß weiter, und es war wirklich schön diese interessante Landschaft zu sehen!
Danach hieß es aber wieder: Genug Natur und ab nach Vegas! Wenn auch das 2.mal für mich: immer wieder gerne! Und mit Michi war es sowieso ganz anders. Schick Essen gehen, lang ausschlafen, wenig Party, aber dafür gescheit gezockt am Roulette!
Der erste Abend lief super: Michi hat über 200 Dollar gewonnen und ich etwa 80, wobei ich auch nicht so viel Startkapital hatte wie er. Es waren witzige Leute mit am Tisch, und die Drinks waren wie in jedem Casino dort umsonst. Leider hat das Glück die nächsten Tage nicht angehalten, aber trotzdem hatten wir viel Spass und haben nichts bereut. Auch der Helikopterflug über den Grand Canyon zu einer alten Farm mit “richtigen Cowboys” war jeden Cent wert!
Ach ja.. schön war s! “träum”!
Michi ist dann am 19., und ich am 20. September von L.A. zurückgeflogen, und obwohl wir so eine tolle Zeit zusammen hatten war besonders ich unsicher wie s daheim mit uns weitergeht.
Jetzt nach einigen Wochen zurück im Alltag kann ich sagen, das es mehr ist als nur ein Urlaubsflirt, denn wir glauben zu wissen, dass wir echt gut zusammenpassen und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander auch wenn er momentan in München wohnt. Noch! Denn:
Er hat vor einer Woche eine Zusage für den Job in Wien (für den er sich schon im Sommer beworben hat) bekommen und wird ab Januar 2011 auch in Wien arbeiten!
Ende gut alles gut! Mein Jahr ist rum, und hiermit - am Ende meines letzten Bloggeintrags - werde ich sentimental, aber es war eine tolle Zeit, die ich nie vergessen werde!
Andererseits ist es jetzt einfach auch nur schön, wieder mit meiner Familie, meinen Freunden und Michi Zeit zu verbringen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob es genauso sein wird, wie früher, und ich hatte keine Antwort und machte mir Gedanken, dass mir vielleicht einige Menschen fremd sein könnten, aber ich weiß was ich hier habe:
Menschen die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin, was mir z.B. die sehr nette Begrüßung am Flughafen (Danke Mama, Papa und Guci) oder spätere Treffen und Gespräche mit anderen “alten” Freunden gezeigt haben! Letztendlich habe ich nur viele Eindrücke dazu gewonnen, bin aber doch noch die Alte :-)!

Mittwoch, 25. August 2010

Cultureshock Fiji





Fiji war einerseits mein nervenaufreibendster aber zugleich auch relaxter Aufenthaltsort meiner Reise! Und definitiv nicht zu vergleichen mit all meinen bisherigen Reisezielen.
Die ersten 2 Nächte habe ich mit einer Fijifamily in deren Haus bzw. Umgebung verbracht. An meinem Ankunftstag wurde Abends das Essen wie dort üblich auf dem Boden (einem Art Bastteppich mit Deckchen) serviert, und am Sonntag wurde ich eingeladen mit in die Kirche zu gehen. Dort habe ich auch gleich zu spüren bekommen was “Fiji-Time” heißt: frei übersetzt könnte man sagen, das es unwichtig ist, wann es stattfindet, oder jemand wohin kommt, sondern man froh ist, das es überhaupt passiert. Nach ca. einer Stunde warten aufm Hauptplatz im Nachbardorf hat endlich der Gottesdienst begonnen,
In der “Wartezeit” sind langsam die Leute aus dem umliegenden Dörfern mit Stadtbusen eingetrudelt, die Kinder sind rumgerannt und haben gespielt, einige Erwachsene haben sich unterhalten oder gebetet, und dann gings endlich los. Es war eine Art Openair Gottesdienst. Einige Hundert Fijianer saßen auf Teppichen unter einem Plastikdach und gegenüber war ein kleiner Altar aufgebaut. In den ersten Reihen war zig kleine Kinder, die mehr oder weniger konzentriert waren, und dann der Rest meist im schneidersitz.
