Freitag, 12. März 2010

Travelling with Mum




Eigentlich sollte ja Mama diesen Eintrag schreiben, aber nach einen Monat in Australien ist sie schon wieder zurück in Deutschland, und ich kann nur immer wieder feststellen, wie unglaublich schnell die Zeit hier verfliegt!

Mein 3.Besuch in Sydney war wieder ganz anders im Vergleich zu den beiden vorherigen, denn: Mama war ja dort, somit habe ich mit Ihr zusammen noch mal Sightseeing gemacht, ein BBQ mit meiner Cousine und Ihrem Bruder und Mama (Tante Marta, die auch gerade aus Prag zu Besuch hier waren), und einen Ausflug in die "Blue Mountains" - ca. 2 Stunden von Sydney entfernt haben wir auch gemacht.
Auch dort war ich zwar schon mal (vielleicht erinnert Ihr Euch noch an einen meiner ersten Beträge hier), aber diesmal hatten wir wirlich Glück, und es war wunderschönes Wetter, so das wir die Aussicht auf riesige (blaue) Wälder geniesen konnten, und auch eine kleine Wanderung gemacht haben.

Nach einigen Tagen in Sydney sind Mama und ich nach Melbourne geflogen, dort habe ich Mama die Besten Plätze gezeigt, und am 2.März ging es mit Lubos und Tante Marta mit dem Mietwagen los Richtung Süden zur "Great Ocean Road"!
Da die Sache mit dem Auto meine Idee war, und ich auch alles organisiert hatte, “durfte” ich auch gleich starten! Und klar:
Vor dem Shop stand eine Gruppe Touristen, und ich konnte nichtmal den Wagen aufsperren, ohne dass der Alarm losging…woher sollte ich auch wissen, dass ich nicht den Schlüssel, sondern nur den Knopf zum Aufsperren benutzen darf?! Soweit sogut! Alle startklar, angeschnallt, und dann das nächste: Scheibenwischer mit dem Blinker verwechselt, Panik, Aufregung, Gelächter draußen, “beruhigende Sprüche” von meinen Beifahrern drinnen, … dann gings aber endlich los! Und das gleich im absoluten Zentrum von Melbourne! Ich bin zwar hier in Australien schon vorher Auto gefahren,
aber noch nie in der Stadt, was doch einen erheblichen Unterschied macht, wenn alles für mich seitenverkehrt ist! Aber auch daran habe ich mich gewöhnt, und es ist zum Glück alles gut gegangen auf unserer einwöchigen Tour.
Aber beinahe wär das alles nicht so gut gelaufen, denn: wir haben fast ein Emu über bzw. angefahren! Klingt vielleicht lustig, aber in dem Moment war wir einfach nur geschockt, und heilfroh, dass nichts passiert ist. Zwar haben wir die Schilder an der Landstrasse mit den Känguruhs und Emus drauf wahrgenommen, aber die ersten Tage keines der Tiere gesehen (außer hin und wieder leider tote kleine Känguruhs am Strassenrand). Bis auf diesen einen Vorfall, als plötzlich am linken Straßenrand ein Babyemu war, und aus dem Nichts auf der rechten Seite ein großes Emu aufgetaucht ist! Mein Cousin, der zu dem Zeitpunkt gefahren ist, sah allerdings nur das Baby, ich das Erwachsene, dass sich wohl gerade überlegt hat loszulaufen, und ich darauf losgeschriehen habe, dass Lubos anhalten soll. Zum Glück hat er schnell genug reagiert und verlangsamt, und somit sind wir gerade so um die 20-30cm an den großen Vogel vorbeigefahren! Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir den angefahren hätten! Nicht nur für das Tier schlimm, sondern auch für uns und unseren kleinen “Kanaric” (slowakisch : Kanarienvogel - wie Mama unser kleines, gelbes Auto liebevoll genannt hat)!
