Freitag, 22. Januar 2010

Lift from Sydney to Melbourne


Nach über 4 Wochen in Sydney hab ich gemerkt, dass ich etwas ändern muss! Nach und nach hat sich Ende Dezember bzw. Anfang Januar meine “Clique” aufgelöst, und ich hatte das Gefühl etwas neues machen zu müssen. Eine eigene Wohnung zu haben und kein “Backpacker” zu sein war super, aber es war Zeit für was neues! Am 12.Dezember musste ich ausziehen, und bin erstmal wieder zu meiner Cousine gezogen, um mich von dort intensiv (freies Internet!) um meine Jobsuche bzw. Zukunft hier zu kümmern. Hab eine Anzeige fürs Kellnern und/oder Babysitten aufgegeben, aber leider fast keine positiven Antworten bekommen, sondern oft SMS oder Anrufe von Leuten, die mit Ihren Stellenangeboten weit von meiner Vorstellung entfernt waren… . Da frag ich mich schon, ob manche nicht lesen können!? Letzten Freitag hätte ich dann eigentlich doch so eine Art “Probearbeiten” in einem Cafe haben sollen, und dann wurde das 20 Minuten vorher abgesagt weil wohl nichts los war wegen dem Regen. Daraufhin dachte ich mir dann “Ich muss raus Sydney”, denn nur dort rumhängen und Geld ausgeben (und Sydney ist teuer!) bringt mir nichts!
Also hab ich mir für den nächsten Tag meinen Greyhoundbus gebucht (da ich keinen “Lift“ = Mitfahrgelegenheit bekommen habe), und es sollte am Samstag nach Canberra gehen. Jeder hat zwar gesagt, dass man sich das sparen kann - auch wenn es die Hauptstadt ist, aber ich dachte mir, es wäre ein guter Zwischenstop auf dem Weg nach Melbourne.
Am Samstagmittag gings also wieder los, aber alle meine Pläne haben sich innerhalb von 30 Minuten geändert, und ich hab gemerkt, dass ich wieder auf im “Backpackerleben” angekommen bin.
Gerade als ich auf dem Weg zum Bus war, hat mich einer angerufen, der mir einen Lift geben wollte. Spontan wie ich bin, hab ich den Greyhoundbus und mein gebuchtes Hostel in Canberra abgesagt, und bin dann einige Stunden später mit einem dt. Pärchen, die sich hier ein Auto gekauft haben und vier anderen - 3 Deutsche mal wieder und ein Franzose die Küste Richtung Süden heruntergefahren. Einen wirklichen Plan gab es nicht, wir wollten einfach gemütlich Richtung Melbourne, mit Zwischenstops an Orten die uns gefallen. Alles hätte so schön sein können (tolle Strände, Nationalpark..)…wenn nur das Wetter mitgespielt hätte! Aber leider war es ständig bewölkt, und auch Regen gab es nicht selten. Wir haben “wild” gecampt, und somit sehr provisorisch gekocht (natürlich Nudeln mit Tomatensoße - schnell und billig) und geduscht (Deo!).
Für mich Stadtkind waren die 2 Tage und Nächte (ohne Isomatte, Schlafsack und Dusche !) aufm Weg runter wirklich hart, aber was einen nicht umbringt macht einen stark! Oder wie war der Spruch ;-)?!
Umso mehr habe ich mich wieder auf ein Bett im Hostel gefreut, besonders nachdem es hier in Melbourne so schwer war etwas zu bekommen. Denn: es sind gerade die Australien Open (Tennis), Public Holidays, und nächste Woche am 26. Janurar auch noch der “Australien Day”! Das heißt ich hab bestimmt 15 Hostels angerufen, bevor ich was anständiges, nicht überteuertes gefunden habe. Die ersten 2 Tage habe ich hier mit 4 Leuten vom Lift verbracht, aber jetzt habe ich “alte Freunde” von der Ostküste getroffen, mit denen ich mich gut versteh, und nachdem mir auch Melbourne echt gut gefällt, habe ich mich entschieden, hier auch noch ein Woche zu bleiben.
Bin sehr froh über meine Entscheidung, dass ich Sydney vorübergehend verlassen habe, und freu mich, Melbourne zu entdecken!

Freitag, 1. Januar 2010

Merry Christmas And A Happy New Year!!!



Dieser Satz war hier natürlich die letzten Tage in aller Munde, und ich war schon sehr gespannt auf das erste Weihnachten ohne meine Familie und Sylvester in Sydney!
Und jetzt ist schon wieder alles vorbei. - Heute ist der 1.Januar 2010 und ich hoffe, dass mittlerweile auch alle meine Freunde in Europa gut rübergerutscht sind.

Alles Liebe und Gute hiermit an die lieben Blogleser!
Ich bin sehr froh, dass es sich so ergeben hat, dass ich ein super Appartment in Bondi habe, und somit hier mit Freunden Weihnachten und Sylvester verbringen konnte.
Am 24. habe ich mit Simona für meine Mibewohnerin Claire und einen Freund (Flo) gekocht, lecker gegessen, gemütlich zusammengesessen und später ist dann noch Kathi - eine Freundin aus Wien - gekommen und wir sind noch was trinken gegangen. Es war ein sehr netter, gemütlicher Abend, auch wenn nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen ist.
Wie auch? Ohne Christbaum, Kälte, Glühwein, Kirche, Geschenke, Plätzchen, Familie…?!