Besonders für die Kids war ich wohl was besonderes, da ich die einzige Europäerin war, und dementsprechend “anders” aussah. War echt süß wie sie sich gewundert haben und mir zugelacht haben.
Nach gut 2 Stunden fijianischem Gottesdienst war es endlich zu Ende, und ich wurde dem Pfarrer vorgestellt und auf ne Limo eingeladen. Alle waren supernett, und auch “meine Familie” hat mich danach schon wieder bei Ihnen zu Hause zum Essen eingeladen. Für die Fijianer ist der Gast ein Teil der Familie und eine gemeinsame Mahlzeit ist eine Selbstverständlichkeit. Am Abend habe ich sogar festgestellt, das mir als Gast sogar das Bett zur Verfügung gestellt wurde, obwohl somit ein, zwei Familienmitglieder auf dem harten Boden schlafen mussten. Savi (mein Gastgeber) wohnt mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (3 + 6Jahre) und seiner Nichte (15J.) und Neffen (17J.) in einem einfachen Fijihaus. Und dann war da auch noch der Vater von Ihm zu Besuch, der leider mit der Nichte auf dem Boden im Gang geschlafen hat Als ich das gesehen habe, habe ich mich echt schlecht gefühlt, dass ich überhaupt da bin, da sie ja sowieso wenig Platz haben, und ich habe Ihnen mein hartes, einfaches Bett angeboten, aber nur nach langem Überreden hat Anna das Angebot angenommen, und wir haben als Kompromiss beide auf der Matratze geschlafen. War ziemlich geschockt von den Verhältnissen dort, dem einfachen Leben: kein Warmwasser, kein funktionierender Herd, sondern nur ein Gaskocher, keine Microwelle, ein kaputter Wasserkocher, kaum Möbel, “Dreck”… aber andererseits sind sie es so gewohnt. Natürlich könnten sie mehr materielle Dinge gebrauchen, aber ich denke selbst wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätten, würden sie nicht all zu viel ändern, da es zum Teil deren Lebensweise ist, viel Zeit auf dem Boden zu verbringen, mit der Familie zu reden oder nur “rumzuhängen”. “Was für eine Langeweile und Eintönigkeit” dachte ich mir so oft! Kein spontaner Kinobesuch, Essen, Clubbing, Citytrip, Fahrradausflug!
Nach meinen 2 Tagen bei der Familie ging mein “Island Hopping Trip” (5 Inseln in 2 Wochen) los, und selbst da dachte ich mir oft schon nach 2-3Tagen auf einer Insel: “Es wird Zeit zu gehen“.
Für mich war das kein Problem, denn ich hatte meinen Urlaub inkl. Bootstransfer und Unterkunft schon gebucht, aber was ist mit den Inselbewohnern? Für sie ist es etwas besonderes alle paar Wochen mal nach Nadi, auf die Hauptinsel zu fahren. Was für ein Leben, so ohne große Abwechslung!
Wie das leider oft so ist, bekommen die Touristen das Leben der Einheimischen meist gar nicht mit, oder interessieren sich erst gar nicht dafür, aber ich hatte besonders in Fidschi keine Lust mit “den Deutschen” rumzuhängen und zum x -ten mal zu erzählen wie ich gereist bin usw.
Stattdessen hab ich mich hin und wieder mit dem Personal unterhalten, oder bin früh (20.30?) ins Bett.
Mit den anderen trinken konnte ich eh nicht, da leider in meiner ersten Unterkunft Geld gestohlen wurde.
Aus dem Safe von einem der Mitarbeiter! Das muss man sich mal vorstellen! Lange Geschichte kurz erzählt: nach Beschwerden und 2 Besuchen bei der Polizei (inkl. Fotoseccion und Heiratsangeboten) hatte ich mein Geld nach 2 Wochen wieder höchstpersönlich vom Resortmanager wiederbekommen. Und ne Umarmung und der Satz “Oh no Problem, no Problem! We are family!” gabs gratis dazu!