Das war ein “negativ Highlight” unserer Tour, aber auch spannende “typisch australische” Erlebnisse haben die Woche sehr abwechslungsreich gemacht. Beispielsweise haben wir einmal einem Australier mit einem kaum zu verstehenden "Ozzieslang" eine Mitfahrgelegenheit gegeben, da seine Schrottkiste liegen geblieben ist, und er ca. 10km von der nächsten “Stadt” entfernt war. “Stadt” wird hier anscheinend eh alles genannt, was mindestens 3 Häuser und ein Geschäft hat. Für uns ist das ein kleines Dorf - wenn überhaupt - aber hier, ist das schon Grund genug, es im Lonely Planet zu erwähnen! Na wenn man das mit den all den Farmen, die kilometerweit voneinander entfernt sind, vergleicht, ist es schon mal gut, wenn man eine “Stadt” mit einem Geschäft “in der Nähe” hat.
Ein anderes, unvergessliches Erlebnis waren 100te von Känguruhs um unser Ferienhäuschen abends in dem Grampians Nationalpark, oder - ein anderes Emu hinter einem Zaun am Straßenrand! Das war "Australien Pur"!
Gegend Abend sind wir täglich in einem anderen mehr oder weniger kleinen Ort gelandet, nachdem wir tagsüber verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die “Twelve Apostels”, Wasserfälle, den Blue Lake in Mount Gambian, einen Nationalpark, und Adelaide angeschaut haben. Schade, dass wir nur eine Woche Zeit hatten - für eine Strecke von ca. 2200km, aber andererseits hat es vielleicht auch gereicht, 7 Tage 24 Stunden aneinander zu hängen!
Denn selbst Nachts haben wir meistens zu viert in einem Motelzimmer, Apartment und sogar mal in einem Jugendhostel geschlafen. Und dort waren noch so einige andere - wie Ihr Euch vorstellen könnt! Stockbetten, Platzmangel, Unordnung, … ein wahres “Erlebnis” für Mama, aber ich muss sagen, dass sie alles sehr gut mitgemacht hat, und somit auch versteht wie ich hier wirklich reise und lebe! Oft sind die Unterkünfte schön und nett beschrieben, aber was wirklich dahinter steckt, sieht man erst, wenn man ankommt!
Mit meinem letztem Hostel direkt im Zentrum von Melbourne, wo ich nochmal die letzte Woche verbracht habe (und mir u.a. die Haare habe schneiden lassen), und diesem hier in Fremantle bei Perth bin ich allerdings sehr zufrieden!
Bin hier für 4 Tage zum relaxen - dafür ist das Haus hier "The Old Firestation" mit einem rießigen Aufenthaltraum inkl. Free Internet, einem Billiardtisch, hunderten von Videos, und netten Leuten ideal. Das Meer ist nur einige Minuten entfernt, und endlich komm ich mal wieder zum Schwimmen im Meer, was eine super Abkühlung bei 38Grad ist! Das ist das Maximum bisher, denn gerade der letzte Monat war wettertechnisch sehr abwechlungsreich und teils auch recht kühl und regnerisch! Ja, auch das gibts in Australien - Mama weiss wovon ich spreche ;-)! Aber jetzt, wird s für mich Richtung Norden von "Western Australien" nur noch wärmer und wärmer! Hoffe auch für Euch Daheimgebliebenen, dass der Winter nicht mehr allzulang andauert!

