Montag, 1. November 2010

Last stop California + Las Vegas and back in reality



Seit gut einem Monat bin ich nun wieder zurück in meinem neuen/alten Leben in Wien, aber momentan geniesse ich die letzten Oktobertage im Englischen Garten in München, und kann das alles, was im letzten Jahr passiert ist gar nicht glauben!

Meine letzten 5 Wochen in Californien waren zum Abschluss meiner Reise noch mal ein Highlight!
Zum einen kam Simona aus Köln, die ich in Sydney vor einem Jahr kennengelernt habe für 2 Wochen und dann Michi, den ich auch letztes Jahr im Sommer in Wien bzw. Bratislava das Erste mal sah.
Dazu aber später..:-) !
Die Zeit mit Simona war so ganz anders als meine Reisen zuvor alleine oder mit anderen aus aller Welt, da wir befreundet sind, 24 Stunden zusammen waren und außerdem nicht mehr in Hosteldorms (Mehrbettzimmer), sondern “private rooms” übernachtet haben, und in Las Vegas sogar in einem 5Sterne Hotel!
Begonnen haben wir unseren gemeinsamen Urlaub in San Francisco, wo wir 3 Tage waren. Was mir dort extrem aufgefallen ist, sind die hunderten von steilen “Bergen” mitten in der Stadt, aber auch die unglaublich vielen Obdachlosen an jeder Straßenecke. Nebel morgens war meistens normal, und auch die Temperaturen waren geringer als erwartet. Aber insgesamt hat uns San Francisco sehr gut gefallen, und wir haben viel gesehen, wie z.B. Fishermans Wharf, Alcatraz, Union Square, Chinatown, und eine nervenaufreibende Fahrt mit der “Cable Car” haben wir uns auch nicht entgehen lassen.
Und dann gings los: unser Roadtrip den PCH (Pacific Coast Highway) die Küste runter mit unserem Leihwagen bis nach Los Angeles. Bei der Autoabholung war ich extrem nervös, weil ich ja seit einem Jahr nicht mehr auf der rechten Strassenseite gefahren bin, und noch dazu aus der Stadtmitte von San Francisco mit all dem Verkehr starten sollte. Aber ich muss sagen: nach kurzer Zeit, und dank breiten Straßen und Automaticschaltung gab es kein Problem und ich hatte richtig Spaß durch Californien zu cruisen, auch wenn es manchmal ein bisschen viel war allein. Aber definitiv die bessere Lösung als mit dem Bus oder ähnlichem, denn in den USA hat einfach jeder ein Auto, und es ist viel leichter von A nach B zu kommen als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Unser erster Stop war Santa Cruz - ein alter Hippie-Surfer-Ort. Es war so cool - und richtig typisch amerikanisch mit den Rollercoastern (Fahrgeschäften) an der Strandpromenade, vielen Imbissbuden mit XXL - Burgern, Eis und Donats, und einigen Souvenirläden. Die Leute dort - meistens amerikanische Touristen, da ja noch Hochsaison war, auch wie ausm Bilderbuch: Käppi, Kupuzenpulli, Flipflops oder Turnschuhe, oft übergewichtig , jeder 2. ein I Phone in der Hand,
R n B und Blackmusic aus den Lautsprechern der Geschäfte, und nicht zu vergessen die rießigen Autos auf den Parkplätzen!
Es war schon alles sehr neu und witzig!
In Santa Cruz wär auch die erste Gelegenheit gewesen im Meer Baden zu gehen, aber Schock: nach meiner Zeit in Australien und Fidschi war ich was die Wassertemperaturen anging verwöhnt, und muss gestehen, dass ich mich nicht tiefer als bis zu den Knien ins Wasser gewagt habe. Und nicht nur das - allgemein war in ganz Californien das Wasser meistens nicht besonders sauber, und auch die Strände nicht zu vergleichen mit dem wunderschönen AUSTRALIEN!
In Santa Barbara, unserem Lieblingsort war es leider genauso, aber dafür waren wir mehr shoppen und party machen. Das ist ja wirklich so ein süßer Strandort wo viele Leute aus L.A. mit dem nötigen Kleingeld Ihr Wochenendhäuschen haben. Dort könnte ich mir auch vorstellen zu leben ;-) - zumindest für einige Monate im Jahr wenn hier ungemütlich und kalt wird!
Los Angeles hat mir nicht besonders gefallen. Bis auf die typischen Sightseeingsachen wie das Hollywood Sign, Chinese Theater mit den Händeabdrücken der Stars, den Walk of Fame und die Hollywood Studios hat es nicht wirklich viel zu bieten - zumindest wenn man nur 2-3 Tage als Tourist da. Ich weiß jetzt wo Leonardo Caprio und Jennifer Lopez wohnen, aber ehrlich gesagt hat mich der Strip in Las Vegas mehr beeindruckt. Volle vier Tagen haben Simona und ich im MGM Hotel gewohnt, und es uns so richtig gut gehen lassen. In Vegas ist sogar ein 4-5 Sterne Hotel leistbar, da davon ausgegangen wird, dass die Touristen und Spieler überall sonst umso mehr Geld ausgeben. Mit Simona war ich noch sparsam - an den “Einarmigen Banditen” haben wir nur in Centbeträgen gespielt und sind oft zum MC Donalds oder Starbucks essen gegangen. Die Poolanlagen in den Hotels und Clubs (für uns Mädels) waren zum Glück umsonst! Also definitiv rentabel, wenn man einfach ein paar Tage relaxen, und Nächte feiern will. Alles - auch die Zeit und das Geld - scheint dort nicht wichtig zu sein. Und man sieht Menschen und erlebt Dinge, die besser in Vegas bleiben sollten. Nicht umsonst heißt es so schön: “What happens in Vegas stays in Vegas” ;-) !

