Mittwoch, 25. August 2010

Cultureshock Fiji





Fiji war einerseits mein nervenaufreibendster aber zugleich auch relaxter Aufenthaltsort meiner Reise! Und definitiv nicht zu vergleichen mit all meinen bisherigen Reisezielen.
Die ersten 2 Nächte habe ich mit einer Fijifamily in deren Haus bzw. Umgebung verbracht. An meinem Ankunftstag wurde Abends das Essen wie dort üblich auf dem Boden (einem Art Bastteppich mit Deckchen) serviert, und am Sonntag wurde ich eingeladen mit in die Kirche zu gehen. Dort habe ich auch gleich zu spüren bekommen was “Fiji-Time” heißt: frei übersetzt könnte man sagen, das es unwichtig ist, wann es stattfindet, oder jemand wohin kommt, sondern man froh ist, das es überhaupt passiert. Nach ca. einer Stunde warten aufm Hauptplatz im Nachbardorf hat endlich der Gottesdienst begonnen,
In der “Wartezeit” sind langsam die Leute aus dem umliegenden Dörfern mit Stadtbusen eingetrudelt, die Kinder sind rumgerannt und haben gespielt, einige Erwachsene haben sich unterhalten oder gebetet, und dann gings endlich los. Es war eine Art Openair Gottesdienst. Einige Hundert Fijianer saßen auf Teppichen unter einem Plastikdach und gegenüber war ein kleiner Altar aufgebaut. In den ersten Reihen war zig kleine Kinder, die mehr oder weniger konzentriert waren, und dann der Rest meist im schneidersitz.
Besonders für die Kids war ich wohl was besonderes, da ich die einzige Europäerin war, und dementsprechend “anders” aussah. War echt süß wie sie sich gewundert haben und mir zugelacht haben.
Nach gut 2 Stunden fijianischem Gottesdienst war es endlich zu Ende, und ich wurde dem Pfarrer vorgestellt und auf ne Limo eingeladen. Alle waren supernett, und auch “meine Familie” hat mich danach schon wieder bei Ihnen zu Hause zum Essen eingeladen. Für die Fijianer ist der Gast ein Teil der Familie und eine gemeinsame Mahlzeit ist eine Selbstverständlichkeit. Am Abend habe ich sogar festgestellt, das mir als Gast sogar das Bett zur Verfügung gestellt wurde, obwohl somit ein, zwei Familienmitglieder auf dem harten Boden schlafen mussten. Savi (mein Gastgeber) wohnt mit seiner Frau und 2 kleinen Kindern (3 + 6Jahre) und seiner Nichte (15J.) und Neffen (17J.) in einem einfachen Fijihaus. Und dann war da auch noch der Vater von Ihm zu Besuch, der leider mit der Nichte auf dem Boden im Gang geschlafen hat Als ich das gesehen habe, habe ich mich echt schlecht gefühlt, dass ich überhaupt da bin, da sie ja sowieso wenig Platz haben, und ich habe Ihnen mein hartes, einfaches Bett angeboten, aber nur nach langem Überreden hat Anna das Angebot angenommen, und wir haben als Kompromiss beide auf der Matratze geschlafen. War ziemlich geschockt von den Verhältnissen dort, dem einfachen Leben: kein Warmwasser, kein funktionierender Herd, sondern nur ein Gaskocher, keine Microwelle, ein kaputter Wasserkocher, kaum Möbel, “Dreck”… aber andererseits sind sie es so gewohnt. Natürlich könnten sie mehr materielle Dinge gebrauchen, aber ich denke selbst wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätten, würden sie nicht all zu viel ändern, da es zum Teil deren Lebensweise ist, viel Zeit auf dem Boden zu verbringen, mit der Familie zu reden oder nur “rumzuhängen”. “Was für eine Langeweile und Eintönigkeit” dachte ich mir so oft! Kein spontaner Kinobesuch, Essen, Clubbing, Citytrip, Fahrradausflug!
Nach meinen 2 Tagen bei der Familie ging mein “Island Hopping Trip” (5 Inseln in 2 Wochen) los, und selbst da dachte ich mir oft schon nach 2-3Tagen auf einer Insel: “Es wird Zeit zu gehen“.
Für mich war das kein Problem, denn ich hatte meinen Urlaub inkl. Bootstransfer und Unterkunft schon gebucht, aber was ist mit den Inselbewohnern? Für sie ist es etwas besonderes alle paar Wochen mal nach Nadi, auf die Hauptinsel zu fahren. Was für ein Leben, so ohne große Abwechslung!
Wie das leider oft so ist, bekommen die Touristen das Leben der Einheimischen meist gar nicht mit, oder interessieren sich erst gar nicht dafür, aber ich hatte besonders in Fidschi keine Lust mit “den Deutschen” rumzuhängen und zum x -ten mal zu erzählen wie ich gereist bin usw.
Stattdessen hab ich mich hin und wieder mit dem Personal unterhalten, oder bin früh (20.30?) ins Bett.
Mit den anderen trinken konnte ich eh nicht, da leider in meiner ersten Unterkunft Geld gestohlen wurde.
Aus dem Safe von einem der Mitarbeiter! Das muss man sich mal vorstellen! Lange Geschichte kurz erzählt: nach Beschwerden und 2 Besuchen bei der Polizei (inkl. Fotoseccion und Heiratsangeboten) hatte ich mein Geld nach 2 Wochen wieder höchstpersönlich vom Resortmanager wiederbekommen. Und ne Umarmung und der Satz “Oh no Problem, no Problem! We are family!” gabs gratis dazu!
Jaja, andere Länder andere Sitten! Man hört so dieses und jenes, aber erst wenn man selbst da ist, kann mich sich davon überzeugen und sich seine eigene Meinung bilden.
Hier in den USA, Californien haben sich bisher schon einige Klischees bestätigt, und ich war noch nicht mal in L.A. und Vegas! Aber bald!

