Fiji war einerseits mein nervenaufreibendster aber zugleich auch relaxter Aufenthaltsort meiner Reise! Und definitiv nicht zu vergleichen mit all meinen bisherigen Reisezielen.
Die ersten 2 Nächte habe ich mit einer Fijifamily in deren Haus bzw. Umgebung verbracht. An meinem Ankunftstag wurde Abends das Essen wie dort üblich auf dem Boden (einem Art Bastteppich mit Deckchen) serviert, und am Sonntag wurde ich eingeladen mit in die Kirche zu gehen. Dort habe ich auch gleich zu spüren bekommen was “Fiji-Time” heißt: frei übersetzt könnte man sagen, das es unwichtig ist, wann es stattfindet, oder jemand wohin kommt, sondern man froh ist, das es überhaupt passiert. Nach ca. einer Stunde warten aufm Hauptplatz im Nachbardorf hat endlich der Gottesdienst begonnen,
In der “Wartezeit” sind langsam die Leute aus dem umliegenden Dörfern mit Stadtbusen eingetrudelt, die Kinder sind rumgerannt und haben gespielt, einige Erwachsene haben sich unterhalten oder gebetet, und dann gings endlich los. Es war eine Art Openair Gottesdienst. Einige Hundert Fijianer saßen auf Teppichen unter einem Plastikdach und gegenüber war ein kleiner Altar aufgebaut. In den ersten Reihen war zig kleine Kinder, die mehr oder weniger konzentriert waren, und dann der Rest meist im schneidersitz.
Besonders für die Kids war ich wohl was besonderes, da ich die einzige Europäerin war, und dementsprechend “anders” aussah. War echt süß wie sie sich gewundert haben und mir zugelacht haben.
Nach gut 2 Stunden fijianischem Gottesdienst war es endlich zu Ende, und ich wurde dem Pfarrer vorgestellt und auf ne Limo eingeladen. Alle waren supernett, und auch “meine Familie” hat mich danach schon wieder bei Ihnen zu Hause zum Essen eingeladen. Für die Fijianer ist der Gast ein Teil der Familie und eine gemeinsame Mahlzeit ist eine Selbstverständlichkeit. Am Abend habe ich sogar festgestellt, das mir als Gast sogar das Bett zur Verfügung gestellt wurde, obwohl somit ein, zwei Familienmitglieder auf dem harten Boden schlafen mussten. Savi (mein Gastgeber) wohnt mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (3 + 6Jahre) und seiner Nichte (15J.) und Neffen (17J.) in einem einfachen Fijihaus. Und dann war da auch noch der Vater von Ihm zu Besuch, der leider mit der Nichte auf dem Boden im Gang geschlafen hat Als ich das gesehen habe, habe ich mich echt schlecht gefühlt, dass ich überhaupt da bin, da sie ja sowieso wenig Platz haben, und ich habe Ihnen mein hartes, einfaches Bett angeboten, aber nur nach langem Überreden hat Anna das Angebot angenommen, und wir haben als Kompromiss beide auf der Matratze geschlafen. War ziemlich geschockt von den Verhältnissen dort, dem einfachen Leben: kein Warmwasser, kein funktionierender Herd, sondern nur ein Gaskocher, keine Microwelle, ein kaputter Wasserkocher, kaum Möbel, “Dreck”… aber andererseits sind sie es so gewohnt. Natürlich könnten sie mehr materielle Dinge gebrauchen, aber ich denke selbst wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätten, würden sie nicht all zu viel ändern, da es zum Teil deren Lebensweise ist, viel Zeit auf dem Boden zu verbringen, mit der Familie zu reden oder nur “rumzuhängen”. “Was für eine Langeweile und Eintönigkeit” dachte ich mir so oft! Kein spontaner Kinobesuch, Essen, Clubbing, Citytrip, Fahrradausflug!
Nach meinen 2 Tagen bei der Familie ging mein “Island Hopping Trip” (5 Inseln in 2 Wochen) los, und selbst da dachte ich mir oft schon nach 2-3Tagen auf einer Insel: “Es wird Zeit zu gehen“.
Für mich war das kein Problem, denn ich hatte meinen Urlaub inkl. Bootstransfer und Unterkunft schon gebucht, aber was ist mit den Inselbewohnern? Für sie ist es etwas besonderes alle paar Wochen mal nach Nadi, auf die Hauptinsel zu fahren. Was für ein Leben, so ohne große Abwechslung!
Wie das leider oft so ist, bekommen die Touristen das Leben der Einheimischen meist gar nicht mit, oder interessieren sich erst gar nicht dafür, aber ich hatte besonders in Fidschi keine Lust mit “den Deutschen” rumzuhängen und zum x -ten mal zu erzählen wie ich gereist bin usw.
Stattdessen hab ich mich hin und wieder mit dem Personal unterhalten, oder bin früh (20.30?) ins Bett.
Mit den anderen trinken konnte ich eh nicht, da leider in meiner ersten Unterkunft Geld gestohlen wurde.
Aus dem Safe von einem der Mitarbeiter! Das muss man sich mal vorstellen! Lange Geschichte kurz erzählt: nach Beschwerden und 2 Besuchen bei der Polizei (inkl. Fotoseccion und Heiratsangeboten) hatte ich mein Geld nach 2 Wochen wieder höchstpersönlich vom Resortmanager wiederbekommen. Und ne Umarmung und der Satz “Oh no Problem, no Problem! We are family!” gabs gratis dazu!
Jaja, andere Länder andere Sitten! Man hört so dieses und jenes, aber erst wenn man selbst da ist, kann mich sich davon überzeugen und sich seine eigene Meinung bilden.
Hier in den USA, Californien haben sich bisher schon einige Klischees bestätigt, und ich war noch nicht mal in L.A. und Vegas! Aber bald!