Nach gut 2 Wochen ist Simona von Vegas zurück nach Köln geflogen und ich bin allein mit dem Auto nach L.A. zurückgefahren, um noch am selben Tag, den 2.September Michi abends vom Flughafen abzuholen. Wer ist Michi wurde ich hin und wieder gefragt, und ich wusste nicht genau was ich auf die Frage antworten sollte. “Ein alter Freund” - Nein! “Ein Bekannter” - Nein! Wie auch immer ...
Wir haben uns letztes Jahr im Sommer kennengelernt, und konnten uns trotz tausender Kilometer nicht vergessen und hatten auch immer wieder Kontakt. Schon zum Abschied in München vor einem Jahr meinte er, dass er mich vielleicht besuchen kommt, aber wir beide hätten nicht wirklich gedacht, das es klappt.
Vor unserem Wiedersehen am Flughafen waren wir beide natürlich total aufgeregt, wie wohl der bevorstehende gemeinsame Urlaub wird und ob wir uns denn nach einem Jahr verstehen werden?!
Aber alle Gedanken bzw. Bedenken waren umsonst, und wir haben uns von Anfang an super verstanden, und hatten eine tolle Zeit zusammen. Wir konnten uns einfach so kennenlernen wie wir wirklich sind!
Wir haben zuerst 2 Tage in Venice (Stadtteil von L.A., am Strand) verbracht, waren dann gemeinsam noch mal in Santa Barbara, haben dann einen sehr witzigen Abend und sehr entspannten Tag in Newport (wo O.C. California gedreht wird) verbracht, und sind dann noch weiter in den Süden nach San Diego! “Unserer Stadt” - statt 2-3 Nächten haben wir von Tag zu Tag verlängert und waren insgesamt 6, weil es uns so gut gefallen hat. Wir kannten uns danach schon richtig gut aus, und wollten gar nicht mehr weg! Aber andererseits war immer wieder die Idee von einem Kurztrip in Mexico im Hinterkopf. Klar haben wir immer wieder mitbekommen, dass es “gefährlich” sein soll, aber der Reiz war einfach da, und so entschieden wir, dass wir das Auto an der Californischen Grenze stehen zu lassen, und für einen Tag oder evtl. Nacht rüber nach Tijuana zu laufen. Der Plan ist nicht ganz aufgegangen, da wir leider den letzten Parkplatz vor dem Grenzübergang verpasst haben, und somit mit dem Auto rüberfahren mussten. Neue Idee: “Wir drehen einfach um und fahren wir zurück”.
Allerdings war auf der mexikanischen Seite ein riesiger Stau, den wir nicht auf uns nehmen wollten, und somit sind wir erstmal in Tijuana - ohne Navi oder Stadtplan rumgefahren. Schön die Fenster geschlossen, mit einem leicht komischen Gefühl im Magen, aber doch guter Hoffnung, dass wir ein Hotel mit Garage finden. Der Gegensatz zu Californien war schon ziemlich krass: chaotische Fahrweise, heruntergekommene Häuser, Menschen auf der Strasse, die einem irgendwas andrehen wollen, mexikanische Sänger, …
Nachdem wir gefühlsmäßig die ganze Stadt abgefahren haben, haben wir in einem Stadtteil am Meer ein einfaches Hotel (mit privatem Parkplatz!) gefunden, und nach all der Aufregung sind wir auch abends nur in der Gegend eine Pizza essen gegangen und nicht mehr in die Stadt rein gefahren.
Aber am nächsten Tag wollten wir uns noch mal zu Fuß das Zentrum anschauen, und nachdem wir einem bewachten Parkplatz gefunden haben, hatten wir 2-3 Stunden Zeit. Michi hat sich ein komisches Souvenir aufschwätzen lassen, ich habe eine kleine Ledertasche (weil ich ja noch nicht genug habe!) gekauft, und danach haben wir uns richtig leckere Tapas und Margaritas für wenig Geld schmecken lassen.
Und am selben Abend waren wir auch schon wieder gut in Californien zurück. Der Trip war spannend, und trotz dem Risiko dass was hätte passieren können eine gute Idee. No riss no fun sag ich da nur wieder!