Am 25. haben wir uns eigentlich auf “die Party des Jahres” am Bondi Beach gefreut, aber leider ist das ganze im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen! So ein Pech!! Normalerweise ist der ganze Strand voll mit jungen Leuten (mit roten Santa Claus Mützen!), die Picknick machen, trinken, tanzen, sich sonnen…. einfach feiern! Aber leider, leider gerade wo ich wahrscheinlich einmal im Leben in dieser Zeit da bin, war das Wetter schlecht. Ich bin zwar mal kurz mit Anja - meiner “Roommate” dort spazieren gegangen, weil wir ja gleich um die Ecke wohnen, aber es war nicht wirklich viel los, da es bewölkt, windig, kalt und teils regnerisch war! Dafür haben wir dann aber noch Simona und Kathi zu uns in die Wohnung eingeladen, und einen sehr netten Mädlsnachmittag mit Tee und australischem Weihnachtskuchen gemacht.

Nachdem es an Weihnachten schon nicht so besonders war, hat jeder gehofft, dass es wenigstens an Sylvester richtig schön sein wird. Und: wir hatten Glück - es hat nur 2-3 kurz geregnet, aber es war warm;-)! Es war zwar meistens bewölkt, aber wir konnten den ganzen Tag draußen verbringen, und auch das Feuerwerk gut sehen. Ja, das Feuerwerk und die Beste Aussicht auf die Harbourbridge war das Thema des 30.Dezember! Es war ein ständiges hin und her, denn jeder hat einige Bekannte/Freunde, die jeweils verschiedene Vorschläge haben, und dieses und jenes gehört haben,..… und doch keine Ahnung haben, wo es am Besten wäre, denn wir sind ja alle keine Einheimischen! Natürlich haben wir überlegt in den Botanischen Garten zu gehen - direkt neben der Oper - aber nachdem wir gehört haben, dass es dort wahnsinnig voll sein muss, und die Leute teils 15 Stunden vorher warten, oder sogar eine Nacht vorher dort zelten, wollten wir uns den Stress nicht geben. Für eine coole Bar mit Aussicht waren wir zu unorganisiert, und außerdem waren die Eintritte wahnsinnig hoch!
Letzendlich sind wir - wie 1000 andere in einem der vielen Parks gelandet, von wo aus man gut auf die Brücke und das Feuerwerk sehen konnte. Ich habe leider nicht die beleuchtete Oper gesehen, und die Brücke war auch nicht so nah, aber dafür hatten wir mit ca. 20-30 Freunden und Freunden von Freunden einen guten Platz, kein Gedränge..
Vom “DEM” Feuerwerk in Sydney hab ich mir mehr versprochen, aber vielleicht hatten wir einfach nicht die perfekte Sicht, dafür hatte ich trotzdem einen unvergesslichen Tag bzw. Nacht mit vielen interessanten Menschen. Sogar Leute aus der Art Factory hab ich hier wieder getroffen. Die Welt kann so klein sein!

Hier in Bondi sehe ich selbst nach 2 Wochen doch fast täglich ein bekanntes Gesicht. Schon witzig, wie jeder so die selben Plätze besucht! Natürlich ist es hier nicht so extrem wie an der Ostküste, weil es sich in Sydney mehr verläuft, aber trotzdem!
Ich freu mich immer (oder wunder mich) wenn ich “einen alten Bekannten” treffe. Vielleicht hat man sogar noch die Nummer im Handy weil man eventuell mal anrufen wollte, aber es nie getan hat. Warum auch immer.. . Aber das ist hier der Unterschied: es macht nichts, wenn man sich nicht oder nicht sofort bei einem andern meldet, denn jeder lernt so schnell so viele Leute kennen, ändert seine Pläne, und kann und will sich einfach nicht festlegen. Und das ist in dem Fall auch gut so.
Natürlich hat man nicht täglich neue Freunde, sondern wenn es sich ergibt, verbringt man auch mal einige Tage zusammen, aber diese Freundschaften sind nicht mit daheim zu vergleichen.
Alles geht viel schneller und man ist lockerer, was positiv ist, aber andererseits wird auch oft Abschied genommen, und der/die nächste Freund/in kommt bestimmt!
Sind wir wirklich so schnell und leicht ersetzbar?
Irgendwie erschreckend!
Andererseits bin ich im Umgang mit anderen Menschen hier teilweise genauso.. - gestern noch “Best Friends” beim Feiern und heute kein Rückruf! Hmm.. hier ist einfach vieles anders! Selbst immer diese Frage “How are you?” bei der Begrüßung hat mich anfangs irritiert! Wir sind das einfach nicht gewohnt, und tun uns schwer mit der Antwort! Wem soll man wie darauf antworten, und wie ernst ist die Frage überhaupt gemeint?!
Wird man hier oberflächlich, oder darf man das alles einfach nicht zu ernst nehmen?!
Ich hab mich für das 2. entschieden!