Jaja, andere Länder andere Sitten! Man hört so dieses und jenes, aber erst wenn man selbst da ist, kann mich sich davon überzeugen und sich seine eigene Meinung bilden.
Hier in den USA, Californien haben sich bisher schon einige Klischees bestätigt, und ich war noch nicht mal in L.A. und Vegas! Aber bald!

Mittwoch, 11. August 2010

New Zealand in 2 weeks


Ich dachte Neuseeland wäre kleiner, denn ich muss sagen meine letzten zwei Wochen dort waren doch etwas stressig, da ich viel im Bus saß, dafür aber auch viel gesehen habe.
Das einzige, was ich von Australien aus organisiert hatte war meine Unterkunft. Aber endlich mal kein Hostel, sondern ich habe mich endlich dazu durchgerungen, bei ein paar Couchsurfern nachzufragen, ob ich dort ein, zwei Tage bleiben kann. Ihr kennt Couchsurfing nicht? Kann ich nur jedem empfehlen, der ein Abenteuer und Abwechslung sucht, Tipps von den Einheimischen möchte, und dazu auch noch Geld sparen will.
Man meldet sich einfach bei Couchsurfing.com an, sucht sich die Stadt, Altersstufe, Geschlecht, usw.. von den Leuten bei denen man gerne bleiben möchte, und schon Sekunden später bekommt man ne Liste von Leuten, die sich bereit erklären einem die Couch zur Verfügung zu stellen.
War anfangs etwas skeptisch, aber ich hatte bisher zum Glueck nur positive Erfahrungen!
Das fing schon damit an, dass ich in Christchurch am Flughafen von Tamsin abgeholt wurde, wir uns von Ánfang an super verstanden haben, und ich nicht nur ein Sofa, sondern sogar ein eigenes Zimmer inklusive Bad in einem schönen Haus mit Blick auf Christchurch zur Verfügung gestellt bekommen habe. Abends gings dann mit Tamsin und Ihren Freundinnen in ne Bar, und am nächsten Tag zum Sightseeing ins Zentrum. Christchurch ist ne nette Stadt, hat mich sehr an England erinnert, aber ein Tag war auch genug. Nach einer langen Nacht mit “Party-Tasmin”, war ich froh, dass ich mich den nächsten Tag im Bus ausruhen konnte. Es ging ca. 10Std. nach Queenstown im Süden der Südinsel. Das ist sozusagen das Kitzbühl von Neuseeland. Also ein angesagter Wintersportort inklusive vielen Apreskimöglichkeiten und Läden. Auf Skifahren war ich nach meinem superlangen Sommer nicht so schnell eingestellt, und außerdem hab ich die viel besseren Skigebiete zu Hause, aber wenigstens eine Apreeskiparty hab ich mitgenommen. Queenstown war sehr kalt, aber abgesehen davon ein cooler Skiort in mitten von Bergen und nahe eines Sees, und hat mich sehr an Österreich erinnert. An meinem ersten Tag hab ich mir einen Buspass gekauft, mit dem ich von Christchurch nach Auckland mit vielen Zwischenstops und 2 Ausflügen kommen konnte.
War echt zufrieden, da der Busfahrer sogar meist auch viel über die Landschaft usw. erzählt hat, und sogar die Fährenüberfahrt von der Südinsel auf die Nordinsel im Preis inbegriffen.
Der 1.Ausflug war eine Bootstour auf einem Fluss, der ins Meer mündet (Milford Sound-Boat Cruise), und der 2. war eine Führung (auch inkl. kleiner Bootstour durch eine Höhle in der 1000de von Glühwürmchen zu sehen waren. Echt interessant!
