Nach über 4 Wochen in Sydney hab ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss! Nach und nach hat sich Ende Dezember bzw. Anfang Januar meine “Clique” aufgelöst, und ich hatte das Gefühl etwas neues machen zu müssen. Eine eigene Wohnung zu haben und kein “Backpacker” zu sein war super, aber es war Zeit für was neues! Am 12.Dezember musste ich ausziehen, und bin erstmal wieder zu meiner Cousine gezogen, um mich von dort intensiv (freies Internet!) um meine Jobsuche bzw. Zukunft hier zu kümmern. Hab eine Anzeige fürs Kellnern und/oder Babysitten aufgegeben, aber leider fast keine positiven Antworten bekommen, sondern oft SMS oder Anrufe von Leuten, die mit Ihren Stellenangeboten weit von meiner Vorstellung entfernt waren… . Da frag ich mich schon, ob manche nicht lesen können!? Letzten Freitag hätte ich dann eigentlich doch so eine Art “Probearbeiten” in einem Cafe haben sollen, und dann wurde das 20 Minuten vorher abgesagt weil wohl nichts los war wegen dem Regen. Daraufhin dachte ich mir dann “Ich muss raus Sydney”, denn nur dort rumhängen und Geld ausgeben (und Sydney ist teuer!) bringt mir nichts!
Also hab ich mir für den nächsten Tag meinen Greyhoundbus gebucht (da ich keinen “Lift“ = Mitfahrgelegenheit bekommen habe), und es sollte am Samstag nach Canberra gehen. Jeder hat zwar gesagt, dass man sich das sparen kann - auch wenn es die Hauptstadt ist, aber ich dachte mir, es wäre ein guter Zwischenstop auf dem Weg nach Melbourne.
Am Samstagmittag gings also wieder los, aber alle meine Pläne haben sich innerhalb von 30 Minuten geändert, und ich hab gemerkt, dass ich wieder auf im “Backpackerleben” angekommen bin.
Gerade als ich auf dem Weg zum Bus war, hat mich einer angerufen, der mir einen Lift geben wollte. Spontan wie ich bin, hab ich den Greyhoundbus und mein gebuchtes Hostel in Canberra abgesagt, und bin dann einige Stunden später mit einem dt. Pärchen, die sich hier ein Auto gekauft haben und vier anderen - 3 Deutsche mal wieder und ein Franzose die Küste Richtung Süden heruntergefahren. Einen wirklichen Plan gab es nicht, wir wollten einfach gemütlich Richtung Melbourne, mit Zwischenstops an Orten die uns gefallen. Alles hätte so schön sein können (tolle Strände, Nationalpark..)…wenn nur das Wetter mitgespielt hätte! Aber leider war es ständig bewölkt, und auch Regen gab es nicht selten. Wir haben “wild” gecampt, und somit sehr provisorisch gekocht (natürlich Nudeln mit Tomatensoße - schnell und billig) und geduscht (Deo!).
Für mich Stadtkind waren die 2 Tage und Nächte (ohne Isomatte, Schlafsack und Dusche !) aufm Weg runter wirklich hart, aber was einen nicht umbringt macht einen stark! Oder wie war der Spruch ;-)?!
Umso mehr habe ich mich wieder auf ein Bett im Hostel gefreut, besonders nachdem es hier in Melbourne so schwer war etwas zu bekommen. Denn: es sind gerade die Australien Open (Tennis), Public Holidays, und nächste Woche am 26. Janurar auch noch der “Australien Day”! Das heißt ich hab bestimmt 15 Hostels angerufen, bevor ich was anständiges, nicht überteuertes gefunden habe. Die ersten 2 Tage habe ich hier mit 4 Leuten vom Lift verbracht, aber jetzt habe ich “alte Freunde” von der Ostküste getroffen, mit denen ich mich gut versteh, und nachdem mir auch Melbourne echt gut gefällt, habe ich mich entschieden, hier auch noch ein Woche zu bleiben.
Bin sehr froh über meine Entscheidung, dass ich Sydney vorübergehend verlassen habe, und freu mich, Melbourne zu entdecken!