Samstag, 19. Dezember 2009

“Byron is the Best”


Unglaublich aber wahr! Nach wochenlangem Reisen und ständigem “Wohnungswechsel” sitze ich in “meiner” Wohnung in Bondi, in Sydney und göhne mir Urlaub vom Urlaub!
Ihr daheim lacht vielleicht, aber das ständige Reisen kann manchmal so anstrengend sein wie ein Arbeitstag!
Nach meinen Ausflügen auf die Whitsunday Island und Fraser Island bin ich wieder auf eigene Faust weiter. Zuerst nach Noosa (einem sehr süßen kleinen europäisch angehauchten Städtchen), wo ich nach 3 Tagen meinen ersten “Lift” (Mitfahrgelegenheit) gefunden habe. Mit dem 30jährigen Franzosen Ignace und seinem Surfboard auf der Rückbank bin ich dann für wenig Geld direkt nach Byron Bay, denn “Byron is the Best” laut Ihm, und so habe ich die Städte “Brisbane” und “Surfers Paradies” ausgelassen.
Und das war in dem Moment auch eine gute Entscheidung, denn Byron war wirklich super! Ich kanns gar nicht beschreiben.. so lässig, locker, eine Art Hippiestadt, aber andererseits auch mit vielen kleinen Boutiquen, Cafes, Surfershops,.. und nicht zu vergessen der Beach!
In Byron scheint die Zeit und das Geld manchmal keine Rolle zu spielen, und so habe ich dort auch viele Leute kennengelernt, die dort “hängengeblieben” sind, weil dort einfach jeder so vor sich hin leben kann wieder er will. Anfangs konnt ich nur staunen, als ich z.B. Leute nur mit ner Badehose (sogar ohne Schuhe!) im Supermarkt gesehen habe. Oder die Strassenmusiker, eine “Drummergruppe” am Strand, oder die verschiedenen Märkte, die vielen Dreadlock-Typen, die “Secretparty im Wald”, oder, oder, oder.. Es gibt soo viele Bilder in meinem Kopf, die ich nicht wiedergeben kann oder will, aber Byron Bay ist auf jeden Fall sehenswert. Anfangs war der Ort zwar sehr überfüllt, da Anfang Dezember die “Schoolies” - (18/19-jährige Highschoolabgänger) kamen, und dementsprechend gefeiert haben, was die “etwas älteren” und die Einwohner etwas genervt hat, aber nach 2Wochen waren die meisten von Ihnen weg. Meine Begeisterung für den Ort liegt wohl auch an dem Hostel in dem ich übernachtet habe. - In der “Art Factory” - und wer von meinem Freunden schon mal in Australien war (Benni! Sophie!) weiss wovon ich rede. Man muss dort gewesen sein, um zu verstehen, warum man dort nicht mehr weg will. Alle sind einfach so nett und nach einigen Tagen hatte ich dort schon meine kleine Ersatzfamilie, mit denen ich täglich surfen gegangen bin und abends bei “Goon” (dem australischen Billigwein”) bis tief in die Nacht draußen zusammensaß. Oft haben wir uns vorgenommen abends in nen Club feiern zu gehen, aber letztendlich war die Stimmung meistens so gut, dass keiner weg wollte. Manchmal haben Leute spontan angefangen Musik zu machen, gequatscht, oder nur in der Hängematte den Sternenhimmel angeschaut. Die Art Factory ist zwar ein bisschen außerhalb der “City”, aber nachdem das Hostel selbst wie ein kleines Dorf aufgebaut ist, muss man nicht wirklich täglich in die Stadt - außer natürlich zum Strand;-). Habe mir für eine Woche ein Surfboard geliehen, und war mit paar anderen Surfern täglich üben. Ich konnte zwar nur hin und wieder kurz auf dem Brett stehen, aber selbst das drauf liegen oder knien und sich von der Welle an den Strand treiben zu lassen, macht schon sehr viel Spass. Einige sind sogar so begeistert gewesen, dass sie sich ein Board gekauft haben. Für mich kommt das aber nicht in Frage, da ich ja viel Reise, und mir mein Rucksack als Gepäckstück schon vollkommen reicht! Aber ich kann die anderen verstehen. Das Surfen ist nicht wie bei anderen Sportarten “nur ein Sport”, sondern auch eine Lebenseinstellung. Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder in Byron auf dem Brett geboren sind, denn manche 10-jährige waren besser als viele Erwachsene. Aber kein Wunder, nachdem ich eine Mutter mit Ihrem viell. 5jährigen Sohn auf dem Brett gesehen habe. Das ist hier vielleicht so vergleichbar, wie Skifahren bei uns. Nur, dass ich gehört habe, dass Surfen viel schwerer sein soll - und das Gefühl hatte ich auch! Aber das Interessante ist, das der Spaß und der Reiz, die nächste Welle vielleicht doch stehen zu können überwiegt, und man somit immer weiter probiert und als “richtiger Surfer” nicht aufgibt!
Das Meer ist aber unberechenbar, und ich hab schon so einige Geschichten hier gehört... aber wie heißts so schön: “No Risk No Fun"!