Mittwoch, 11. August 2010

New Zealand in 2 weeks


Ich dachte Neuseeland wäre kleiner, denn ich muss sagen meine letzten zwei Wochen dort waren doch etwas stressig, da ich viel im Bus saß, dafür aber auch viel gesehen habe.
Das einzige, was ich von Australien aus organisiert hatte war meine Unterkunft. Aber endlich mal kein Hostel, sondern ich habe mich endlich dazu durchgerungen, bei ein paar Couchsurfern nachzufragen, ob ich dort ein, zwei Tage bleiben kann. Ihr kennt Couchsurfing nicht? Kann ich nur jedem empfehlen, der ein Abenteuer und Abwechslung sucht, Tipps von den Einheimischen möchte, und dazu auch noch Geld sparen will.
Man meldet sich einfach bei Couchsurfing.com an, sucht sich die Stadt, Altersstufe, Geschlecht, usw.. von den Leuten bei denen man gerne bleiben möchte, und schon Sekunden später bekommt man ne Liste von Leuten, die sich bereit erklären einem die Couch zur Verfügung zu stellen.
War anfangs etwas skeptisch, aber ich hatte bisher zum Glueck nur positive Erfahrungen!
Das fing schon damit an, dass ich in Christchurch am Flughafen von Tamsin abgeholt wurde, wir uns von Ánfang an super verstanden haben, und ich nicht nur ein Sofa, sondern sogar ein eigenes Zimmer inklusive Bad in einem schönen Haus mit Blick auf Christchurch zur Verfügung gestellt bekommen habe. Abends gings dann mit Tamsin und Ihren Freundinnen in ne Bar, und am nächsten Tag zum Sightseeing ins Zentrum. Christchurch ist ne nette Stadt, hat mich sehr an England erinnert, aber ein Tag war auch genug. Nach einer langen Nacht mit “Party-Tasmin”, war ich froh, dass ich mich den nächsten Tag im Bus ausruhen konnte. Es ging ca. 10Std. nach Queenstown im Süden der Südinsel. Das ist sozusagen das Kitzbühl von Neuseeland. Also ein angesagter Wintersportort inklusive vielen Apreskimöglichkeiten und Läden. Auf Skifahren war ich nach meinem superlangen Sommer nicht so schnell eingestellt, und außerdem hab ich die viel besseren Skigebiete zu Hause, aber wenigstens eine Apreeskiparty hab ich mitgenommen. Queenstown war sehr kalt, aber abgesehen davon ein cooler Skiort in mitten von Bergen und nahe eines Sees, und hat mich sehr an Österreich erinnert. An meinem ersten Tag hab ich mir einen Buspass gekauft, mit dem ich von Christchurch nach Auckland mit vielen Zwischenstops und 2 Ausflügen kommen konnte.
War echt zufrieden, da der Busfahrer sogar meist auch viel über die Landschaft usw. erzählt hat, und sogar die Fährenüberfahrt von der Südinsel auf die Nordinsel im Preis inbegriffen.
Der 1.Ausflug war eine Bootstour auf einem Fluss, der ins Meer mündet (Milford Sound-Boat Cruise), und der 2. war eine Führung (auch inkl. kleiner Bootstour durch eine Höhle in der 1000de von Glühwürmchen zu sehen waren. Echt interessant!