Eine andere Sache, die ich noch nie gemacht habe, war eine Wanderung auf einem Gletscher! Hab erst etwas gezögert, ob ich mir das antun soll, da ich doch so verfroren bin, aber dann dachte ich mir wenn ich schon mal die Gelegenheit dazu habe…! Und die hatte ich von dem Örten “Franz Josef” aus. Außerdem haben wir Jacken, Überziehhosen, ne Mütze und Handschuhe bekommen! Ach und nicht zu vergessen: ein Eisengestell mit Spikes für die Schuhe, damit man nicht ausrutscht! Sind so ausgerüstet ca. 2-3Stunden durch Eisschluchten und Höhlen gewandert, was ziemlich cool war. Und ich war soo froh, das es an dem Tag nicht angefangen hat zu regnen und ich somit auch (fast) nicht gefroren habe.
Nach fast einer Woche auf der Südinsel mit 4 Zwischenstops bin ich nach einer 3-stündigen Fährenfahrt in Wellington, der Hauptstadt angekommen. Und dort war ich nach Monaten mal wieder shopen: hab 2 super Schnäppchen gemacht, und mir ne neue Sonnenbrille und Sneakers gekauft J!
Nach weiteren 2 Tagen und einem weiteren Zwischenstop (in Napier, einem kleinen, süßen Ort am Meer)) bin ich bei meinem 2.Couchsurfinghost Jacko angekommen. Ein ca. 59-jähriger Maori,
der leider immer noch (nach 4 Scheidungen) seine große Liebe sucht…(über Couchsurfing)!?
Ich hab Ihm aber ganz schnell klar gemacht, dass ich nicht interessiert bin - auch wenn ich uns Palatschinken gemacht habe (sozusagen meine Gegenleistung, dass ich bei Ihm schlafen konnte). Hatten einen netten Abend, mit Gesprächen über seine und meine Reisen, die Maorikultur, die Sprache usw. War letztendlich doch echt interessant, auch wenn ich mich bei diesem Couchhost, nicht 100% wohl gefühlt habe. Aber ist ja noch mal alles gut gegangen, und er hat sich eigentlich doch sehr bemüht mir eine angenehme Zeit zu machen: hat mich abgeholt, zum Bus gefahren, viel Tee gekocht…
Dafür war aber meine letzte Gastgeberin - Sara aus Auckland super! Sie ist selbst grad erst nach einem Jahr reisen zurück gekommen, und wohnt momentan bei Ihrem Vater im Haus, der selbst grad paar Wochen unterwegs ist. Gemütliches Haus, nette Gastgeberin (wenn auch selten daheim) zentral gelegenes supergemütliches Häuschen, freies Internet, und sogar bekocht hat sie mich und mich zum Flughafen gefahren! Wie nett ist das? Denke sie weiss einfach wie es ist wenn man lange reist.. . Wenn ich zurück in Wien bin möchte ich auf jeden Fall auch mal jemandem die Gelegenheit geben bei mir zu übernachten, und somit etwa zurückgeben.
Ich bin mittlerweile in Fidschi angekommen, und surfe wieder - noch nicht im Meer, aber auf der Couch bzw. Matratze einer jungen Fijifamily in einem typischen, sehr einfachen Wellblechhaus in Nadi.
Wir würden sagen sie leben in Armut, Dreck, und ohne jeglichen Luxus (doch.. es gibt Internet!), aber sie sind zufrieden mit dem was sie haben, und dabei so glücklich!
Bald geht’s für die nächsten 2 Wochen auf 5 verschiedene Inselchen hier, wo ich mich nach der Kälte und dem “Reisestress” in Neuseeland und vor Californien erholen möchte! Sonnen, tauchen, schwimmen, lesen, schnorcheln, relaxen…
Ich hoffe wenigstens einiges davon könnt Ihr während Eures Sommerurlaubs auch machen! Viel Spass dabei!

Dienstag, 20. Juli 2010

Outback: Alice Springs, Kings Canyon, Olgas and Uluru


Hier sitze ich nun im kalten Neuseeland und denke zurück!
Meine aufregende und super Zeit in Australien ist rum!
Kann nicht sagen, was bzw. wo es mir am Besten gefallen hat. Fast 9,5 Monate sind eine lange Zeit, aber einer meiner Highlights war auch mein Trip ins Outback.