Mittwoch, 3. März 2010

Wwoofing in Nowra


Gut einen Monat ist “mein Leben auf dem Land” schon wieder her, aber vergessen werde ich die Zeit bestimmt nicht so schnell!
Stellt Euch mich mal mit dreckigen Arbeitsklamotten auf nem Mini-Traktor vor… dann wisst Ihr vielleicht was ich meine!
Aber ich muss sagen: es war eine Erfahrung, ich hatte viel Spass, und jetzt weiss ich WIRKLICH, dass das Farmerleben nicht so meins ist, und die Chancen sehr gering sind, dass ich mich hier niederlasse ;-)!
Mit der Familie hatte ich allerdings großes Glück. Die Eltern (Annie and Wayne) waren total relaxt und haben versucht uns nicht zu überfordern, und auch die Kinder waren sehr aufgeschlossen und witzig.
Wir 3 Wwoofer (noch die Französin und eine andere Deutsche) haben in einem separaten Häuschen ca. 200m vom Familienhaus entfernt gewohnt, und konnten uns dort zurückziehen, wenn wir unserer Arbeit fertig waren.
Morgens sind wir gegen halb acht aufgestanden, da uns täglich um acht bei Annie unsere Aufgaben für den Tag mitgeteilt wurden. Unsere Wwoofingmama hat versucht, die Tage bzw. Aufgaben für uns abwechslungsreich zu gestalten. Am ersten Tag mussten/durften wir Holz hacken - allerdings mit einer Maschine und nicht mit der Axt(dabei haben wir auch Bekanntschaft mit einigen australischen Spinnen gemacht), bei Regen haben wir ein bisschen Hausarbeit gemacht, ein anderes Mal Holz und Tannenzapfen für den Winter zum Heizen gesucht, einmal einen Container voll Schrott ausgemistet, und an 2-3 Tagen mussten wir einen alten Stacheldrahtzaun abbauen. Das war die härteste Arbeit (zerkratze Arme und Beine danach), aber das musste auch mal gemacht werden.
Annie hat uns aber auch viel geholfen, und nebenbei viele interessante Familiengeschichten erzählt.
Sie ist eine sehr starke, dominante Frau, die jetzt mit dem Mann (Wayne) Ihrer verstorbenen besten Freundin zusammen ist… klingt merkwürdig, aber so ist das Leben manchmal.. man weiss nie was kommt.. man kann nur das Beste draus machen!
Wenn ich mir die beiden aber angeschaut habe, hatte ich den Eindruck, dass sie nach vielen Schicksalsschlägen und schweren Zeiten jetzt glücklich sind.
Es hat mich gewundert, dass Annie so offen über Ihr Leben und die Liebe mit Leuten redet, die sie kaum kennt, aber entweder ist es Ihre, oder die australische Art, oder sie hat es gerade uns erzählt, da die Wahrscheinlich-keit, dass wir uns Wiedersehen recht gering ist.
Auch was die Arbeit bzw. das Mithelfen im Haus - egal ob Putzen oder Kochen - anging, war sie sehr relaxt. Es gab keine Verbote oder strenge Regeln was wann wo sein soll, und trotzdem, oder gerade deshalb? hat alles geklappt, und es sah auch ordentlich und sauber aus.
Nachmittags - wenn das Wetter gut war - hat Wayne uns sogar öfter mal seinen Firmenwagen (einen Sprinter) geliehen, damit wir 3 Mädels zum Meer fahren konnten. War anfangs etwas ungewohnt - Linksverkehr!, und dann auch noch mit dem großen Auto, aber es ist alles gut gegangen, und es war super, dass wir die Gelegenheit hatten rumzufahren, und tolle, breite, weite, weisse Strände zu sehen! Die Gegend - Jervis Bay - ist wunderschön, und ohne die Wwoofingstelle bzw. das Auto von Wayne hätte ich die Gegend von Australien wohl nie so sehen können.
Einmal haben uns Wayne und Annie uns spontan Mittags für 2 Stunden an einen einsamen ewig weiten, weissen Strand mitgenommen, und da Wayne sein Surfboard mit dabei hatte, könnte auch ich mal wieder auf dem Brett stehen! Und ja! Ich konnte wirklich auch stehen und nicht nur liegen!
Abends nach unseren Ausflügen haben meistens wir für die ganze Family gekocht, und danach entweder mit den Kids Karten gespielt, oder wir hatten Zeit für uns, und haben diese im Internet verbracht ;-)!
Nach fast 2 Wochen war ich allerdings auch wieder froh, als ich wieder in Sydney unter andere Leute kam.
Außerdem hat dort bereits Mama bei Ihrer Freundin Marietta auf mich gewartet!