Unsere nächste Nacht haben wir in Palm Springs - einer Wüstenstadt verbracht, von wo aus wir am Tag drauf wie schon lange geplant unsere Wanderung im Josua Tree Park gemacht haben. In Australien war ich ja in einigen Nationalparks, und deswegen hatte ich auch meine Vorstellung von diesem Nationalpark, aber ich hatte nicht bedacht, dass er “In the middle of nowhere” - in der Wüste - liegt. Unser erster Spaziergang ging ca. über 2 Stunden (in der Mittagshitze!), aber das tolle dabei war, dass wir auf halber Strecke an einer richtigen Oase mit großen Palmen angekommen sind!
So etwas kannte ich bisher nur aus Filmen, aber es war sehr interessant das mal live zu sehen. Außerdem waren wir die einzigen und um uns herum nur Berge aus Sand und Steinen, Kakteen dazwischen und im Tal die einfachen Häuschen der kleinen Wüstenfarmen. Nach diesem anstrengenden Spaziergang gings immer wieder Teils mit dem Auto, teils zu Fuß weiter, und es war wirklich schön diese interessante Landschaft zu sehen!
Danach hieß es aber wieder: Genug Natur und ab nach Vegas! Wenn auch das 2.mal für mich: immer wieder gerne! Und mit Michi war es sowieso ganz anders. Schick Essen gehen, lang ausschlafen, wenig Party, aber dafür gescheit gezockt am Roulette!
Der erste Abend lief super: Michi hat über 200 Dollar gewonnen und ich etwa 80, wobei ich auch nicht so viel Startkapital hatte wie er. Es waren witzige Leute mit am Tisch, und die Drinks waren wie in jedem Casino dort umsonst. Leider hat das Glück die nächsten Tage nicht angehalten, aber trotzdem hatten wir viel Spass und haben nichts bereut. Auch der Helikopterflug über den Grand Canyon zu einer alten Farm mit “richtigen Cowboys” war jeden Cent wert!
Ach ja.. schön war s! “träum”!
Michi ist dann am 19., und ich am 20. September von L.A. zurückgeflogen, und obwohl wir so eine tolle Zeit zusammen hatten war besonders ich unsicher wie s daheim mit uns weitergeht.
Jetzt nach einigen Wochen zurück im Alltag kann ich sagen, das es mehr ist als nur ein Urlaubsflirt, denn wir glauben zu wissen, dass wir echt gut zusammenpassen und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander auch wenn er momentan in München wohnt. Noch! Denn:
Er hat vor einer Woche eine Zusage für den Job in Wien (für den er sich schon im Sommer beworben hat) bekommen und wird ab Januar 2011 auch in Wien arbeiten!
Ende gut alles gut! Mein Jahr ist rum, und hiermit - am Ende meines letzten Bloggeintrags - werde ich sentimental, aber es war eine tolle Zeit, die ich nie vergessen werde!
Andererseits ist es jetzt einfach auch nur schön, wieder mit meiner Familie, meinen Freunden und Michi Zeit zu verbringen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob es genauso sein wird, wie früher, und ich hatte keine Antwort und machte mir Gedanken, dass mir vielleicht einige Menschen fremd sein könnten, aber ich weiß was ich hier habe:
Menschen die mir wichtig sind und denen ich wichtig bin, was mir z.B. die sehr nette Begrüßung am Flughafen (Danke Mama, Papa und Guci) oder spätere Treffen und Gespräche mit anderen “alten” Freunden gezeigt haben! Letztendlich habe ich nur viele Eindrücke dazu gewonnen, bin aber doch noch die Alte :-)!

1 Kommentar:

  1. Nun ist das Australien-Jahr, mit eine Reise rund um den Globus für dich Julia glücklich zu Ende, und für alle hier in Europa die dich lieben oder auch nur kennen endlich zu Ende, da wir dauernd in Gedanken mit dir waren mit Bange um dein Wohlsein oder auch mit der Befürchtung, Du könntest vielleicht in Australien bleiben wollen, wie schon manche vor dir.
    Du hast dir ein großartiger Traum erfüllt und einen glänzende Reiseablauf perfekt absolviert.Wir sind stolz auf deine Leistung und glücklich, dass du wieder in Europa bist.

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