Nach meiner langen Zugfahrt (fast 2000km) bin ich in Alice Springs angekommen, und habe gleich meinen ersten Kälteschock bekommen.
Ich dachte es wird erst in Neuseeland kalt, und in der Wüste ist es tagsüber immer warm, aber schon der Schaffner hat uns Gäste mit einer Durchsage gewarnt, dass es draußen nur 6° hat! Nach meiner langen Zeit im Westen und Norden Australiens (tropisches Klima!), war es eine ganz schön krasse Umstellung, und trotz "Zwiebellook" habe ich gefroren. D.h. mein erster Gedanke: ich brauche warme Kleidung!
“Alice” ist eine kleine Stadt, aber es gibt doch 2 Einkaufszentren, in denen ich mich eingekleidet habe. Zumindest das Wichtigste wie eine Mütze, 2Langarmshirts, dicke Socken und einen weiteren Pullover. Zu viel sollte es aber auch nicht sein, da ich ja zum Glück nur 2-3Wochen die Kälte durchstehen muss.
Nach meinem Einkauf habe ich mich in Alice umgeschaut, was allerdings nicht allzu lang gedauert hat, da es ein einfaches, kleines Städtchen mitten in der Wüste ist. Immerhin gibt es einen Aussichtshügel (Anzac Hill), von wo aus man einen guten Überblick über die Stadt und die Landschaft hat.
Am nächsten Tag ging auch schon meine 3-tägige “Rocktour” ins Outback los. Wir waren eine sehr nette, internationale Gruppe (2Dänen, 2Portugiesinen, 4Japaner, 5Deutsche, 2Engländer ..) und unser Tourguide und sein “Lehrling” waren auch sehr nett, und haben uns gut mit vielen interessanten Infos versorgt.
Zu Beginn der Reise konnten wir zum Glück erst noch für einige Stunden schlafen, da Alice Springs ca. 400km von Kings Canyon und den anderen Sehenswürdigkeiten weg ist.
Gegen Mittag sind wir allerdings bei dem Nationalpark Kings Canyon angekommen und los gings wieder mit wandern :-)! Früher hat mir das ja nie besonders Spass gemacht, aber komischerweise seit ich in Australien war und doch schon einige Kilometer zu Fuss zurückgelegt habe, habe ich Gefallen daran gefunden. Ob es an der Natur, der Luft oder den Menschen hier liegt? Keine Ahnung. Mal sehen, ob meine Wanderslust in Österreich anhält?!
Den Canyon haben wir jedenfalls ca. 3Stunden erkundet, und es war wirklich super! Wenn auch die Steigung zu Beginn sehr hart war - es hat sich gelohnt: der Ausblick war unglaublich!
Nach unserer ersten Tour mussten wir wieder einige Zeit fahren, bis es hieß: “alle aussteigen und Holz suchen fürs Lagerfeuer am Abend”!
Also los in die Wildnis und suchen.. war echt lustig. Ich hab mich von Anfang an hauptsächlich mit den deutschen Mädels sehr gut verstanden, und wir hatten unseren Spaß, denn so was haben wir noch nie gemacht! Im australischen Busch rumlaufen und Brennholz suchen! Das war aber noch nicht alles: Das Abenteuer ging Abends erst richtig los, denn wir haben irgendwo in der Wildnis gecampt. Also nicht schön am Campingplatz mit Dusche, Küche usw. (das wär ja für mich schon abenteuerlich genug), sondern irgendwo ab von der Strasse, wo es nur eine Feuerstelle gab, und ein provisorisches Dach aus Plastikplanen für den ungewöhnlichen Fall, dass es regnen sollte.
In der Dunkelheit haben wir unsere Schlafsäcke und Essen vorbereitet, und dann ging s ans “kochen”. Hab ja schon einige BBQs in Australien mitgemacht, aber eigentlich war es immer ein Elektrogrill, und es gab Fleisch, Würstchen und gegrilltes Gemüse, aber die Art das was wir im Outback gemacht haben, war wirklich was komplett neues für mich. Direkt auf die heiße Kohle wurden riesige Töpfe und Pfannen gestellt, und - kaum zu glauben - am Ende hatten wir ein leckeres Chilli Con Carne, Reis und verschiedenes Gemüse!