Eine andere Sache, die ich noch nie gemacht habe, war eine Wanderung auf einem Gletscher! Hab erst etwas gezögert, ob ich mir das antun soll, da ich doch so verfroren bin, aber dann dachte ich mir wenn ich schon mal die Gelegenheit dazu habe…! Und die hatte ich von dem Örten “Franz Josef” aus. Außerdem haben wir Jacken, Überziehhosen, ne Mütze und Handschuhe bekommen! Ach und nicht zu vergessen: ein Eisengestell mit Spikes für die Schuhe, damit man nicht ausrutscht! Sind so ausgerüstet ca. 2-3Stunden durch Eisschluchten und Höhlen gewandert, was ziemlich cool war. Und ich war soo froh, das es an dem Tag nicht angefangen hat zu regnen und ich somit auch (fast) nicht gefroren habe.
Nach fast einer Woche auf der Südinsel mit 4 Zwischenstops bin ich nach einer 3-stündigen Fährenfahrt in Wellington, der Hauptstadt angekommen. Und dort war ich nach Monaten mal wieder shopen: hab 2 super Schnäppchen gemacht, und mir ne neue Sonnenbrille und Sneakers gekauft J!
Nach weiteren 2 Tagen und einem weiteren Zwischenstop (in Napier, einem kleinen, süßen Ort am Meer)) bin ich bei meinem 2.Couchsurfinghost Jacko angekommen. Ein ca. 59-jähriger Maori,
der leider immer noch (nach 4 Scheidungen) seine große Liebe sucht…(über Couchsurfing)!?
Ich hab Ihm aber ganz schnell klar gemacht, dass ich nicht interessiert bin - auch wenn ich uns Palatschinken gemacht habe (sozusagen meine Gegenleistung, dass ich bei Ihm schlafen konnte). Hatten einen netten Abend, mit Gesprächen über seine und meine Reisen, die Maorikultur, die Sprache usw. War letztendlich doch echt interessant, auch wenn ich mich bei diesem Couchhost, nicht 100% wohl gefühlt habe. Aber ist ja noch mal alles gut gegangen, und er hat sich eigentlich doch sehr bemüht mir eine angenehme Zeit zu machen: hat mich abgeholt, zum Bus gefahren, viel Tee gekocht…
Dafür war aber meine letzte Gastgeberin - Sara aus Auckland super! Sie ist selbst grad erst nach einem Jahr reisen zurück gekommen, und wohnt momentan bei Ihrem Vater im Haus, der selbst grad paar Wochen unterwegs ist. Gemütliches Haus, nette Gastgeberin (wenn auch selten daheim) zentral gelegenes supergemütliches Häuschen, freies Internet, und sogar bekocht hat sie mich und mich zum Flughafen gefahren! Wie nett ist das? Denke sie weiss einfach wie es ist wenn man lange reist.. . Wenn ich zurück in Wien bin möchte ich auf jeden Fall auch mal jemandem die Gelegenheit geben bei mir zu übernachten, und somit etwa zurückgeben.
Ich bin mittlerweile in Fidschi angekommen, und surfe wieder - noch nicht im Meer, aber auf der Couch bzw. Matratze einer jungen Fijifamily in einem typischen, sehr einfachen Wellblechhaus in Nadi.
Wir würden sagen sie leben in Armut, Dreck, und ohne jeglichen Luxus (doch.. es gibt Internet!), aber sie sind zufrieden mit dem was sie haben, und dabei so glücklich!
Bald geht’s für die nächsten 2 Wochen auf 5 verschiedene Inselchen hier, wo ich mich nach der Kälte und dem “Reisestress” in Neuseeland und vor Californien erholen möchte! Sonnen, tauchen, schwimmen, lesen, schnorcheln, relaxen…
Ich hoffe wenigstens einiges davon könnt Ihr während Eures Sommerurlaubs auch machen! Viel Spass dabei!