Satt und zufrieden saßen wir ums Feuer, die Tourguides haben uns mit Kennenlern- und Trinkspielen bei Laune gehalten, bis -unglaublich, aber wahr - es angefangen hat zu regnen!
War ja klar - dachte ich mir nur - Julia ist in der Wüste und es regnet, genauso wie an Weihnachten in Sydney, meiner 1.Campingerfahrung anfang des Jahres oder an meinem geplanten Ausflug auf die Whitsunday Island an meinem Geburtstag! Ich hab aber auch ein Pech!
Wir haben uns unter dem “Dach” versteckt, und die Nacht bei starkem Wind und Regen überlebt! Wir hatten zwar nicht nur Isomatten und Schlafsäcke, sondern einen Swag - das ist sozusagen eine wind- und wetterfeste Hülle für den Schlafsack, aber letztendlich ist doch jeder mehr oder weniger Nass geworden. Am nächsten Morgen hat es zwar aufgehört zu regnen, aber es war weiterhin grau. Zum Glück war morgens wieder erstmal eine ca. einstündige Autofahrt angesagt, wo wir unseren Schlafmangel ausgleichen konnten, bevor es zur nächsten Wanderung ging. Wir sind an den Steinformationen “Katu Tjuta” oder umgangssprachlich den “Olgas” angekommen. Es war toll zwischen den riesigen Steinen und der Hügellandschaft zu wandern (es sah aus wie eine Kulisse für einen Fantasyfilm!), und zwischendurch gab es immer wieder sehr interessante Infos über die Landschaft, die Aborigines und deren Kultur und Kunst. Auf schnelle und einfache Weise hat uns z.B. der Tourguide anhand von eben gefunden Steinen gezeigt, wie diese für die bunten Bilder der Aborigines angewendet werden.
Gegen Nachmittag ist zum Glück auch die Sonne rausgekommen, und somit hatten wir einen tollen Blick zum nahegelegenen Ayers Rock (“Uluru”).
Die 2.Campingnacht war an einem Campingplatz, jedoch wieder ohne Zelt, und dementsprechend kalt, aber immerhin hat es nicht geregnet, und wir haben als “Gutenachtgeschichte” ein bisschen Sternenkunde bekommen - inklusive Erklärung wo das “Southern Cross” ist, das man nur hier sieht, und wie man von dort aus heraus findet wo eben der Süden ist!
Unser 3.Tag begann noch früher als die beiden vorherigen, denn wir wollten den Sonnenaufgang am Uluru sehen! Es war zwar sehr kalt, aber mit einer Tasse Tee war es ok, und die Aussicht war wirklich super.
Nach unserem Frühstück dort, war Morgensport angesagt: einmal rum um den Ayers Rock - 10km in gut 1,5 Stunden!
Theoretisch hätte man auch auf den Berg steigen können, aber aus unserer Gruppe hat sich keiner dazu entschieden, da es einfach eine Sache des Respekts gegenüber den Aborigines ist, und außerdem auch sehr steil und somit gefährlich ist.
Auf unserer Heimfahrt hatten wir noch die Gelegenheit auf Kamelen zu reiten, was ich aber nicht mitgemacht habe, da ich das schon mal gemacht habe. Mir hat es gereicht, dass ich eine Horde kurz vorher in freier Natur gesehen habe. Es gibt sie also wirklich: die wilden Kamele in Australien! War es also doch nicht nur eine Geschichte der Tourguides, als diese am ersten Abend deren Sch.. von unserem Campingplatz weggeräumt haben ;-)!
Nach 3 Tagen voller neuer Erlebnisse haben wir uns alle sehr auf eine Dusche und einen Abend in der “Rockbar” in Alice gefreut, wo wir noch mal alle zusammensitzen konnten, bevor am nächsten Tag die meisten wieder in die verschiedensten Richtungen Australiens gereist sind. Ich bin noch ungewöhnlich lange in Alice geblieben - noch weitere 2 Tage, aber das war ok, denn somit hatte ich Zeit für mich um einige Sachen für meine Weiterreise zu organisieren.
Am 14.Juli gings dann aber zum 4. und vorerst letzten Mal nach Sydney. Hatte dort noch einen schönen letzten Tag mit Radka in der Stadt verbracht, aber am Freitag, den 16.Juli hieß es dann wirklich “Goodbye Australia”.
Im Flugzeug saß ich mit gemischten Gefühlen: “Eine unvergessliche Zeit in meinem Hauptreiseland ist rum, aber es kommt was neues Spannendes“. Ich bin einfach froh, dass bisher alles so gut geklappt hat, ich nicht ernsthaft krank war, nicht bestohlen wurde, nicht an die “falschen” Leute geraten bin, von keiner Spinne, Krokodil, Schlange oder sonstigen “gefährlichen australischen Tieren” gebissen wurde, keinen Unfall hatte.. usw. usw…
Wenn meine weitere Reise weiterhin so gut verläuft bin ich mehr als zufrieden und nehme auch die Kälte hier in Kauf ;-)! Genießt wenigstens Ihr in Europa die heißen Tage!


Geschrieben in Queenstown, NZ am 19.Juli 2010

Dienstag, 13. Juli 2010

Kathrine Gorge, Lichtfield + Kakadu Nationalpark and Darwin


Nach meinen Leben in Broome und auf dem Boot, hab ich einen kleinen Schock bekommen, als ich wieder in meinem “alten Backpackerleben” war. Am letzten Tag an Bord habe ich noch mitgeholfen das Boot für die neuen Passagiere blitzblank zu putzen, und abends in meinem Hostel hingen die Spinnennetze von der Decke, und der Boden war staubig - was für ein krasser Gegensatz!
Aber ich musste mich damit abfinden, auch wenn ich 1-2Tage gebraucht habe, meine Erlebnisse zu verarbeiten und wieder “runterzukommen”.
In Kununurra, eine kl. Stadt zwischen Broome und Darwin, habe ich 3 Nächte verbracht, und dort zum Glück Tobi wieder getroffen. Ich habe Ihn in Fremantle, im Südwesten Australiens vor gut 4 Monaten kurz kennengelernt, und zufällig wieder in Kununurra getroffen. Er ist aus Deutschland und reist eigentlich mit einer guten Freundin, aber zu dem Zeitpunkt war er alleine und konnte mir somit eine Mitfahrgelegenheit nach Darwin anbieten. Wir haben uns super verstanden, und es war schön, nach Wochen wieder ein langes, gutes Gespräch auf deutsch zu haben. Mein englisch ist zwar in Broome viel besser geworden, worüber ich sehr froh bin, aber trotzdem war ich froh, mal wieder deutsch sprechen zu können.
Unterwegs haben wir Kathrine Gorge besichtigt (einem Nationalpark mit einem großen Fluss), wo ich das 1.mal in Australien echt Angst hatte, wie und wo ich die Nacht verbringe. Denn wir sind kurz vor dem Sonnenuntergang dort angekommen, sind ca. 20 Minuten einen Wanderweg zum Aussichtspunkt rauf, und wollten nach dem Sonnenuntergang eigentlich auch genauso schnell wieder runter und uns dann um unsere Unterkunft kümmern. Allerdings haben wir uns für eine andere Strecke entschieden, und sind 8 km in Dämmerung bzw. schon Dunkelheit gelaufen. Wir hatten keine Taschenlampe, kein Wasser, kein Handyempfang, und sind die ganze Strecke über keiner Menschenseele begegnet. Schilder gabs auch keine, aber dafür seltsame Geräusche im Busch! Nach ca. 1 Stunden sind wir zum Glück ohne Schlangenbiss oder sonstigen Verletztungen am Parkplatz angekommen, und waren heilfroh, dass nichts passiert ist! Wer hätte das ahnen können, dass der Rückweg so viel länger ist, als der Hinweg?! Die Nacht ging spannend weiter, denn am frühen Abend als wir in Kathrine angekommen sind, habe ich das 1.mal hier in ein Hostel eingecheckt, und nach 10 Minuten wieder ausgecheckt, da es soo ungemütlich und stinkig war. Dementsprechend hatten wir gegen acht immer noch keine Unterkunft, und haben uns dafür entschieden, Geld zu sparen, und im Auto zu schlafen. Nachdem wir ne halbe Stunden in dem Ort rumgefahren sind, und einen guten, sicheren Schlafplatz ohne Hundegebell, Strassenbeleuchtung, oder Aborigines gefunden haben, konnten wir beruhigt, wenn auch nicht gerade bequem, einschlafen. Aber für eine Nacht war es schon ok.
Am nächsten Tag gings weiter Richtung Darwin. Am Nachmittag haben wir einen schönen Zwischenstop im Litchfield Nationalpark gemacht, und sind abends glücklich und todmüde in Darwin angekommen. Ich war positiv überrascht von der Stadt, da sie sehr modern und belebt war.
An meinem ersten Tag in Darwin habe ich mich erstmal orientiert wo ich bin, was es so gibt, und mich wegen Touren im Outback zum Uluru und in den bekanntesten und besten Nationalpark Australiens, den Kakadunationalpark, erkundigt.
Nach 3 Tagen in Darwin gings los: mit einer Gruppe zuerst noch mal in den Litchfield, dann in den Kakadunationalpark. Habe anfangs etwas gezögert, ob ich mir diesen Ausflug wirklich noch gönnen soll, denn ich war schon in anderen Nationalparks zuvor, aber ich muss sagen, dass das eine meiner besten Touren war. Wir sind viel gewandert, eine Bootstour in einem Krokodilfluss gemacht, sind in Wasserfällen geschwommen, haben neue Höhlen entdeckt, Aborigines-Rock-Art angeschaut, viele Infos über Land und Leute bekommen, Bier getrunken, viel, viel gelacht, und einfach ne super Zeit gehabt. Kann das alles gar nicht auf die schnelle erklären, aber es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Außerdem hat sich dadurch meine weitere Unterkunft in Darwin für die kommende Woche sehr zum positiven verändert. Endlich wollte ich mal mit “Couchsurfing” anfangen. D.h. ich habe mein Internetprofil schön ausgefüllt, und 2-3Leute in Darwin die auch bei der Homepage registriert sind, angeschrieben, ob ich bei Ihnen wohnen kann. Als ich von der Tour zurückkam, hatte ich aber noch keine Antwort, und da Joel - unser Tourguide - selbst viel in Europa gereist ist, und fast nur couchsurfing gemacht hat, hat er mir angeboten, bei Ihm zu wohnen. Somit bin ich für ca. 1 Woche bei Ihm und seinen 2 Mitbewohnern in einer tollen, modernen Wohnung mit rießen Balkon inklusive Meerblick, eingezogen. X mal besser und billiger als im Hostel, und mit dem Vorteil, dass ich sehen konnte, wie die “Locals” (Einheimischen) wohnen. Habe mich mit Joel super verstanden, und wir haben seine freien Tage zusammen verbracht.. waren im Freiluftkino, aufm Markt, spazieren, und zum Ausgleich habe ich für Ihn gekocht, und Ihm zum Essen eingeladen. Nach 3Tagen musste er wieder auf Tour, und ich wollte eigentlich wieder in Hostel ziehen. Jedoch habe ich mich auch mit Claire, seiner Mitbewohnerin so gut verstanden, so dass ich noch 3 weitere Tage in der Wohnung geblieben bin, und mit Ihr Zeit verbracht habe, bis ich dann letzten Mittwoch in den GHAN-Zug gestiegen bin Richtung Alice Springs - meiner letzten Station - dem wahren Outback!